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Eierkennzeichnung – viele Infos auf und in der Verpackung

Eier mit Stempelcode
Eier mit Stempelcode © Fotolia.com

Wie Eier kennzeichnet sein müssen, ist EU-weit verbindlich geregelt. Informationen finden sich auf der Verpackung und im Stempelcode auf dem Ei.

Angaben auf der Verpackung

Auf der Verpackung sind Angaben zu Anzahl der Eier, Güteklasse, Gewichtsklasse, Mindesthaltbarkeitsdatum und die Packstellennummer sowie der Verbraucherhinweis „Bei Kühlschranktemperatur aufbewahren – nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durch erhitzen“ vorgeschrieben.

Die Packstellennummer verrät allerdings nicht, woher die Eier stammen, sondern nur, wo sie verpackt wurden. Sie dient den Kontrollbehörden zur Rückverfolgbarkeit der Eier. Wer wissen will, in welchem Land die Eier produziert wurden, muss sich den Stempelcode auf dem Ei anschauen.

Im Handel erhalten Sie nur Eier der Klasse A. Sie steht für "frisch": Diese Eier dürfen weder gewaschen noch anderweitig gereinigt, nicht haltbar gemacht oder stark gekühlt (unter 5°C) worden sein.

Eier der Klasse B oder sind nur für die Weiterverarbeitung in der Nahrungsmittelindustrie bestimmt.

Frische Eier gibt es in vier verschiedenen Gewichtsklassen:

  • „XL“ oder „sehr groß“ (mehr als 73g)
  • „L“ oder „große“ (zwischen 63 und 73g)
  • „M“ oder „mittel“ (zwischen 53 und 63g)
  • „S“ oder „klein“ (weniger als 53g)

Auf der Verpackung finden Sie außerdem eine Angabe der Haltungsform: Freilandhaltung, Bodenhaltung oder Käfighaltung. Auch Eier aus ökologischer Landwirtschaft sind als solche gekennzeichnet.

Eier Stempel

Was der Stempelcode bedeutet

Auf der Eierschale selbst findet sich ein Stempelcode. Daraus lassen sich die Herkunft der Ware und die Haltungsform ablesen.

Der Erzeugercode besteht aus drei Teilen und hat folgenden Aufbau:

1. Haltungsform

  • 0 = Ökologische Erzeugung
  • 1 = Freilandhaltung
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Käfighaltung=ausgestalteter Käfig

Seit 2012 ist die konventionelle Käfighaltung in „Legebatterien“ in der EU verboten. Derzeit wird die Haltungsform 3 in der entsprechenden EU-Verordnung weiterhin als „Käfighaltung“ (ausgestalteter Käfig) bezeichnet. In Deutschland ist diese Haltungsform nur noch als Kleingruppenhaltung erlaubt. Insgesamt sind die Vorgaben für die Haltungsform 3 (Käfighaltung) etwas strenger geworden. Die Haltungsform 3 wird im Jahr 2025 auslaufen.

2. Herkunftsland

Zwei Buchstaben für den EU - Mitgliedstaat, in dem das Ei produziert wurde, zum Beispiel:

  • AT = Österreich
  • BE = Belgien
  • DE = Deutschland
  • NL = Niederlande

3. Erzeugerbetrieb

Jeder EU-Mitgliedstaat hat ein System eingerichtet, mit dem Erzeugerbetrieben eine individuelle Nummer zugewiesen wird. Es können weitere Stellen angefügt werden, um einzelne Bestände/Ställe zu identifizieren.

Beispiel eines deutschen Erzeugercodes: 1-DE-0212341

  • 1 = Haltungsform: Freilandhaltung
  • DE = Herkunft: Deutschland
  • 0212341 = Betriebsnummer, wobei die beiden ersten Stellen das Bundesland, die dritte bis sechste Stelle den Betrieb und die siebte Stelle den jeweiligen Stall identifizieren.

Die Bundesländer haben folgende Kennung:

  • 01 = Schleswig-Holstein
  • 02 = Hamburg
  • 03 = Niedersachsen
  • 04 = Bremen
  • 05 = Nordrhein-Westfalen
  • 06 = Hessen
  • 07 = Rheinland-Pfalz
  • 08 = Baden-Württemberg
  • 09 = Bayern
  • 10 = Saarland
  • 11 = Berlin
  • 12 = Brandenburg
  • 13 = Mecklenburg-Vorpommern
  • 14 = Sachsen
  • 15 = Sachsen-Anhalt
  • 16 = Thüringen

Eine offizielle Datenbank für die Entschlüsselung der Betriebsnummer gibt es nicht.

Nur Erzeugerbetriebe, die dem freiwilligen KAT-System angeschlossen sind, lassen sich ermitteln. „KAT“ steht für Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. Als Haltungsformen sind bei KAT Boden-, Freiland und Bio-Haltung zugelassen. Auf der Website Was-steht-auf-dem-Ei.de ergibt sich anhand des Stempelcodes der KAT-Legebetrieb.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Die Packstellennummer auf der Eierverpackung kann leicht mit einer Herkunftsangabe verwechselt werden, das zeigen unter anderem Verbraucheranfragen bei Lebensmittelklarheit. Aus unserer Sicht sollte das Herkunftsland nicht nur auf dem Ei, sondern auch auf der Verpackung stehen. Die Vermarktungsnormen für Eier sollten entsprechend verändert werden, um eine Verbrauchertäuschung auszuschließen.

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Letzte Änderung 
28. September 2018