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Naturland-Richtlinien für Wildfisch und die ökologische Aquakultur

Der Öko-Verband „Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.“ hat für Wildfisch und für Fisch aus ökologischer Aquakultur zwei unterschiedliche Siegel entwickelt. Die Vorgaben für Fisch aus ökologischer Aquakultur gehen teilweise über die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung hinaus. Den Richtlinien für nachhaltige Fischerei liegen sowohl soziale als auch ökologische und ökonomische Kriterien zu Grunde.

Die Naturland-Richtlinien für die Aquakultur sind beispielsweise in den folgenden Bereichen strenger als die Vorschriften der EU-Öko-Verordnung:

  • geringere Besatzdichten für einige Fischarten und Garnelen
  • Strengere Vorgaben zur Standortwahl
  • Höchstdauer und Mengenbegrenzung für den Transport von Fischen
  • Einhaltung von Sozialrichtlinien (angemessene Arbeits- und Lebensbedingungen)

Naturland kritisiert zudem einige Bestimmungen der EU-Öko-Verordnung als unrealistisch und hat sie in ihre eigenen Richtlinien nicht übernommen. Dazu zählt beispielsweise die Vorgabe, dass seit Anfang 2017 nur noch Jungtiere aus ökologisch zertifizierter Nachzucht verwendet werden dürfen. Diese seien auf dem Markt schlichtweg nicht in ausreichender Menge vorhanden. Die EU-Öko-Verordnung wird derzeit überprüft und gegebenenfalls in einigen Punkten überarbeitet.  

Die Richtlinien für Nachhaltige Fischerei verbieten zum Beispiel den Einsatz von Grundschleppnetzen auf strukturreichen Meeresböden oder Praktiken, die zur Beschädigung von Korallenriffen führen. Neben solchen allgemeingültigen Regelungen gelten für jedes Naturland-zertifizierte Fischereiprojekt spezifische Vorschriften, beispielsweise für Fanggeräte, Fisch-Mindestgrößen oder Sicherheitsmaßnahmen für die Fischer.

Bevor ein Fischereiprojekt zertifiziert wird, muss der Inspektionsbericht veröffentlicht werden, um interessierten Organisationen, Experten oder Privatpersonen die Möglichkeit zu geben, diesen zu kommentieren kritisch zu hinterfragen.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Grundsätzlich ist das Naturland-Wildfisch-Siegel positiv einzuschätzen. Allerdings sind bislang nur wenige Fischereiprojekte zertifiziert, darunter eines für Viktoriabarsch in Tansania sowie Projekte für mehrere Fischarten in der Nordsee. Da die Verfügbarkeit von „Naturland-Wildfisch“ im Handel noch gering ist, bietet es derzeit nur wenigen Verbrauchern eine Alternative zu „konventionellem Fisch“.

Das Naturland-Siegel bietet gegenüber dem EU-Öko-Siegel den Vorteil, dass auch Standards für soziale Kriterien festgelegt sind. Verbraucher, die Wert auf faire Arbeitsbedingungen in den Erzeugerbetrieben legen, finden hier Orientierung.

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Letzte Änderung 
25. Oktober 2018