Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

„Hergestellt für …“, Beispiel Energy Drink

 

Wenig verbraucherfreundlich: Die Angabe von Herkunftsland und Hersteller ist gesetzlich oftmals nicht erforderlich

Verbraucherbeschwerde 

Ich habe mehrere Produkte der Hausmarke „*“ gekauft. Ich fühle mich sehr verärgert und sehr getäuscht, da auf der Verpackung nur der Hinweis aufgedruckt ist „hergestellt für *" Es sind keinerlei Herkunftsangaben bei Produkten angegeben, wenn diese außerhalb der EU hergestellt bzw. produziert werden.
Verbraucher aus München vom 15.11.2018

Die Herkunft des Produkts ist nicht festzustellen. Es steht nur die * GmbH & Co. KG auf der Packung.
Verbraucher aus Berlin vom 20.02.2014

Habe beim Bezahlen des Produktes den Angestellten befragt ob die * ein deutsches Produkt wäre? Antwort, dass wüsste er nicht aber man könnte das ja im Internet nachschauen. Wie ich später feststellt kommt das * Produkt tatsächlich aus Thailand. Es ist erstaunlich, dass aus Asien Entenprodukte überhaupt eingeführt werden darf, da ja dort in einem riesen Ausmaß die Vogelgrippe herrscht. Die Verschleierung der Herkunft und damit die Täuschung des Verbrauchers hat also schon seinen Sinn! Nach meiner Information könnte * in Deutschland genügend Entenfleisch kaufen, aber es ist natürlich etwas teurer und so kann man durch Verbrauchertäuschung mehr Geld verdienen
Verbraucher aus Olching vom 19.06.2013

Auf dem von mir gekauften Energy Drink steht „Produziert in der EU für xy-Import GmbH“. Wer ist denn nun der Hersteller in der EU von diesem Energy Drink? und wo genau in der EU wird das Getränk produziert?
Verbraucher aus Königs Wusterhausen vom 25.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) müssen auf verpackten Lebensmitteln Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers stehen, der das Lebensmittel vermarktet. Das kann der Hersteller sein, aber auch beispielsweise der Verpacker oder Händler. Verbraucher interessieren sich meist für den Hersteller. Daher wäre es verbraucherfreundlich, wenn die Kennzeichnung nicht nur einen Verantwortlichen nennt, sondern zusätzlich auch den Hersteller des Produktes.

Darum geht's:

Häufig finden Verbraucher auf Verpackungen von Produkten nur die Angabe „hergestellt für ...“, „produziert für …“ oder „produziert in der EU für …“. Den Hersteller und Herstellungsort des Produktes erfahren sie nicht. Eine solche Kennzeichnung findet man vor allem bei den Eigenmarken des Lebensmitteleinzelhandels. Genannt wird unter „hergestellt für“ nur die Anschrift des Handelsunternehmens.

Das ist geregelt:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist der Lebensmittelunternehmer, unter dessen Namen oder Firma das Lebensmittel vermarktet wird, für das Lebensmittel verantwortlich. Wenn dieser Unternehmer nicht in der Union sitzt, gilt der Importeur, der das Lebensmittel in die Union einführt, als verantwortlich. Name und Anschrift des verantwortlichen Unternehmers sind Pflichtkennzeichnungen auf verpackten Lebensmitteln.

So sieht´s die Verbraucherzentrale:

Viele Verbraucher wollen den Hersteller von Lebensmitteln wissen, nicht irgendeine verantwortliche Firma. Dies ist bei der alleinigen Angabe „hergestellt für …“ nicht möglich. Oft ist noch nicht einmal erkennbar, ob der Hersteller oder eine andere Firma hinter der angegebenen Adresse steht.

Fazit:

Um den Verbrauchererwartungen besser zu entsprechen, ist nach Ansicht der Verbraucherzentrale eine gesetzliche Änderung sinnvoll. Zusätzlich zur Angabe des verantwortlichen Unternehmens sollte die Angabe des Herstellers auf Lebensmitteln verbindlich sein.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
29. November 2018