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„Schafskäse“ aus Kuhmilch

© GuS - Fotolia.com

Viele Restaurants und Imbissbuden bieten Salate und griechische Gerichte mit „Schafskäse“  an. Zum Teil wird dabei aber eine preiswertere Variante aus Kuhmilch eingesetzt. Auch im Supermarkt kann statt einem erwarteten „Feta“ leicht ein Kuhmilchkäse im Einkaufswagen landen. Denn die Aufmachung der Produkte ähnelt sich sehr.

Hirten- oder Balkankäse ist kein Feta

Sie heißen Hirtenkäse, Balkankäse, Weichkäse oder Käse in Salzlake: Die preiswerten Varianten ähneln echtem Feta, werden aber in der Regel aus Kuhmilch hergestellt. Häufig haben sie einen griechisch anmutenden Namen und/oder die Verpackung zeigt eine Griechenland-Abbildung. Auch die „traditionelle Art“ wird mitunter beworben. So kann der Eindruck entstehen, dass es sich bei diesen Produkten um griechischen Schafskäse handelt.

Schaut man sich die Verpackung genauer an, so wird klar, dass so mancher Käse weder aus Schafsmilch hergestellt wurde noch aus Griechenland stammt. Es handelt sich um eine preiswerte Alternative, denn Kuhmilch ist wesentlich billiger als Schafmilch.

„Echter“ Feta stammt aus Griechenland

Wählt der Kunde dagegen den bekannten „Feta“, so sind Schafsmilch – eventuell gemischt mit Ziegenmilch – und die griechische Herkunft garantiert, denn die Bezeichnung "Feta" ist als so genannte „geschützte Ursprungsbezeichnung“ europaweit rechtlich geschützt. Der Käse wird nach einem traditionellen Verfahren auf dem griechischen Festland oder auf Lesbos hergestellt.
Zur Milchgewinnung dienen genügsame Tierrassen, die sich optimal an das Klima und die karge Vegetation angepasst haben. Das besondere Futter verleiht dem Käse den typischen Geruch und Geschmack.

Auf die Bezeichnung kommt es an

Ob es sich bei einem Salzlakenkäse um Kuhmilchkäse, Schafskäse oder einen Feta handelt, lässt sich an der Bezeichnung – nicht zu verwechseln mit dem Produktnamen – erkennen. Nennt sie bei einem Milchprodukt die Tierart nicht, so wurde Kuhmilch verarbeitet.

Dies gilt auch für Gerichte an Imbissständen oder in Restaurants. Wird der griechische Salatteller mit „Schafskäse“ oder „Feta“ angeboten, so kann der Kunde auf die angegebene Tierart bzw. Herkunft des Produktes bestehen. Hinter „Käse“, „Käse in Salzlake“ oder „Weichkäse“ verbergen sich dagegen in der Regel Kuhmilchkäse.

Voraussetzung für diese Unterscheidung ist allerdings, dass der Käse korrekt gekennzeichnet ist. Kontrollen der Lebensmittelüberwachung zeigen immer wieder, dass einige Gastronomen es mit der Kennzeichnung nicht so genau nehmen. Daran hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert.

Tierart am Produkt schlecht zu erkennen

Wegen des fast identischen Aussehens haben Verbraucher kaum eine Chance, Kuhmilchvarianten von echtem Schafskäse zu unterscheiden. Schafskäse ist zwar in der Regel weiß und weist eine bröckelige Struktur auf, während Weichkäse aus Kuhmilch eher cremefarben ist. Zerkleinert im Salat oder im Ofengericht lässt sich der Unterschied aber kaum feststellen.

 

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Salzlakenkäse aus Kuhmilch ist unproblematisch, solange Verbraucher durch die Aufmachung nicht getäuscht werden. Mit Fotos von Hirten und Urlaubsinseln und griechisch anmutenden Namen und Schriftarten wird bei so manchen heimischen Produkten eine Verbindung zu Griechenland hergestellt, die sich zumindest nah an der Grenze zur Irreführung bewegt.

Hier sollte die Lebensmittelüberwachung nicht nur auf korrekte Bezeichnungen achten, sondern auch die Aufmachung des Produktes berücksichtigen und weiterhin konsequent eingreifen, wenn Verbrauchern eine deutsche Kuh für ein griechisches Schaf vorgemacht wird.

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Letzte Änderung 
10. Dezember 2018