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Label „V“ für vegetarische Produkte

Das Label „V“ soll Vegetariern die Lebensmittelauswahl europaweit erleichtern. Es steht für Erzeugnisse, deren Herstellung ohne Rohstoffe aus Tierkörpern erfolgt, insbesondere ohne Fleisch, Gelatine, Knochen und Schlachtfette.

Ausgeschlossen von der Kennzeichnung mit diesem Label sind zum Beispiel Käse, der mit Kälberlab hergestellt wurde, Fruchtsäfte, die mit Gelatine geklärt wurden und Margarine, die tierische Fette enthält.
Darüber hinaus dürfen Eier nicht aus Käfighaltung stammen und ihre Herkunft muss schriftlich nachgewiesen werden. Gentechnisch veränderte Produkte dürfen das "V" ebenfalls nicht tragen.

Die mit dem Label ausgezeichneten Produkte werden entsprechend ihrer Zutaten in vier Gruppen klassifiziert:

Label

Verzicht auf folgende Lebensmittel und Zutaten:

Ovo-Lakto-Vegetarisch 

Fleisch und Fisch

Lakto-Vegetarisch

Fleisch, Fisch und Eier

Ovo-Vegetarisch

Fleisch, Fisch, Milch

Vegan

alle vom Tier stammenden Lebensmittel

Das Label "V" wurde von der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) – dem europäischen Dachverband vieler vegetarischer Verbände und Organisationen Europas – entwickelt.

Es wird auf Antrag und nach vorheriger Prüfung vergeben. In Deutschland übernimmt dies der Vegetarierbund Deutschland (VEBU). Der Hersteller ist verpflichtet, vor der Nutzung des Zeichens die Zusammensetzung des Produktes sowie die verwendeten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe offen zu legen. Die Einhaltung der Kriterien wird sowohl durch eine Eingangsprüfung – unter Umständen unter Einschaltung eines unabhängigen Prüflabors – als auch durch Stichproben kontrolliert. Bei jeder Änderung der Zutaten wird neu geprüft.

Die europäische Kollektivmarke "V" gilt bereits in fast allen EU-Ländern.

Rechtliche Regelung vorgesehen

In der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist eine freiwillige Kennzeichnung von Lebensmitteln, die für Vegetarier oder Veganer geeignet sind, bereits grundsätzlich vorgesehen. Dafür muss die EU-Kommission aber noch ergänzende Rechtsvorschriften erlassen. Eine Zeitvorgabe macht die LMIV nicht. Die Vegetarier-Organisationen haben bereits Vorschläge für eine Definition der Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ bei der EU eingereicht. Auch die deutsche Lebensmittelbuchkommission erarbeitet derzeit Vorschläge. Wann es eine rechtliche Regelung geben wird, ist allerdings nicht absehbar.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Anhand der Zutatenliste können Käufer nicht immer zuverlässig erkennen, ob ein verarbeitetes Lebensmittel Bestandteile vom Tierkörper enthält: Zusatzstoffe können tierischen Ursprungs sein, ohne dass darauf hinzuweisen ist, beispielsweise „Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren“ (E 471) oder „Glycin“ (E 640). Verarbeitungshilfsstoffe, Lösungsmittel und Trägerstoffe gelten lebensmittelrechtlich nicht als Zutaten und sind daher nicht im Zutatenverzeichnis aufgeführt.

Für Personen, die tierische Lebensmittel meiden möchten, kann das V-Label daher als Entscheidungshilfe beim Einkauf nützlich sein.

Vor dem Hintergrund, dass es immer mehr Produkte auf dem Markt gibt, die mit der Aussage „vegan“, oder „vegetarisch“ werben, ist es aus Sicht der Verbraucherzentrale dringend notwendig, diese Angaben EU-weit einheitlich und rechtsverbindlich zu definieren.

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Letzte Änderung 
1. Dezember 2015