Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Verpackungen mit weniger Inhalt

 

Bei Fertigpackungen sind Unterfüllungen erlaubt, allerdings ist ein Ausgleich durch andere übergewichtige Packungen erforderlich.

Verbraucherbeschwerde 

Lt. Aufdruck enthalten die Pakete Deutsche Markenbutter 250 g, tatsächlich wiegen sie incl. Folie max. 207 g.
Verbraucherin aus Langenhagen vom 09.08.2019

Die Grammangabe für den Käse lautet 300 g. Das tatsächliche Gewicht des Käses beträgt nur 256 g! […]
Verbraucherin aus Flensburg vom 15.12.2018

Soll-Füllmenge ist nicht gleich der Ist-Füllmenge. Auf der Packung ist eine Füllmenge von 100 g angegeben und hinter der Füllmenge ein "e" aufgedruckt. Nach dem Abziehen der Deckelfolie kam mir der Inhalt etwas wenig vor, weshalb ich den Inhalt wog. Tatsächlich sind nur 82 g enthalten.
Verbraucher aus Ammerbuch vom 17.11.2018

Das Brot wird stetig teurer und das Gewicht geringer. Statt angegeben 750 g wiegt das Brot nur noch 734 g.
Verbraucherin aus Brüggen vom 17.10.2018

Das Produkt soll nach Aufdruck 200 g enthalten, enthält allerdings nur 180 g.
Verbraucher aus Hannover vom 15.08.2018

Habe die Verpackung mit Rinderhackfleisch gewogen und zusammen waren es max. 390 g, obwohl auf der Verpackung 500 g steht. Ich habe 3 Pakete gekauft und bei allen dasselbe Problem. Es ist aufgefallen, da ich Burgerpattis machen wollte je 125 g, dabei kamen nur drei Pattis heraus = 375 g. Vor einiger Zeit, war es noch möglich 4x 125 g zu machen. Ich finde es eine Abzockmasche am Kunden.
Verbraucherin aus Hilden vom 15.12.2017

Der Speisequark mit 500 Gramm. Dieses Produkt hat nach unserer Waage 474 Gramm ermittelt. Habe auch Vergleichsmessungen mit anderen Produkten gemacht, da haben die Grammangaben gestimmt.
Verbraucher aus Oberursel vom 06.02.2014

Alle drei Brotbackmischungen 1 kg haben zwischen 6 und 10 Gramm weniger als ausgewiesene 1 kg.
Verbraucherin aus Dalberg vom 11.12.2013

Das Gewicht soll laut Verpackung 500 g betragen, gemessen habe ich aber nur inkl. Verpackung 486 g.
Verbraucher aus Berlin vom 27.09.2012

Wir kaufen diesen Käse regelmäßig, weil er gut schmeckt. Aber: Es sind immer mindestens 10 g weniger in der Verpackung als angegeben.
Verbraucherin aus Windeck vom 19.08.2011

Gemäß Verpackungsangabe beträgt der Inhalt 1100 g, aber tatsächlich wiegt er nur 1062 g inkl. Verpackung.
Verbraucher aus Köln vom 23.08.2011

Auf der Verpackung steht „200 g“, der Inhalt beträgt jedoch nur 180 g!!!
Verbraucherin aus Essen vom 12.08.2011

Die Gewichtsangabe auf der Verpackung beträgt 500 g. Bei vier von fünf gewogenen Brotpäckchen lag das tatsächliche Gewicht zwischen 460 und 476 g.
Verbraucher aus Werther vom 16.08.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Auf Fertigpackungen muss der Hersteller in der Regel die Nennfüllmenge angeben. Dabei gilt das sogenannte Mittelwertprinzip: Einzelne Packungen dürfen innerhalb der genannten Minusabweichungen weniger enthalten, wenn dies durch andere Packungen mit mehr Gewicht ausgeglichen wird - der Mittelwert muss stimmen. Für den Verbraucher ist die Zulässigkeit einer gekauften unterfüllten Verpackung nicht nachprüfbar.
Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollte in jeder einzelnen Packung mindestens die genannte Füllmenge enthalten sein.

Darum geht’s:

Verbraucher kritisieren regelmäßig, dass die auf der Verpackung angegebene Füllmenge (Nennfüllmenge) von der meist an der häuslichen Küchenwaage nachgewogenen tatsächlichen Füllmenge abweicht.

Das ist geregelt:

Nach der Fertigpackungsverordnung (FPackV) müssen Fertigpackungen in der Regel eine Füllmenge, die sogenannte Nennfüllmenge, aufweisen. Das ist die Menge eines Erzeugnisses, die die Fertigpackung enthalten soll.
Außerdem regelt die Verordnung für Fertigpackungen mit gleicher Nennfüllmenge zulässige Minusabweichungen, so dass einzelne Packungen innerhalb dieser Toleranzen weniger enthalten dürfen. So sind für einzelne Packungen (bei Einhaltung des Mittelwertprinzips) zum Zeitpunkt der Herstellung beispielsweise bei einer 150-Gramm-Packung Unterschreitungen bis zu 4,5 Prozent und bei einer 1000-Gramm-Packung Unterschreitungen bis zu 1,5 Prozent möglich.
Darüber hinaus dürfen zwei Prozent aller Packungen sogar bis zum doppelten der zulässigen Minusabweichung abweichen. Größere Abweichungen sind nicht zulässig. Diese Vorgaben gelten für den Zeitpunkt der Herstellung, anschließende Austrocknungsverluste sind daher möglich.

Beispiel: Eine Fertigpackung mit einer Nennfüllmenge von 1000 Gramm darf um bis zu 15 Gramm zu leicht sein, wenn sie durch andere „übergewichtige“ Packungen ausgeglichen wird. Zwei Prozent aller Packungen einer Charge dürfen sogar nur Gewichtswerte zwischen 985 Gramm und 970 Gramm aufweisen (30 Gramm entsprechen der doppelten zulässigen Minusabweichung von 1,5 Prozent), wenn sie ebenfalls durch Packungen mit entsprechend höherer Füllmenge ausgeglichen werden. Packungen, die weniger als 970 Gramm wiegen, dürfen somit nicht in Verkehr gebracht werden – können aber nach längerer Lagerzeit aufgrund von Feuchtigkeitsverlusten dennoch 970 Gramm unterschreiten.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Beschwerden zeigen: Für Verbraucher ist es ärgerlich, wenn die angegebene Füllmenge nicht vorhanden ist, denn davon gehen sie aus. Die Situation ist zudem für Verbraucher intransparent, weil bei Anwendung des Mittelwertprinzips unklar bleibt, welche Füllmenge die ihnen vorliegende Packung enthalten müsste.

Fazit:

Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollte in jeder einzelnen Packung mindestens die genannte Füllmenge enthalten sein.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
15. August 2019