Informationen

Erlaubt: Allergenkennzeichnung „Dinkelweizen“ bei Lebensmitteln aus Dinkel

Erlaubt

Dinkel gehört botanisch zum Weizen, der eine allergene Zutat darstellt. Für Produkte mit Dinkel ist bei der Allergenkennzeichnung daher die Angabe „Weizen“ vorgeschrieben. Hersteller kennzeichnen im Zutatenverzeichnis häufig „Dinkelweizen“ oder „Weizen (Dinkel)“. Diese Kennzeichnung wirkt aber widersprüchlich und kann Allergiker:innen verunsichern.

Zu dieser Problematik haben sich Verbraucher:innen bei Lebensmittelklarheit beschwert. Nach Auffassung von Lebensmittelklarheit sollte die Allergenkennzeichnung „Dinkel“ nennen. Dafür ist eine entsprechende gesetzliche Änderung erforderlich.

Ein typisches Beispiel sind Dinkelnudeln

Die Allergenkennzeichnung auf der Rückseite der Verpackung der Dinkel-Nudeln lautet „Dinkel-Weizenmehl“.

Dinkel ist eine Unterart des Weizens. Verbraucher:innen, die gezielt „weizenfreie“ Produkte kaufen wollen, greifen häufig auf Dinkelerzeugnisse zurück. Wenn sie dort „Dinkel-Weizen“ als Zutat lesen, kommen Zweifel auf: Ist Weizen vorhanden oder nicht?

So lauten die Beschwerden zu dieser Problematik:

Ich hatte im Discounter vermeintlich Dinkelnudeln gekauft. Später hatte ich höllische Bauchkrämpfe, die auf dieses Produkt zurückzuführen sind. Ich habe eine Weizenallergie und vertrage nur Dinkel. Dinkelnudeln sind daher kein Problem für mich. Was genau ist jetzt dieses Produkt? "Teigwaren aus Dinkelgrieß" mit Zutaten: Dinkelweizengrieß Ist es Weizen? Ist es Dinkel? Ist es ein Weizen-Dinkel-Produkt?
Verbraucher aus Nürnberg vom 10.06.2022

Das Produkt wird als Dinkelspekulatius vermarktet und auf der Zutatenliste steht "Dinkelweizenmehl" - meines Erachtens gibt es diesen Begriff gar nicht und ich habe "-weizen" überlesen. Das führte dazu, dass ich nach dem Verzehr eines Beutelinhalts über einen Zeitraum von 1 Woche wieder Neurodermitis-Anzeichen bekam und bei der Ursachensuche auf diese "Dinkelspekulatius" gestoßen bin!
Verbraucherin aus Tacherting vom 18.11.2019

Es wird mit Bio Dinkel Gnocchi geworben. Auf der Zutatenliste findet sich als Angabe Dinkelweizenmehl. Was jetzt? Dinkel oder Weizen? Ich bin Weizeneiweiß-Allergikerin. Lebensmittelüberwachung des Landratsamts […] hat Proben genommen, die das chem. Landesuntersuchungsamt auf ihre wirkliche Zusammensetzung prüft. Hier liegt laut deren Einschätzung ein Deklarationsfehler vor. Eine Stellungnahme des Herstellers liegt ebenfalls vor. Hier wird auf die biologische Verwandtschaft von Dinkel und Weizen verwiesen und der allergieauslösende Weizen als Kennzeichnungspflicht verwiesen.
Verbraucherin aus Remseck vom 25.02.2019

Aufgrund unserer Weizenunverträglichkeit sind wir darauf angewiesen, dass Produkte klar ausgezeichnet werden. Bisher war der Nudelhersteller für uns eine gute Wahl. Nun verwendet die Firma anscheinend neuerdings aber doch eine Dinkel-Weizen-Mischung, zeichnet es aber nur auf der Rückseite der Packung aus. Auf der Vorderseite wird nach wie vor nur „Bio Dinkel“ deklariert.
Verbraucherin aus Renningen vom 23.06.2018


Das ist geregelt

Zur Pflichtkennzeichnung nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) gehört eine Information über Allergene. So müssen unter anderen glutenhaltige Getreide namentlich im Zutatenverzeichnis aufgeführt und hervorgehoben werden, zum Beispiel „Weizen“. Die Verordnung regelt, welche Getreidearten explizit zu nennen sind. Dinkel ist dort nicht aufgeführt.

Wie die Allergeninformation für Dinkel erfolgen soll, erklärt die EU-Kommission in einer Bekanntmachung. Die Allergeninformation soll für den mit Dinkel verwandten Weizen erfolgen, Dinkel darf lediglich zusätzlich genannt werden, beispielsweise „Weizen“, „Weizen (Dinkel)“ oder „Dinkelweizen“.

Wird auf der Schauseite ein Produkt mit „Dinkel“ ausgelobt, erwarten Verbraucher:innen diesen namentlich in der Zutatenliste. Die Angaben „Weizen“, „Dinkelweizen“ und „Weizen (Dinkel)“ stellen scheinbar einen Widerspruch dar. Diese Begriffe können vor allem Personen verunsichern, die Weizen vermeiden wollen.

Fazit: Die Allergenkennzeichnung sollte eindeutig „Dinkel“ nennen. Dafür ist eine entsprechende Änderung der LMIV notwendig.

Lebensmittelklarheit hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Hinweis: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden in der Regel nicht aktualisiert.

Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:
Isabella von Luxburg,
luxburg@leichtzulesen.org,
www.leichtzulesen.org
Mitglied im Netzwerk Leichte Sprache e.V.

Der Text wurde geprüft durch die Prüflesegruppe:
Menschen mit Lernschwierigkeiten Zentrum Leichte Sprache Allgäu,
https://www.kjf-augsburg.de/angebote-leistungen/weitere-angebote/zentrum-leichte-sprache/

 

Wie informativ fanden Sie diesen Beitrag?
Durchschnitt: 1 (3 Stimmen)

Neuen Kommentar hinzufügen

Restricted HTML

  • Erlaubte HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type='1 A I'> <li> <dl> <dt> <dd> <h2 id='jump-*'> <h3 id> <h4 id> <h5 id> <h6 id>
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.