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Wo sich das Tier versteckt

© kraska - Fotolia.com

Ist das Produkt vegetarisch oder enthält es Zutaten vom Tier? Verbraucher wollen wissen, wie sie beim Einkauf vegetarische oder vegane Lebensmittel erkennen können.

Werden Lebensmittel nicht ausdrücklich als „vegetarisch“ oder „vegan“ beworben, so müssen Käufer grundsätzlich mit tierischen Bestandteilen rechnen. Diese sind nicht immer erkennbar.

Sind Bezeichnungen wie „tierische Fette“, „Speck“ oder „Milcheiweiß“ als Zutaten in Zutatenlisten aufgeführt, ist klar, dass es sich hierbei um Produkte vom Tier handelt.

Anders ist es jedoch bei Zusatzstoffen und Aromen. Diese können tierischen Ursprungs sein, ohne dass Käufer dies erfahren. Außerdem ist es möglich, dass tierische Bestandteile als Trägerstoffe oder Lösungsmittel von Aromen, Enzymen und Zusatzstoffen dienen oder als Verarbeitungshilfsstoffe während der Produktion eingesetzt werden.

Für Vegetarier und Veganer ist die Lebensmittelauswahl bei verarbeiteten Produkte dadurch deutlich erschwert. Hinzu kommt, dass eine Zutatenliste nur auf Lebensmitteln in Fertigpackungen verpflichtend ist. Bei loser Ware oder in Gaststätten sind Verbraucher auf die Auskünfte des Personals angewiesen.

Wer erfahren möchte, ob ein verpacktes Lebensmittel Bestandteile tierischer Herkunft enthält, muss sich im Zweifelsfall beim Lebensmittelhersteller erkundigen.

In der unten stehenden Liste sind Zusatzstoffe aufgelistet, die aus tierischen Rohstoffen stammen können.

Keine rechtliche Definition von „vegetarisch“

Die Kennzeichnung „vegetarisch“ oder „vegan“, zum Beispiel in Form verschiedener Label, soll Vegetariern die Lebensmittelauswahl erleichtern. Die Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ sind für Lebensmittel allerdings derzeit rechtlich nicht definiert. Ein Beschluss der Verbraucherschutzminister der Bundesländer von 2016 stellt aber klar, welche Anforderungen Hersteller bei solchen Auslobungen erfüllen sollten.

Demnach sind für „vegane“ Lebensmittel alle Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe tierischen Ursprungs auf sämtlichen Produktions- und Verarbeitungsstufen ausgeschlossen, einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme. Dagegen sind für „vegetarische Lebensmittel“ Erzeugnisse von lebenden Tieren, im Wesentlichen Milch, Eier und Honig, erlaubt.

Diese Definition beschränkt sich jedoch auf verwendete Zutaten. Unbeabsichtigte Einträge tierischer Bestandteile stehen einer „Vegetarisch“-Kennzeichnung nicht entgegen, wenn sie unvermeidbar sind. Viele Hersteller drucken daher einen Spurenhinweis aufs Etikett, wenn sie unbeabsichtigte Spuren von tierischen Allergenen wie Fisch, Eiern oder Milch nicht ausschließen können. Diese Kennzeichnung ist auch auf vegetarischen und veganen Lebensmitteln zu finden.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Verbraucher können anhand der Zutatenliste nicht zuverlässig erkennen, ob ein Lebensmittel tierische Bestandteile enthält.

Der Beschluss der Verbraucherschutzminister trägt zu einer einheitlichen Beurteilung von Lebensmitteln bei, die freiwillig als „vegetarisch“ oder „vegan“ gekennzeichnet sind. Nach wie vor fehlen aber EU-weit einheitliche, rechtsverbindliche Definitionen, wie sie in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung vorgesehen sind.

Der Widerspruch, dass häufig trotz veganer und vegetarischer Auslobung gleichzeitig Hinweise auf Spuren tierischer Bestandteile aufgedruckt sind, lässt sich aus unserer Sicht derzeit nicht auflösen. Grundsätzlich fordern die Verbraucherzentralen eine rechtliche Regelung zur Kennzeichnung von Allergenspuren, damit Hinweise einheitlich und für Verbraucher verlässlich sind.

 

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Letzte Änderung 
20. Dezember 2018