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Fettgehalt von Käse: Unterschiedliche Angaben verwirren

© stockphoto-graf - Fotolia.com

Viele gesundheitsbewusste Verbraucher achten auf den Fettgehalt im Käse – doch ein Vergleich bei verschiedenen Käsesorten kann kompliziert sein.

Die deutsche Käseverordnung schreibt vor, dass der Fettgehalt in Käse angegeben werden muss. Das darf entweder in Prozent oder als Fettgehaltsstufe passieren. Beide Kennzeichnungsmöglichkeiten beziehen sich auf die Trockenmasse („Fett i. Tr.“), weil der Käse im Verlauf der Lagerung an Wasser und Gewicht verliert.

Die Fettgehaltsstufen im Überblick:

Doppelrahmstufe

höchstens 85 Prozent Fett i. Tr.
mindestens 60 Prozent Fett i. Tr.

Rahmstufe

mindestens 50 Prozent Fett i. Tr.

Vollfettstufe

mindestens 45 Prozent Fett i. Tr.

Fettstufe

mindestens 40 Prozent Fett i. Tr.

Dreiviertelfettstufe

mindestens 30 Prozent Fett i. Tr.

Halbfettstufe

mindestens 20 Prozent Fett i. Tr.

Viertelfettstufe

mindestens 10 Prozent Fett i. Tr.

Magerstufe

weniger als 10 Prozent Fett i. Tr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Als Kennzeichnung auf einem Camembert würde somit der Hinweis „Doppelrahmstufe“ den Rechtsvorschriften entsprechen. Alternativ könnte auf der Käsepackung auch „60 % i. Tr.“ stehen. Beide Angaben sagen aber nichts über den tatsächlichen Fettgehalt im Produkt aus.

Der tatsächliche Fettgehalt wird als „absolut“ bezeichnet und liegt deutlich niedriger, beim Camembert mit „60 % i. Tr.“ zum Beispiel bei 34 Prozent. Diese Angabe finden Käufer bei abgepacktem Käse in der Nährwerttabelle. Bei lose verkauftem Käse ist die Angabe derzeit nicht verpflichtend. Eine Umfrage bei Lebensmittelklarheit zeigt allerdings, dass einem Großteil der Verbraucher die Angabe des tatsächlichen Fettgehalts am wichtigsten ist. Die Angabe des Fettgehalts in der Trockenmasse ist hingegen nur für 16 Prozent der Befragten die bevorzugte Angabe. 

Die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Angabe des Fettgehalts nutzen vor allem Hersteller von „Light“-Käse häufig. Im Vergleich zur Trockenmasse-Kennzeichnung wirkt der absolute Fettgehalt nämlich besonders niedrig.

Auf diese Weise lässt sich bei der „leichten“ Variante eines Käses mit einem absoluten Fettgehalt von 20 Prozent werben, während auf der „klassischen“ Variante desselben Herstellers nur der Fettgehalt von 60 Prozent in der Trockenmasse angegeben wird. Der Unterschied wirkt dadurch viel größer, denn die Normalvariante enthält vermeintlich dreimal so viel Fett wie der Leichtkäse Dabei ist der vergleichbare absolute Fettgehalt des „klassischen“ Käses mit 34 Prozent nicht einmal doppelt so hoch.

Faustformel für den tatsächlichen Fettgehalt

Beim Einkauf an der Käsetheke kann eine Faustformel hilfreich sein, um zu erfahren, wie viel Fett tatsächlich im Käse ist:

  • Bei Quark kann die „Fett i. Tr.“-Angabe durch drei geteilt werden.
  • Für Frischkäse wird die „Fett i. Tr.“-Angabe durch zwei geteilt.
  • Für Weich- und Schnittkäse wie Camembert oder Edamer können die „Fett i. Tr.“-Werte durch zwei geteilt werden.
  • Bei Hartkäse beträgt der absolute Fettgehalt etwa zwei Drittel der „Fett i. Tr.“-Werte.

Nach dieser Berechnung ergibt sich beispielsweise für einen Hartkäse mit 45 Prozent Fett in der Trockenmasse ein tatsächlicher Fettgehalt von etwa 30 Gramm pro 100 Gramm, die gleiche Menge Doppelrahmfrischkäse mit 60 Prozent Fett in der Trockenmasse weist ebenfalls einen absoluten Fettgehalt von etwa 30 Gramm auf.

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Drei unterschiedliche Möglichkeiten, Fettgehalte auf Käse anzugeben, sind aus unserer Sicht nicht verbraucherfreundlich. Die Angabe von Fettgehaltsstufen wie „Vollfettstufe“ ist vermutlich am schwierigsten in konkrete Fettgehalte von Käse umzurechnen. Auch die Fettangaben in der Trockenmasse sind für Käufer wenig praktikabel.
Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollte die Kennzeichnung des absoluten Fettgehaltes auch bei lose angebotenem Käse verpflichtend sein.

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Letzte Änderung 
25. Oktober 2018