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Allergenkennzeichnung wie „Weizen (Dinkel)“ oder „Dinkelweizen“ bei Lebensmitteln mit Dinkel

 

Allergenkennzeichnung ist für Verbraucher unverständlich.

Verbraucherbeschwerde 

Es wird mit Bio Dinkel Gnocchi geworben. Auf der Zutatenliste findet sich als Angabe Dinkelweizenmehl. Was jetzt? Dinkel oder Weizen? Ich bin Weizeneiweiß-Allergikerin.
Lebensmittelüberwachung des Landratsamts […] hat Proben genommen, die das chem. Landesuntersuchungsamt auf ihre wirkliche Zusammensetzung prüft. Hier liegt laut deren Einschätzung ein Deklarationsfehler vor. Eine Stellungnahme des Herstellers liegt ebenfalls vor. Hier wird auf die biologische Verwandtschaft von Dinkel und Weizen verwiesen und der allergieauslösende Weizen als Kennzeichnungspflicht verwiesen.
Verbraucherin aus Remseck vom 25.02.2019

Aufgrund unserer Weizenunverträglichkeit sind wir darauf angewiesen, dass Produkte klar ausgezeichnet werden. Bisher war der Nudelhersteller für uns eine gute Wahl. Nun verwendet die Firma anscheinend neuerdings aber doch eine Dinkel-Weizen-Mischung, zeichnet es aber nur auf der Rückseite der Packung aus. Auf der Vorderseite wird nach wie vor nur „Bio Dinkel“ deklariert.
Verbraucherin aus Renningen vom 23.06.2018

 

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Dinkel gehört botanisch zum Weizen und stellt eine allergene Zutat dar. Für Produkte mit Dinkel ist deshalb bei der Allergenkennzeichnung eine „genaue Bezugnahme“ auf die Getreideart „Weizen“ vorgeschrieben. Werden Produkte mit „Dinkel“ ausgelobt, scheint für Verbraucher das Zutatenverzeichnis jedoch widersprüchlich, wenn dort „Dinkelweizen“ oder „Weizen (Dinkel)“ steht. Sie können in diesem Fall eine Mischung aus Dinkel und Weizen oder einer Fehler vermuten.
Um Irritationen bei Verbrauchern zu vermeiden, sollte die Allergenkennzeichnung „Dinkel“ nennen.

Darum geht’s:

Die Allergenkennzeichnung auf der Rückseite der Verpackung der Dinkel-Nudeln lautet „Dinkel-Weizenmehl“.
Dinkel ist eine Unterart des Weizens. Verbraucher, die gezielt „weizenfreie“ Produkte kaufen wollen, können eine Angabe wie „Dinkel-Weizen“ jedoch bei dieser Zutatenbezeichnung als eine Vermischung verschiedener Mehle interpretieren. Das Produkt wird mit dieser Einschätzung dann nicht mehr als „weizenfrei“ bewertet.

Das ist geregelt:

Zur Pflichtkennzeichnung nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) gehört eine Information über Allergene. So müssen unter anderen glutenhaltige Getreide namentlich im Zutatenverzeichnis aufgeführt und hervorgehoben werden, zum Beispiel „Weizen“. Die Verordnung regelt, welche Getreidearten explizit zu nennen sind. Dinkel ist dort nicht aufgeführt.

Wie die Allergeninformation für Dinkel erfolgen soll, erklärt die EU-Kommission in einer Bekanntmachung. Die Allergeninformation soll für den mit Dinkel verwandten Weizen erfolgen, Dinkel darf lediglich zusätzlich genannt werden, beispielsweise „Weizen“, „Weizen (Dinkel)“ oderDinkelweizen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Wird auf der Schauseite ein Produkt mit „Dinkel“ ausgelobt, erwarten Verbraucher diesen namentlich in der Zutatenliste. Die Angaben „Weizen“, „Dinkelweizen“ und „Weizen (Dinkel)“ stellen aus ihrer Sicht vermutlich ein Widerspruch dar. Diese Begriffe können vor allem Personen verunsichern, die Weizen vermeiden wollen. Aus unserer Sicht sollte „Dinkel“ als Allergen unabhängig von Weizen genannt werden.

Fazit:

Um Irritationen bei Verbrauchern zu vermeiden, sollte die Allergenkennzeichnung „Dinkel“ nennen.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

 

Stand 
15. August 2019