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Erlaubt: Verpackungen mit weniger Inhalt

Erlaubt

Auf Fertigpackungen müssen Firmen in der Regel die Nennfüllmenge angeben. Dabei gilt das sogenannte Mittelwertprinzip: Einzelne Packungen dürfen innerhalb der genannten Minusabweichungen weniger enthalten, wenn dies durch andere Packungen mit mehr Gewicht ausgeglichen wird – der Mittelwert muss stimmen. Für Verbraucher:innen sind Unterfüllungen ärgerlich. Ob dies noch zulässig sind, können sie aber nicht selbst überprüfen.

Zu Produkten mit Unterfüllungen haben sich Verbraucher:innen bei Lebensmittelklarheit beschwert. Auch aus Sicht von Lebensmittelklarheit sollte in jeder einzelnen Packung mindestens die genannte Füllmenge enthalten sein

Ein typisches Beispiel

Die auf einer Käseverpackung angegebene Füllmenge (Nennfüllmenge) weicht von der – meist an der häuslichen Küchenwaage – nachgewogenen tatsächlichen Füllmenge ab. 

So lauten die Beschwerden zu dieser Problematik: 

Es ist eine Inhaltsangabe von 250 Gramm für den Speisequark angegeben. Mehrmals waren aber nur 230 Gramm enthalten.
Verbraucherin aus Berlin vom 23.03.2022

Menge an Quinoa laut Verpackung: 200 gr.
Tatsächlich gewogene Menge: 169 gr.
Wie viel % Abweichung bzgl. der Mengenangabe ist wirklich erlaubt?
Verbraucherin aus Bad Camberg/Erbach vom 17.03.2022

Die Menge des Inhalts, hier Brathering, weicht stark ab. Beim Abgießen des Dosenwassers aus der Fischdose habe ich bemerkt, dass diese nur halb voll ist und habe diese gewogen. Der Inhalt der Dose soll 325 Gramm wiegen, das stimmt. Das Abtropfgewicht soll 200 Gramm betragen, es sind aber nur 186 Gramm inklusive der Dose (21 Gramm). Das Abtropfgewicht beträgt also 165 Gramm statt 200 Gramm. Das sind 17,5 % zu wenig. 4,5 % sind noch zu dulden, aber 17,5 % sind 4 mal so viel. Das ist leider kein Einzelfall sondern ist wiederholbar.
Verbraucher aus Zossen vom 18.02.2022

Das Produkt 1 Liter Vollmilch hat eine Tatsächliche Füllmenge von 900ml und das ist mit jetzt schon zum 6 x ausgefallen das in keiner des obengenannten Produkt eine Füllmenge von 1000ml hat.
Verbraucherin aus Brande Hörnerkirchen vom 25.01.2022

Eine Packung Lachs 220 g zu 4,29 € Beim Auflegen auf den Teller kam es mir sehr wenig vor. Wir kaufen sonst immer den Lachs mit 200g, Beim Wiegen der 7 Lachsscheiben ergab es ein Gewicht von 205 g!!! Ich kann nicht werben mit 20 g mehr, wenn 15 g fehlen.
Verbraucherin aus Ismaning vom 18.02.2021

Fehlerhafte Inhaltsangabe mit 200 g deklariert Inhalt aber nur 179 g, sowie eine Wiener weniger. Größe gleich geblieben zum Produkt mit 6 Wienern und 200 g Inhalt.
Verbraucherin aus Berlin vom 17.11.2019

Lt. Aufdruck enthalten die Pakete Deutsche Markenbutter 250 g, tatsächlich wiegen sie incl. Folie max. 207 g.
Verbraucherin aus Langenhagen vom 09.08.2019

Die Grammangabe für den Käse lautet 300 g. Das tatsächliche Gewicht des Käses beträgt nur 256 g! […]
Verbraucherin aus Flensburg vom 15.12.2018

Soll-Füllmenge ist nicht gleich der Ist-Füllmenge. Auf der Packung ist eine Füllmenge von 100 g angegeben und hinter der Füllmenge ein "e" aufgedruckt. Nach dem Abziehen der Deckelfolie kam mir der Inhalt etwas wenig vor, weshalb ich den Inhalt wog. Tatsächlich sind nur 82 g enthalten.
Verbraucher aus Ammerbuch vom 17.11.2018

Das Brot wird stetig teurer und das Gewicht geringer. Statt angegeben 750 g wiegt das Brot nur noch 734 g.
Verbraucherin aus Brüggen vom 17.10.2018

Das Produkt soll nach Aufdruck 200 g enthalten, enthält allerdings nur 180 g.
Verbraucher aus Hannover vom 15.08.2018

Habe die Verpackung mit Rinderhackfleisch gewogen und zusammen waren es max. 390 g, obwohl auf der Verpackung 500 g steht. Ich habe 3 Pakete gekauft und bei allen dasselbe Problem. Es ist aufgefallen, da ich Burgerpattis machen wollte je 125 g, dabei kamen nur drei Pattis heraus = 375 g. Vor einiger Zeit, war es noch möglich 4x 125 g zu machen. Ich finde es eine Abzockmasche am Kunden.
Verbraucherin aus Hilden vom 15.12.2017

