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Käse – ohne Zutatenliste

 

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung zählt Käse zu den wenigen Lebensmitteln, die ohne Zutatenliste im Verkauf sein dürfen.

Verbraucherbeschwerde 

Die Aufmachung und die Platzierung zwischen anderen Schafskäsesorten suggerieren, dass es sich um Schafs- bzw. Ziegenkäse wie im vorne abgebildeten griechischen Bauernsalat handelt. Aus der Deklaration auf der Rückseite ist nicht ersichtlich aus welcher Milch (Kuhmilch, Schafsmilch) der Käse hergestellt wurde.
Verbraucher aus Lauf a. d. Pegnitz vom 26.08.2017

Auf der Verpackung ist keine Zutatenliste angegeben, bzw. aus was dieser Käse genau besteht. Lediglich folgender Hinweis lässt sich finden: Hergestellt mit mikrobiellem Lab und 48 % Fett i. Tr.
Verbraucherin aus Schwalmstadt vom 17.07.2016

"Emmentaler" wird in allen Lebensmittelmärkten angeboten - in jeder Kette ein anderer Hersteller, aber nahezu immer ohne Inhaltsangabe. Er ist auffällig billig - ca.  5 €/kg. Er wird auch nicht als "Käse" deklariert. Es wird gemunkelt, dass er gar nicht aus Milch besteht.
Verbraucher aus Leipzig vom 13.07.2016

Es sind keinerlei Zutaten / Zutatenliste / Bestandteile auf der Verpackung zu finden. Ich habe leider diesen Käse gekauft, bringe ihn aber zurück. Ich habe den Anbieter aufgefordert, die Zutatenliste aufzudrucken.
Verbraucherin aus Chemnitz vom 01.06.2016

Auf der Verpackung ist nirgends ersichtlich, woraus der Käse besteht, Kuh- Ziegen- oder Schafsmilch.
Verbraucher aus Radolfzell vom 02.06.2015

Auf dem Produkt ist die Zutatenangabe nicht verständlich:
Weitere Zutat: Meersalz 2 %. Und was sind die restlichen 18 Prozent?
Verbraucherin aus Koblenz vom 23.07.2013

Auf der Vorderseite steht "Nur natürliche Zutaten". Es fehlt jedoch jegliche Angabe von Zutaten. Schön, dass es nur natürlich sein soll, aber was ist denn drin?
Verbraucher aus Hamburg, 02.04.2012

Auf der Verpackung des Produkts ist keinerlei Zutatenliste aufgeführt. Zutaten und Inhaltsstoffe sind also in keiner Weise gekennzeichnet. Bei Käse erwarte ich zumindest die Kennzeichnung "Aus Naturlab", die hier ebenfalls fehlt. Da es sich bei diesem Käse um ein light-Produkt handelt ("9 % Fett absolut"), bin ich sehr skeptisch. Laut Aufdruck hat der Käse "53 % weniger Fett als Spitzbub Allgäuer Limburger" und ich möchte gerne wissen durch welche Substanzen dies erreicht wird. Gerade bei light-Produkten möchte ich durch eine Zutatenliste über Inhaltsstoffe und vor allem über Stabilisatoren wie Johannisbrotkernmehl oder Guarkernmehl aufgeklärt werden. Ist es erlaubt "gar keine" Zutatenliste anzuführen?
Verbraucher aus Wuppertal vom 04.01.2012

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) zählt Käse zu den wenigen Lebensmitteln, die ohne Zutatenliste im Verkauf sein dürfen. Verbraucher sind heutzutage an Zutatenlisten auf Fertigpackungen gewöhnt und vermuten eine Täuschung, wenn diese fehlt.
Nach Auffassung der Verbraucherzentrale sollten alle verpackten Lebensmittel ohne Ausnahmen eine Zutatenliste tragen.

Darum geht´s:

Wenn der Käse nur aus Milchinhaltsstoffen, Enzymen, Mikroorganismenkulturen oder für die Herstellung von Käse notwendiges Salz hergestellt wird, darf eine Zutatenliste ganz fehlen. Dies ist rechtlich korrekt, aber vielen Verbrauchern sicherlich nicht bekannt.

Das ist geregelt:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) muss auf Käse kein Zutatenverzeichnis stehen, wenn er lediglich die für die Herstellung notwendigen Milchinhaltsstoffe, Enzyme, Mikroorganismenkulturen und Speisesalz enthält. Sind weitere Zutaten wie Farbstoff Beta-Carotin im Käse, ist eine vollständige Zutatenliste erforderlich, die beispielsweise auch die Milchbestandteile aufführt.

Wenn die Milch von anderen Tierarten als vom Rind stammt, muss ein Hinweis auf die Tierart erfolgen. 

Bis zum 13.12.2014 mussten nach der Käseverordnung lediglich die weiteren Zutaten als "Weitere Zutaten: Farbstoff Beta-Carotin ..." gekennzeichnet werden.

So sieht´s die Verbraucherzentrale:

Verbraucher sind seit Jahren darauf orientiert und erwarten daher, dass Fertigpackungen eine Zutatenliste tragen. Sie vermuten einen Fehler oder eine bewusste Verschleierung von Zusätzen und/oder Zutaten, wenn eine vollständige Zutatenliste fehlt.

Fazit:

Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollten auch Milcherzeugnisse wie andere Lebensmittel immer eine umfassende Zutatenliste aufweisen.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
30. Januar 2020