Über Lebensmittelklarheit

Ein „Beerenmüsli“, in dem kaum Beeren stecken oder ein Nahrungsergänzungsmittel mit zweifelhafter Gesundheitswerbung: Verbraucher:innen ärgern sich häufig über Bilder oder Aussagen auf der Lebensmittelverpackung, die etwas suggerieren, was nicht der tatsächlichen Beschaffenheit des Produkts entspricht. Vor diesem Hintergrund ist die Idee zum Portal Lebensmittelklarheit entstanden. 

Die Idee

Beim Einkauf muss es für viele Menschen schnell gehen. Die Kaufentscheidung richtet sich daher häufig nach den Angaben und Abbildungen auf der Schauseite des Lebensmittels. Zuhause stellt sich oftmals heraus: Die beworbene Zutat ist kaum vorhanden, im „natürlichen“ Lebensmittel stecken viele Zusatzstoffe oder das Produkt enthält trotz der Angabe „fettarm“ erschreckend viele Kalorien. Regelmäßig gehen Beschwerden zur Kennzeichnung und Werbung auf Lebensmitteln bei den Verbraucherzentralen ein. Das Portal Lebensmittelklarheit bietet die Möglichkeit, Ärgernisse darzustellen und Verbraucher:innen speziell über die Kennzeichnung zu informieren.

Ziele

Das Internetportal hat zum Ziel, Verbraucher:innen für die Tricks und Werbemaschen von Lebensmittelfirmen zu sensibilisieren und zu einer verbraucherfreundlichen Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln beizutragen. Das Portal liefert Informationen rund um das Thema Kennzeichnung, beantwortet Fragen und bietet Anlaufstelle für Beschwerden.

Ihre Mitarbeit ist gefragt

Lebensmittelklarheit ermöglicht Verbraucher:innen, sich aktiv in die Diskussion über unklare Kennzeichnungen von Lebensmitteln oder über irreführende Produktaufmachungen einzubringen. Sie können unklar oder täuschend gekennzeichnete Lebensmittel melden, Fragen an die Redaktion stellen, an Umfragen teilnehmen und vorhandene Beiträge kommentieren.

Hersteller kommen zu Wort

Im Internetportal kommen die Herstellerfirmen ebenfalls zu Wort. In ihrer Stellungnahme können Unternehmen ihre Position zu der bemängelten Kennzeichnung darstellen und erläutern, warum sie die Aufmachung ihres Produktes für passend halten oder ob sie eine Änderung planen. Dies bietet Herstellern die Möglichkeit, auf die Kritik zu reagieren.

Begleitende Forschung ermittelt Handlungsbedarf

Lebensmittelklarheit veröffentlicht jede einzelne, nachvollziehbare Beschwerde. Ob ein wesentlicher Anteil der Bevölkerung die Kritik teilt, soll die begleitende Verbraucherforschung klären. Mit Hilfe von Verbraucherbefragungen erfasst sie, welche Erwartungen bestimmte Kennzeichnungen und Produktaufmachungen bei Verbraucher:innen wecken. 

Die Studien ermitteln außerdem, welche Angaben missverständlich sind und welche Packungsgestaltungen ein hohes Täuschungspotenzial besitzen. Sie zeigen damit auf, ob der geltende Rechtsrahmen oder die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs den Verbrauchererwartungen gerecht wird oder ob hier Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse der Verbraucherforschung liefern damit wesentliche Entscheidungsgrundlagen  zur Verbesserung der Lebensmittelkennzeichnung.

Die Umsetzung des Projekts erfolgt durch den Verbraucherzentrale Bundesverband und die Verbraucherzentrale Hessen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziell gefördert. Das Portal Lebensmittelklarheit ging am 20. Juli 2011 online.