Der Speisequark mit 500 Gramm. Dieses Produkt hat nach unserer Waage 474 Gramm ermittelt. Habe auch Vergleichsmessungen mit anderen Produkten gemacht, da haben die Grammangaben gestimmt.
Verbraucher aus Oberursel vom 06.02.2014

Alle drei Brotbackmischungen 1 kg haben zwischen 6 und 10 Gramm weniger als ausgewiesene 1 kg.
Verbraucherin aus Dalberg vom 11.12.2013

Das Gewicht soll laut Verpackung 500 g betragen, gemessen habe ich aber nur inkl. Verpackung 486 g.
Verbraucher aus Berlin vom 27.09.2012

Wir kaufen diesen Käse regelmäßig, weil er gut schmeckt. Aber: Es sind immer mindestens 10 g weniger in der Verpackung als angegeben.
Verbraucherin aus Windeck vom 19.08.2011

Gemäß Verpackungsangabe beträgt der Inhalt 1100 g, aber tatsächlich wiegt er nur 1062 g inkl. Verpackung.
Verbraucher aus Köln vom 23.08.2011

Auf der Verpackung steht „200 g“, der Inhalt beträgt jedoch nur 180 g!!!
Verbraucherin aus Essen vom 12.08.2011

Die Gewichtsangabe auf der Verpackung beträgt 500 g. Bei vier von fünf gewogenen Brotpäckchen lag das tatsächliche Gewicht zwischen 460 und 476 g.
Verbraucher aus Werther vom 16.08.2011

Das ist geregelt

Nach der Fertigpackungsverordnung (FPackV) müssen Fertigpackungen in der Regel eine Füllmenge, die sogenannte Nennfüllmenge, aufweisen. Das ist die Menge eines Erzeugnisses, die die Fertigpackung enthalten soll.
Außerdem regelt die Verordnung für Fertigpackungen mit gleicher Nennfüllmenge zulässige Minusabweichungen, so dass einzelne Packungen innerhalb dieser Toleranzen weniger enthalten dürfen. So sind für einzelne Packungen (bei Einhaltung des Mittelwertprinzips) zum Zeitpunkt der Herstellung beispielsweise bei einer 150-Gramm-Packung Unterfüllungen bis zu 4,5 Prozent und bei einer 1000-Gramm-Packung Unterfüllungen bis zu 1,5 Prozent möglich.
Darüber hinaus dürfen zwei Prozent aller Packungen sogar bis zum doppelten der zulässigen Minusabweichung abweichen. Größere Abweichungen sind nicht zulässig. Diese Vorgaben gelten für den Zeitpunkt der Herstellung, anschließende Austrocknungsverluste sind daher möglich.
Beispiel: Eine Fertigpackung mit einer Nennfüllmenge von 1000 Gramm darf um bis zu 15 Gramm zu leicht sein, wenn sie durch andere „übergewichtige“ Packungen ausgeglichen wird. Zwei Prozent aller Packungen einer Charge dürfen sogar nur Gewichtswerte zwischen 985 Gramm und 970 Gramm aufweisen (30 Gramm entsprechen der doppelten zulässigen Minusabweichung von 1,5 Prozent), wenn sie ebenfalls durch Packungen mit entsprechend höherer Füllmenge ausgeglichen werden. Packungen, die weniger als 970 Gramm wiegen, dürfen somit nicht in Verkehr gebracht werden – können aber nach längerer Lagerzeit aufgrund von Feuchtigkeitsverlusten dennoch 970 Gramm unterschreiten.

Die Beschwerden zu Unterfüllungen zeigen: Für Verbraucher:innen ist es ärgerlich, wenn die angegebene Füllmenge nicht vorhanden ist, denn davon gehen sie aus. Die Situation ist zudem für Verbraucher:innen intransparent, weil bei Anwendung des Mittelwertprinzips unklar bleibt, welche Füllmenge die ihnen vorliegende Packung enthalten müsste.
Fazit: Aus Sicht von Lebensmittelklarheit sollte in jeder einzelnen Packung mindestens die genannte Füllmenge enthalten sein.

Lebensmittelklarheit hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Julia
17.04.2022 - 14:41

Ich habe bei Rewe eine 500 g Packung Speisequark der Marke "Ja!" gekauft. Heute habe ich einen Osterkuchen backen wollen, in dem genau 500 g Quark gehören. In der Packung waren aber nur 270g drin. Ich habe mich total geärgert und den fehlenden Anteil für den Kuchen mit Naturjoghurt ersetzt, aber ich sehe auch nicht ein 1 kg Quark (2 Packungen a 500g) zu kaufen, um letztlich auf 500 Gramm zu kommen. Finde es (en)täuschend.

Petra Piper
22.03.2022 - 20:31

Es ist zwar nachvollziehbar, dass sich kaum ein Verbraucher beschwert, wenn er zu viel Ware in einer Verpackung erhält. Wenn aber Verbraucher berichten, dass sie in jeder Verpackung, die sie erwerben und überprüfen (zu verschiedenen Zeiten und aus unterschiedlichen Chargen), zu wenig Ware finden, werden sie zu Recht schon etwas misstrauisch: Wo sind die Verpackungen mit zu viel Ware alle gelandet? Irgendwann müssten auch sie doch einmal Glück haben und eine solche Verpackung erwischen!?

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