Das ärgert beim Einkauf:

Kaum Wasabi, stattdessen Meerrettich und Farbstoff im Dip

Der Name „Coraya Fish & Dip Wasabi“ passt nicht, wenn der Wasabi-Anteil im Dip nur 0,02 Prozent beträgt.
getaeuscht

Bei dem Produkt handelt es sich um Surimistäbchen mit einem beigefügten Dip. Die Schauseite bewirbt den Dip als „Dip Wasabi“ und zeigt ein Surimistäbchen und eine grünfarbene Soße. Aus der Zutatenliste geht jedoch hervor, dass der Dip 0,02 Prozent Wasabi sowie Meerrettich und Senf in unklaren Mengen enthält. Zusätzlich setzt der Anbieter einen grünen Farbstoff ein. Geschmack und Farbe des Dips stammen daher kaum von Wasabi.
Der Anbieter sollte nicht prominent mit Wasabi werben, wenn die Soße praktisch keinen Wasabi enthält.

Die Aufmachung (grünes Farbthema) und Betonung auf „Wasabi“ passt nicht zum Wasabigehalt. Der Anteil in der Dip-Zubereitung ist laut Aufdruck 0,02 Prozent. Das liegt weit unter dem der handelsüblichen Wasabipasten von 3,5-6 Prozent. Ein Prozent wäre wünschenswert, als Zugeständnis an die flüssigere Konsistenz als Dip.
Bei dem vorliegenden Gehalt wäre eher ein Hinweis nötig „kann Spuren von Wasabi enthalten“.
Verbraucher aus Aschaffenburg vom 19.12.2023

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Der Name „Coraya Fish & Dip Wasabi“ passt nicht. Denn der Anbieter verwendet verschwindend wenig Wasabi. Um den typischen Geschmack und Farbe zu erzielen, setzt er zusätzlich Meerrettich, Senf und Farbstoff für den Dip ein.

Darum geht’s:

Auf der Schauseite steht „Coraya Fish & Dip Ready to Snack Wasabi würzig & pikant“. Hervorgehoben sind dabei die Worte „Fish & Dip Wasabi“. Die Bebilderung zeigt ein Surimistäbchen und eine grünfarbene Soße. Die Hintergrundzeichnungen von Bambus vermitteln einen Asia-Flair.

Die Bezeichnung auf der Rückseite lautet: „Surimi, Fischzubereitung aus Fischmuskeleiweiß + Meerrettich-Wasabi-Sauce“. Die Verpackungsseite führt die Zutatenlisten von Surimi und der „Meerrettich-Wasabi-Sauce“ getrennt auf. Dabei ist Wasabi unterstrichen. Die „Meerrettich-Wasabi-Sauce“ besteht unter anderem aus einer zusammengesetzten Zutat „geriebener Meerrettich 15 %“ und einer „Zubereitung auf Wasabi- und Meerrettich-Sauce“. Die Zutatenliste zeigt, dass der Dip „Meerrettich-Wasabi-Sauce“ 0,02 Prozent Wasabi, eine unklare Menge an Meerrettich sowie den grün färbenden Farbstoff E 141 enthält.

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Bezeichnung und Zusammensetzung. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Des Weiteren schreibt die Verordnung Mengenangaben für Zutaten vor, die in der Bezeichnung eines Lebensmittels genannt sind oder die durch Worte, Bilder oder eine graphische Darstellung hervorgehoben sind. 

Der Arbeitskreis lebensmittelchemischer Sachverständiger (ALTS) hat sich in einer Stellungnahme von 2023 mit Fällen befasst, bei denen durch Abbildungen oder Text beworbene Zutaten nur in sehr geringer Menge im Lebensmittel vorkommen. Nach Auffassung des Arbeitskreises sollten Lebensmittel solche hervorgehobenen Zutaten in charakteristischen und wahrnehmbaren Mengen enthalten. Er beschloss, dass eine Irreführung selbst dann vorliegen kann, wenn der Mengenanteil dieser Zutat deklariert wird. Dies träfe insbesondere zu, wenn die Mengenangabe nicht im selben Sichtfeld und nicht ähnlich prominent wie die Auslobung der Zutat erfolge.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Aus Sicht von Lebensmittelklarheit lässt die Produktaufmachung und der Name „Coraya Fish & Dip Wasabi“ wesentlich mehr als 0,02 Prozent Wasabi im Dip erwarten. Diese geringe Menge Wasabi sehen wir als eine Alibitzutat. Denn der Anbieter erzielt die grüne Farbe durch den zugesetzten Farbstoff Kupferchlorophyll, den Geschmack und die Schärfe erhält die Soße durch Meerrettich und Senf. Hinzu kommt, dass die Mengenangabe für Wasabi in der Zutatenliste auf der Seite der Verpackung steht und zwischen den zahlreichen Zutaten schwer auffindbar ist.

Zusätzlich ist Lebensmittelklarheit aufgefallen, dass die Zutatenliste „geriebener Meerrettich 15 %“ als Zutat nennt, die nachfolgende Klammer aber zeigt, dass es sich um eine zusammengesetzte Zutat mit Meerrettich handelt. Wieviel Meerrettich im Produkt tatsächlich steckt, ist unklar.

Fazit:

Der Anbieter sollte nicht prominent mit Wasabi werben, wenn die Soße praktisch keinen Wasabi enthält.

Stellungnahme der IFM Europe GmbH, 65024 Wiesbaden

Kurzfassung:

Die Wasabimenge in „Coraya Fish & Dip Wasabi" wurde so ermittelt, dass sie der Sauce eine angenehme Schärfe verleiht. Zudem ist die Menge in der Zutatenliste deklariert. 
Die Zutat „geriebener Meerrettich" enthält in erster Linie Meerrettich und nur in geringen Mengen die weiteren Zutaten, sodass die Angabe der Menge der Gesamtzutat ausreichend ist. Eine Überarbeitung der Kennzeichnung wird geprüft.

Ergebnis

Der Anbieter hat für die nächste Überarbeitung eine Prüfung angekündigt.