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Süße Zusatzstoffe: Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe

Süßstoff-Tabletten
Süßstoff-Tabletten © Dron - Fotolia.com

Zucker, Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe, süßende Zutaten, Zuckerarten – bei der Vielfalt an Bezeichnungen für Süßmacher in verarbeiteten Lebensmitteln kann man leicht den Überblick verlieren.

Neben den verschiedenen Ein- und Zweifachzuckern wie Saccharose (Haushaltszucker), Fruktose (Fruchtzucker) oder Glukose (Traubenzucker) kommen häufig noch so genannte Süßungsmittel zum Einsatz. Hier unterscheidet man zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen.

Süßstoffe

Süßstoffe haben eine Süßkraft, die 30- bis 3.000fach höher als die von Zucker ist. Dabei enthalten Süßstoffe in der geringen verwendeten Menge minimal oder gar keine Kalorien. Sie werden vor allem in brennwertreduzierten Lebensmitteln, zum in Beispiel Light-Erfrischungsgetränken, sowie als Tafelsüße eingesetzt – also beispielsweise in Form von Tabletten zum Süßen von Speisen oder Getränken.

In der EU sind elf Süßstoffe als Zusatzstoff zugelassen:

  • Acesulfam K (E 950)
  • Aspartam (E 951)
  • Cyclamat (E 952)
  • Saccharin (E 954)
  • Sucralose (E955)
  • Thaumatin (E957)
  • Neohesperidin (E 959)
  • Steviolglycoside (E960)
  • Neotam (E961)
  • Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962)
  • Advantam (E 969

Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe gehören ebenfalls zu den Süßungsmitteln. Die so genannten Zuckeralkohole werden insulinunabhängig im Stoffwechsel verwertet. Daher wurden sie früher in Diabetiker-Lebensmitteln eingesetzt. Ihr Energiegehalt wird mit 2,4 Kilokalorien pro Gramm angesetzt. Damit sind sie deutlich kalorienärmer als Zucker. Erythrit ist kalorienfrei. Da sie nicht kariesfördernd wirken, findet man sie insbesondere in „zuckerfreien“ Bonbons und „zahnschonenden“ Süßigkeiten. Immer öfter werden sie auch bei der Herstellung von süßen Getränken und Fertigprodukten eingesetzt. Größere Mengen Zuckeralkohole können abführend wirken, also Durchfall hervorrufen.

In der EU sind acht Zuckeraustauschstoffe zugelassen:

  • Sorbit (E 420)
  • Mannit (E 421)
  • Isomalt (E 953)
  • Maltit (E 965)
  • Lactit (E 966)
  • Xylit (E967)
  • Erythrit (E 968)
  • Polyglycitolsirup (E 964)

Kennzeichnung

Seit Dezember 2014 gilt die Lebensmittelinformationsverordnung. Seitdem werden Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe unter dem Begriff „Süßungsmittel“ zusammengefasst.

Für Süßungsmittel in Lebensmitteln gilt eine Reihe spezieller Kennzeichnungsvorschriften:

  1. Lebensmittel, die einen der oben genannten Zusatzstoffe enthalten, müssen den Hinweis „mit Süßungsmittel(n)“ tragen. Sind in dem Lebensmittel sowohl Zucker als auch die oben aufgeführten Süßungsmittel enthalten, muss auf dem Etikett stehen: „mit Zucker(n) und Süßungsmittel(n)“.
  2. Zusätzlich muss die Zutatenliste  wie bei allen Zusatzstoffen jeweils die Klassenbezeichnung – in diesem Fall „Süßungsmittel – und die Substanz oder die E-Nummer des Zusatzstoffs nennen, also beispielsweise „Süßungsmittel Aspartam“.  
  3. Bei den Zuckeraustauschstoffen muss der Warnhinweis "Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" auf der Verpackung erscheinen, wenn ihr Anteil über 10 Prozent am Gesamtprodukt beträgt.
  4. Eine besondere Kennzeichnung ist auch für Aspartam und Aspartam-Acesulfam-Salz verpflichtend. Wurde eines der beiden Süßungsmittel zugesetzt, muss der Hersteller darauf hinweisen, dass das Lebensmittel eine Phenylalaninquelle enthält. Dieser Hinweis ist für Menschen mit der seltenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie wichtig. 
Bei lose verkauften Lebensmitteln muss das einzelne Süßungsmittel nicht explizit genannt werden. Es genügt derzeit die Angabe „mit Süßungsmittel(n)“ auf einem Schild und gegebenenfalls die Hinweise auf die abführende Wirkung oder die Phenylalaninquelle.

