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Erdbär Freche Freunde Knusperschnitte Banane & Kürbis

 

Anbieter wirbt „Mit Obst und Gemüse“ für die „Knusperschnitte Banane & Kürbis“, die weniger als ein Prozent Kürbis enthält. Eine Änderung ist angekündigt.

Verbraucherbeschwerde 

Das Produkt nennt sich "Knusperschnitte Banane & Kürbis" und wirbt auf der Verpackung deutlich sichtbar damit Obst und Gemüse zu enthalten. Der tatsächliche Anteil des Kürbis, also des Gemüseanteils des Produktes, liegt aber bei 0,5 %. Der Kürbis ist aber sehr prominent auf der Verpackung abgebildet. In Wahrheit besteht das Produkt aus Reismehl, Maismehl und Buchweizenmehl.
Verbraucherin aus Viersen vom 21.03.2021

Einschätzung der Verbraucherzentrale
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Die Werbung „Mit Obst und Gemüse“ sowie die prominente Abbildung von Banane und Kürbis vermitteln ein für Kleinkinder geeignetes Lebensmittel. Tatsächlich besteht das Produkt im Wesentlichen aus gepufftem Mehl und weniger als sieben Prozent Obst und Gemüse, darunter weniger als ein Prozent vom Kürbis.
Der Hersteller sollte auf die übertriebene Werbung mit Obst und Gemüse verzichten, da es sich um ein Getreideprodukt handelt.

Darum geht’s:

Der Anbieter wirbt mit den Hinweis „Mit Obst und Gemüse“ sowie den Abbildungen von Banane und Kürbis für ein „Freche Freunde“ Kinderlebensmittel. Die Bezeichnung der „Knusperschnitte Banane & Kürbis“ lautet „Bio-Getreideschnitte mit Bananen- & Kürbispulver.
Der Anteil für Banane beträgt sechs Prozent und für Kürbis liegt er bei 0,5 Prozent.
Auf der Verpackung stehen außerdem weitere Aussagen wie:

  • Geeignet ab 8 Monaten
  • Ideal beim Zahnen
  • Wir sind Deine Frechen Freunde und wollen Dir helfen Obst & Gemüse ganz einfach in den Alltag zu integrieren.
  • Wir möchten Dir helfen eine frühe Freundschaft mit Obst und Gemüse aufzubauen
  • Wir sind leicht zu kauen und für kleine Zähnchen geeignet

Insgesamt handelt es sich um ein Produkt aus gepufftem Bio-Getreide mit weniger als sieben Prozent für Obst und Gemüse in Form von Pulver.

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).
Nach der Health-Claims-Verordnung dürfen gesundheitsbezogene Angaben nicht falsch, mehrdeutig oder irreführend sein. Gesundheitsbezogene Angaben müssen zugelassen sein und in der Gemeinschaftsliste zugelassener Claims stehen. Gesundheitsbezogene Angaben in Bezug auf die Entwicklung und Gesundheit von Kindern benötigen ebenfalls eine Zulassung. Hinsichtlich der „Zahngesundheit“ bei Kindern gibt es keine Zulassung.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Werbung für Obst und Gemüse auf einem Kinderlebensmittel passt nicht, wenn das Produkt im Wesentlichen aus gepufftem Getreide besteht. Die vergleichsweise geringe und pulverisierte Menge von weniger als sieben Prozent Banane und Kürbis ist aus unserer Sicht nicht geeignet „eine frühe Freundschaft mit Obst und Gemüse aufzubauen“.
Zusätzlich ist Lebensmittelklarheit die Angabe „Ideal beim Zahnen“ aufgefallen. Diese Angabe vermittelt den Eindruck, dass das Erzeugnis Kindern beim Durchbruch der Zähne helfen kann. Eine solche gesundheitsbezogene Angabe ist jedoch nicht zugelassen.

Fazit:

Der Hersteller sollte auf die übertriebene Werbung mit Obst und Gemüse verzichten, da es sich um ein Getreideprodukt handelt.

Stellungnahme der Erdbär GmbH, Berlin

Kurzfassung, erstellt durch die Verbraucherzentrale:

Der Hinweis ‘Mit Obst & Gemüse’ auf der Front der Verpackung stellt eine Kategoriezuordnung dar. Damit soll den Endverbraucher*innen ein besserer Überblick über die Vielzahl der Produkte möglich sein. Es wird unterschieden zwischen Produkten, die nur Obst bzw. Gemüse enthalten und Produkten, wie die Knusper-Schnitte, in welchen sowohl Obst als auch Gemüse enthalten ist.
Die Bezeichnung der Kategorie wird im Zuge eines ReDesigns nicht mehr verwendet.

Stellungnahme Downloads 
Status 

Die Werbung „Mit Obst & Gemüse“ soll im Rahmen einer Verpackungsänderung nicht mehr verwendet werden. Fotos einer geänderten Verpackung liegen der Verbraucherzentrale bisher nicht vor.

Stand 
14. Juli 2021