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Ostereier: Schön bunt – aber auch unbedenklich?

© Pusteflower9024 - fotolia.com

Zu Ostern wird es bunt: Hartgekochte Eier präsentieren sich knallbunt und zum Teil auch glitzernd oder gemustert. Egal, ob die Ostereier selbstgefärbt oder gekauft werden – es ist eine Menge Farbe im Einsatz.

Solange sich diese Farben wie gewünscht nur auf der Schalenoberfläche befinden, ist der Verzehr der Eier völlig unbedenklich. Nicht selten sorgen aber feine Risse oder Beschädigungen der Eierschale dafür, dass sich auch das Eiweiß unappetitlich verfärbt. Dann stellt sich die Frage, ob man jede bunte Farbe tatsächlich mitessen möchte. Auch aus Umweltgesichtspunkten entscheiden sich manche Käufer lieber für „Naturfarben“ 

Hinweis auf Eierfarben "Aus reinen Lebensmittelfarbstoffen"

„Echte Lebensmittelfarben“ – eine Selbstverständlichkeit

Bei den Farben auf den bunten Eiern muss es sich um zugelassene Lebensmittelfarbstoffe handeln, alle anderen Farben sind verboten. Manche Hersteller von Eierfarben werben damit, dass sie nur „echte Lebensmittelfarben“ verwenden. Das ist aber eine Selbstverständlichkeit und keine Garantie für besonders natürliche Farbstoffe. Die gesamte Palette an Lebensmittelfarbstoffen ist für Eierschalen erlaubt. Darunter gibt es sowohl aus Pflanzen stammende als auch synthetisch hergestellte Farben.

Zudem sind als Überzugsmittel Schellack, Talkum und Carnaubawachs zugelassen. Die Verbraucherzentralen bewerten diese Zusatzstoffe als unbedenklich.

Der Begriff „Naturfarben“ ist nicht geschützt

Werbebegriffe wie „Naturfarben“ und „Pflanzenfarben“ sind lebensmittelrechtlich nicht definiert. Hinter solchen Bezeichnungen verbergen sich meist Farben, die aus Pflanzen gewonnen werden, zum Beispiel Kurkumin aus dem Gewürz Kurkuma. Es können aber auch beispielsweise Carotine damit gemeint sein. Sie kommen von Natur aus in Obst und Gemüse wie Karotten vor, können aber auch gentechnisch hergestellt werden – die Herstellungsweise ist also nicht immer „natürlich“.

Die Verbraucherzentralen bewerten die folgenden Farbstoffe als unbedenklich:

 

 

 

E 101

Riboflavin, Vitamin B2

Gelber Farbstoff

E140

Chlorophylle und Chlorphylline

Grüne Farbstoffe

E 141

Kupferhaltige Komplexe der Chlorophylle und Chlorophylline

Grüne Farbstoffe

E150A

Einfaches Zuckerkulör, Zuckerkulör

Brauner Farbstoff

E150B

Sulfitlaugen-Zuckerkulör, Zuckerkulör

Brauner Farbstoff

E153

Pflanzenkohle

Stoff aus Pflanzenasche

E160B

Annatto, Bixinj, Norbixin, Carotinoid

Orange Farbstoffe

E160C

Paprikaextrakt, Capsanthin, Capsorubin, Carotinoid

Orangeroter Farbstoff

E160D

Lycopin, Carotinoid

Roter Farbstoff

E161B

Lutein, Xanthophyll

Orangener Farbstoff

E162

Beetenrot, Betanin

Roter Farbstoff

E163

Anthocyane

Hellrosa bis dunkelblaue Farbstoffe

Eier mit Azofarbstoffen ohne Warnhinweis

 

Manche Farbstoffe werden besonders kritisch bewertet, weil sie in Verdacht stehen, die Aufmerksamkeit von Kindern zu beeinträchtigen. Wenn ein Hersteller einen oder mehrere dieser Farbstoffe in seinem Lebensmittel verwendet, muss er die Käufer mit einem Warnhinweis darüber informieren: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“

Auf Eierfarben und damit gefärbten Eiern darf dieser Hinweis aber fehlen. Deshalb können Sie sich nicht daran orientieren, sondern müssen die kritischen Farbstoffe kennen:

  • Tartrazin (E 102),
  • Gelborange (E110),
  • Azorubin (E 122),
  • Cochenillerot (E 124a),
  • Allurarot (E129)
  • sowie der Farbstoff Chinolingelb (E 104).
Zutatenliste gefärbte Eier

Kennzeichnungsregelungen

Bei verpackten Lebensmitteln erfahren Sie grundsätzlich mehr Details als bei loser Ware. Auf der Verpackung von bunt gefärbten Eiern finden Sie ein Zutatenverzeichnis, in dem die einzelnen Farbstoffe aufgeführt sind. Leider sind statt der Substanzen oft die E-Nummern genannt. In einer E-Nummernliste zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale Hessen können Sie in diesem Fall erfahren, welcher Farbstoffe hinter den einzelnen E-Nummern stecken.

Anders sieht es bei lose verkauften bunten Eiern aus. Hier ist nur der Hinweis „mit Farbstoff“ erforderlich – das können Sie auch selbst sehen. Die Art der Farbstoffe bleibt dann leider im Unklaren.

Ostereier selbst färben

Wer Ostereier selbst färbt, hat es selbst in der Hand, welche Farben er verwendet. Eierfarben zum Selbstfärben müssen ebenfalls eine Zutatenliste tragen, in der die enthaltenen Farbstoffe aufgeführt sind.

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg e.V.: Was bedeuten die E-Nummern? Lebensmittel-Zusatzstoffliste.

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Letzte Änderung 
6. April 2020

Kommentare

Liebes Team von lebensmittelklahrheit.de,

im Text schreiben Sie "[...] Sie kommen von Natur aus in Obst und Gemüse wie Karotten vor, können aber auch gentechnisch hergestellt werden – die Herstellungsweise ist also nicht immer „natürlich“. [...]".
Wie definieren Sie hier "gentechnisch hergestell"? Ich finde diese Formulierung sehr irreführend, denn für Menschen mit halbwissen klingt das fast so, als wären manche Farben mit Hilfe von GVO hergestellt - ich gehe jedoch davon aus, dass dies hier im Text nicht so gemeint ist. Sie wollen wahrscheinlich damit ausdrücken, dass manche Faren bspw. im Labor mittels verschiedener Verfahren hergestellt werden, oder?
Ich bitte darum, entweder Ihre Aussage zu konkretisieren oder diese umzuformulieren, um Missverständnisse zu vermeiden.
Vielen Dank!


Viele Zusatzstoffe werden mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt, wobei auch gentechnisch veränderte Organismen zum Einsatz kommen. Das trifft auch beispielsweise auf Betacarotin und Annatto zu, die als Ostereierfarben verwendet werden dürfen. 

Eine Kennzeichnungspflicht besteht in diesem Fall nicht. Mehr dazu erfahren Sie unter folgendem Link:

https://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/gentechnik-lebensmitteln