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MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei

MSC Logo
© Marine Stewardship Council

MSC ist die Abkürzung für Marine Stewardship Council. Der MSC ist eine internationale, gemeinnützige Einrichtung, die 1997 von der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) und dem Lebensmittelkonzern Unilever gegründet wurde. Angesichts der dramatischen Überfischung vieler Fischbestände wurden Standards für eine nachhaltige Fischerei entwickelt. Inzwischen ist der MSC eine unabhängige Organisation.

Im Jahr 2016 waren  weltweit 290 Fischereien aus 36 Ländern zertifiziert. Damit sind rund zwölf Prozent der weltweiten Fangmenge nach dem MSC-Standard zertifiziert. Weltweit sind mehr als 24.000 Produkte mit MSC-Siegel im Angebot, Deutschland ist mit mehr als 4700 Produkten der Spitzenreiter. Der MSC finanziert sich überwiegend über Lizenzgebühren für die Logonutzung, aber auch über Spenden.

Jede legale Fischerei, die Wildfisch aus Süß- und Salzwasser sowie Meeresfrüchte fangen, kann sich nach dem MSC-Umweltstandard zertifizieren lassen.

Der MSC-Umweltstandard basiert nach eigenen Angaben auf folgenden drei Grundsätzen:

Prinzip 1: Schutz der Fischbestände

Das MSC-Siegel wird nur an Fischereien vergeben, die Fischbestände so nutzen, dass sie in einem guten Zustand bleiben oder nachweislich wieder dorthin anwachsen.

Prinzip 2: Minimale Auswirkungen auf das Ökosystem

Das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei wird nur an Fischereien vergeben, deren Einwirkung auf die Lebensräume im Meer akzeptabel ist. Hier werden die Auswirkungen des Fanggerätes auf den Meeresboden oder der Beifang, also das unbeabsichtigte Fangen anderer Arten, betrachtet.

Prinzip 3: Verantwortungsvolles und effektives Management

Das MSC-Siegel erhalten Fischereien nur, wenn ihr Management auf eine nachhaltige Nutzung ausgerichtet ist. MSC-zertifizierte Fischereien müssen ihre Auswirkungen auf das befischte Ökosystem kennen und diese immer weiter reduzieren. Sie müssen alle geltenden Gesetze einhalten, und ihre Aktivitäten an neue ökologische Gegebenheiten anpassen.

Der MSC selbst bewertet keine Fischereien. Die Zertifizierung findet durch unabhängige Gutachter und Prüfstellen statt. Diese entscheiden nach Rücksprache mit Experten, Forschungsinstituten und Fischereibehörden, ob die MSC-Standards erfüllt werden. Die Kosten für die Zertifizierung trägt jede Fischerei und jedes Handelsunternehmen selbst. Die Zertifizierung gilt maximal fünf Jahre. Währenddessen finden jährliche Überprüfungen durch die Zertifizierungsstelle statt. Zudem ist der Zertifizierer auch zur Durchführung unangekündigter Betriebsbesuche berechtigt.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Das MSC-Siegel kann eine Einkaufshilfe für Verbraucher sein, denen Nachhaltigkeit beim Fischfang wichtig ist. Fast alle Supermärkte und Discounter bieten entsprechend gelabelte Produkte an.

Unumstritten ist das Label allerdings nicht. So kritisiert die Umweltorganisation Greenpeace MSC unter anderem, weil die Standards zu schwach und unklar formuliert sind und diese für eine Zertifizierung nur zu 60 bis 80 Prozent erfüllt werden müssen. Dadurch sei es möglich, dass MSC-zertifizierte Fischereien ungesunde und ausgezehrte Bestände befischen und bedrohte Arten gefährden.

Das Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (Geomar) belegte in einer Studie, dass ein erheblicher Teil der untersuchten Fischbestände trotz langjähriger MSC-Zertifizierung überfischt ist oder sich an der Grenze zur Überfischung befindet.

Diese Kritik muss ernst genommen werden. Es gibt inzwischen Fischereien, die wegen Überfischung ihre Zertifizierung wieder verloren haben, im Oktober 2018 zum Beispiel die Ostsee-Heringsfischer.

Aus Sicht der Verbraucherzentralen ist das MSC-Label jedoch ein Schritt in die richtige Richtung. Es hat dazu beigetragen, den nachhaltigen Fischfang zu fördern und als wichtiges Ziel in der Gesellschaft zu verankern.  

Grundsätzlich wäre jedoch ein einheitliches Siegel mit gesetzlich festgelegten Anforderungen an nachhaltig gefangenen beziehungsweise erzeugten Fisch und neutralen Kontrollen sinnvoll. Das würde die Kaufentscheidung für Verbraucher vereinfachen. Hier ist die Politik gefragt.

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Letzte Änderung 
1. Februar 2019

Kommentare

Ich finde es müsste mit der Fischerei schon viel weiter sein. Denn alle müssen ja ein Interesse an gutem Fisch haben und sich bemühen, dass es guten Fisch gibt. Ich nehme immer wieder das Beispiel von den Hühnern und den Eiern, da hat es auch funktioniert. Denn es gibt ja hoffentlich KEINE Käfighaltung mehr. So ähnlich stell ich mir das mit den Fischen vor. Aber das muss wohl der Verbraucher entscheiden.


Die Bio-Eier aus dem Supermarkt sind nur Augenwischerei, trotz Boden-Haltung haben die Hühner viel zu wenig Platz, sie sehen nicht einen einzigen Sonnenstrahl in ihrem Leben, sie können nicht im Sand baden, was für die Hühner sehr wichtig ist. Zudem bekommen die Hühner auch zum Teil konventionelles Futter, was meiner Meinung nach nichts mit "Bio" zu tun hat . Das Deutsche und das Europäische Bio Siegel sind nicht streng genug.
Kauft Eure Eier beim Bio-Bauern Eures Vertrauens lieber direkt ab Hof oder haltet selbst ein Paar Hühner, wenn Ihr die Möglichkeit habt. So viel Arbeit ist das nicht.


Hallo, ich esse den Nordholner Matjessalat Nordische Art sehr gerne. Wir kaufen ihn immer bei XX , in den letzten 200g-Bechern war mehr Salat als Matjes , drei kleine Stücke Matjes waren drin. Das ist für mich kein Matjes-Salat, sonst waren immer große Stücke , mindestens fünf bis sechs . Das ist für mich OK , aber nicht diese kleinen Fetzen. Ich weiß nicht, ob es an der Produktion liegt oder woanders dran, ich hoffe es ist nicht gewollt und es waren nur diese drei becher.
Vielleicht waren es noch mehr, ich weiß es nicht. Wollte es nur mal gesagt haben.


Allen, die der Meinung sind, mit MSC-Siegel auf der sicheren Seite zu stehen, sollten sich zusätzlich zu den hier geschriebenen Informationen einmal folgende Doku zu Gemüte führen: [Link von der Redaktion entfernt].


...21 Jahre...und der Artikel liest sich eigentlich nicht so gut...und dann steht auch noch da, es sei 'ein Schritt in die richtige Richtung', während sich Greenpeace rausgezogen hat und das Ganze jetzt wohl kommerziell gegen Verkauf des Zertifizierungslabels kommerzialisiert ist...da wird der Fisch in der Pfanne verrückt...


Ich werde nie wieder Produkte mit Msc Siegel kaufen. Furchtbar das sowas sein darf, in der heutigen Zeit !