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Label „V“ für vegetarische Produkte

V-Label
V-Label © ProVeg Deutschland e.V.

Das Label „V“ soll Vegetariern die Lebensmittelauswahl europaweit erleichtern. Es steht für Erzeugnisse, deren Herstellung ohne Rohstoffe aus Tierkörpern erfolgt, insbesondere ohne Fleisch, Gelatine, Knochen und Schlachtfette. Denn nicht immer können Verbraucher in der Zutatenliste erkennen, ob das Produkt Zutaten vom Tier enthält.

Die mit dem Label ausgezeichneten Produkte werden entsprechend ihrer Zutaten entweder als „vegetarisch“ oder als „vegan“ klassifiziert:

Kriterien für das V-Label

Demnach sind für „vegane“ Lebensmittel alle Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe tierischen Ursprungs auf sämtlichen Produktions- und Verarbeitungsstufen ausgeschlossen, einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme. Dagegen sind für „vegetarische Lebensmittel“ Erzeugnisse von lebenden Tieren, im Wesentlichen Milch, Eier und Honig, erlaubt. Ausgeschlossen von der Kennzeichnung mit diesem Label sind zum Beispiel Käse, der mit Kälberlab hergestellt wurde, Fruchtsäfte, die mit Gelatine geklärt wurden und Margarine, die tierische Fette enthält.

Die Definitionen „vegetarisch“ und vegan“ des Labels V entsprechen der Empfehlung der Verbraucherschutzministerkonferenz aus dem Jahr 2016.

In einigen Punkten gehen die Kriterien des V-Labels über diese Definition hinaus. Beispielsweise dürfen Eier nicht aus Käfighaltung stammen und ihre Herkunft muss schriftlich nachgewiesen werden. Gentechnisch veränderte Produkte dürfen das "V" ebenfalls nicht tragen.

Das Label "V" wurde von der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) – dem europäischen Dachverband vieler vegetarischer Verbände und Organisationen Europas – entwickelt.

Es wird auf Antrag und nach vorheriger Prüfung vergeben. In Deutschland übernimmt dies der ProVeg Deutschland e.V. (ehemals Vegetarierbund Deutschland e.V. - VEBU)

Der Hersteller ist verpflichtet, vor der Nutzung des Zeichens die Zusammensetzung des Produktes sowie die verwendeten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe offen zu legen. Die Einhaltung der Kriterien wird sowohl durch eine Eingangsprüfung – unter Umständen unter Einschaltung eines unabhängigen Prüflabors – als auch durch Stichproben kontrolliert. Bei jeder Änderung der Zutaten wird neu geprüft.

Die europäische Kollektivmarke "V" gilt bereits in fast allen EU-Ländern.

Rechtliche Regelung fehlt bislang

In der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist eine freiwillige Kennzeichnung von Lebensmitteln, die für Vegetarier oder Veganer geeignet sind, bereits grundsätzlich vorgesehen. Dafür muss die EU-Kommission aber noch ergänzende Rechtsvorschriften erlassen. Eine Zeitvorgabe macht die LMIV nicht. Im April 2016 einigten sich die Verbraucherschutzminister der Länder auf eine einheitliche, aber rechtlich nicht verbindliche Definition der Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“.

Wann es eine rechtlich verbindliche Regelung geben wird, ist allerdings nicht absehbar.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Anhand der Zutatenliste können Käufer nicht immer zuverlässig erkennen, ob ein verarbeitetes Lebensmittel Bestandteile vom Tier enthält: Zusatzstoffe können tierischen Ursprungs sein, ohne dass darauf hinzuweisen ist, beispielsweise „Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren“ (E 471) oder „Glycin“ (E 640). Verarbeitungshilfsstoffe, Lösungsmittel und Trägerstoffe gelten lebensmittelrechtlich nicht als Zutaten und sind daher nicht im Zutatenverzeichnis aufgeführt.

Für Personen, die tierische Lebensmittel meiden möchten, kann das V-Label daher als Entscheidungshilfe beim Einkauf nützlich sein.

Vor dem Hintergrund, dass es immer mehr Produkte auf dem Markt gibt, die mit der Aussage „vegan“, oder „vegetarisch“ werben, ist es aus Sicht der Verbraucherzentrale dringend notwendig, diese Angaben EU-weit einheitlich und rechtsverbindlich zu definieren.

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Letzte Änderung 
20. Dezember 2018