Nährwertkennzeichnung

Nährwerttabelle

Seit Dezember 2014 müssen verpackte Lebensmittel eine Nährwertkennzeichnung tragen. Darin werden unter anderem Kohlenhydrate und Zucker ausgewiesen. Süßstoffe tragen praktisch nicht zum Nährwert bei. Zuckeraustauschstoffe zählen dagegen zu den Kohlenhydraten, aber nicht zum Zucker.

Die Nährwerttabelle eines zuckerfreien Bonbons, das mit Zuckeraustauschstoffen gesüßt ist, kann somit über 90 Prozent Kohlenhydrate enthalten, aber nur minimale Mengen oder gar keinen Zucker. Diese Werte können irritieren. Hersteller weisen deshalb zusätzlich auch die „mehrwertigen Alkohole“ aus. Diese wichtige Information ist aber nicht verpflichtend.

 

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Letzte Änderung 
24. Januar 2017

Kommentare

Wo sind die Autoren Angegeben

Hoffentlich nicht von Wikipediad kopiert!!!!!!


Unsere Beiträge sind grundsätzlich keinen einzelnen Autoren zuzuordnen. Sie werden vom Redaktionsteam Lebensmittelklarheit verfasst, das aus Fachpersonen im Bereich Lebensmittelkennzeichnung sowie Juristen besteht.


Man liest immer, dass man Xylit nicht mit Getränken mischen soll. Aber ich finde nicht das Warum? Warum darf man es nicht mit Getränken mischen???

Gruß
Jörg


Schauen Sie zu diesem Thema gerne unserem Beitrag speziell zu Xylit an: http://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/birkenzucker-nichts-anderes-als-der-zusatzstoff-xylit

Hier die für Ihre Frage relevante Passage aus dem Kommentarbereich:

"Die Angabe ist in der Tat irritierend. Xylit ist nach der EU-Zusatzstoffverordnung für Tafelsüßen und auch für verschiedene Getränke zugelassen. Da Xylit – wie andere Zuckeraustauschstoffe auch – in größerer Menge zu Verdauungsstörungen wie Blähungen und Durchfall führen kann, muss auf der Tafelsüße der Hinweis stehen: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken”. Zudem fordert die Verordnung: 'Die Hersteller von Tafelsüßen stellen auf angemessene Weise Informationen bereit, die deren sichere Verwendung durch die Verbraucher ermöglichen.'

Wir vermuten, dass es sich um solch einen Hinweis handelt. Da Getränke in der Regel in größerer Menge konsumiert werden als feste Lebensmittel, kann es schneller zu unangenehmen Verdauungsstörungen kommen.

Aus unserer Sicht sollten Hinweise aber unbedingt klar und verständlich formuliert werden."

 


Leider steht auf der Streusüsse von XXX [Name des Unternehmens entfernt] kein Hinweis auf die abführende Wirkung


Guten Tag, wie verhält es sich mit der abführenden Wirkung bei Stevia?
Danke für Ihre Antwort
Gruß Andreas


Süßstoffe haben keine abführende Wirkung, auch Stevia nicht.

Durchfall kann bei Zuckeraustauschstoffen auftreten, wenn man sie in größerer Menge verzehrt.


Sehr gute Orientierung und Zusammenfassung der rechtlichen Texte... perfekt wenn man anschließend selbst weiter recherchieren musst, auch fachlich alles gut :)