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Kennzeichnung von Lebensmitteln mit zusammengesetzten Zutaten

 

Ausnahmen für das Zutatenverzeichnis bei zusammengesetzten Zutaten: Die Aufzählung der einzelnen Bestandteile darf in bestimmten Fällen bei kleinen Mengen fehlen.

Verbraucherbeschwerde 

Die Zusammensetzung der im Produkt verwendeten weißen Schokoladensplits ist nicht näher erläutert. Es ist nur die Angabe abgedruckt, dass Milch enthalten ist.
Verbraucherin aus Dresden vom 22.04.2020

Einschätzung der Verbraucherzentrale
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Enthalten Lebensmittel zusammengesetzte Zutaten, deren Bezeichnung rechtlich geregelt oder üblich ist, können diese Zutaten mit ihrer Bezeichnung in der Zutatenliste aufgeführt werden. In der anschließenden Klammer folgt dann die Aufzählung der einzelnen Bestandteile dieser zusammengesetzten Zutat.
Eine Aufzählung der Einzelbestandteile ist allerdings nicht erforderlich, wenn diese Zutat weniger als zwei Prozent im Enderzeugnis ausmacht und gesetzlich geregelt ist, zum Beispiel Schokolade.
Eine Ausnahmeregelung gilt auch auf für Gewürz- und Kräutermischungen mit einem Anteil von weniger als zwei Prozent im Enderzeugnis.
Verbraucherinnen und Verbraucher sind es gewohnt, sämtliche Zutaten eines Lebensmittels im Zutatenverzeichnis zu erfahren. Das sollte für alle zusammengesetzten Zutaten gelten.

Darum geht’s:

Die Bezeichnung des Produkts lautet „Joghurt Vanille mit 1,8 % Schokoladenraspel“. In der Zutatenliste steht an dritter Stelle Schokoladenraspel. Die anschließende Klammer führt nicht die einzelnen Bestandteile der Schokolade auf, sondern weist auf Milch als allergene Zutat hin.
Es gibt keine vollständige Auflistung der weiteren Bestandteile für die Zutat Schokolade.

Das ist geregelt:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) müssen im Zutatenverzeichnis die Zutaten zusammengesetzter Zutaten aufgelistet werden. Von dieser allgemeinen Regelung gibt es drei Ausnahmen.
Ist die Zusammensetzung einer Zutat in einer Unionsvorschrift festgelegt und macht diese Zutat weniger als zwei Prozent im Enderzeugnis aus, reicht die Bezeichnung der Zutat – ohne vollständige Nennung der Einzelzutaten – aus.
Auch für Gewürz- und/oder Kräutermischungen, die weniger als zwei Prozent im Produkt ausmachen, ist keine Aufzählung der Einzelzutaten erforderlich.
Die Zusammensetzungen von Bezeichnungen wie „Schokolade“, „Milchschokolade“ oder „Weiße Schokolade“ sind in der Kakaoverordnung geregelt, die auf einer EU-Richtlinie beruht.
Unabhängig davon müssen allergene Zutaten wie Milch oder Sellerie immer gekennzeichnet werden.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten im Zutatenverzeichnis generell alle Zutaten erfahren können. Die vorhandenen Ausnahmen für kleine Mengen zusammengesetzter Zutaten sind nicht nachvollziehbar.

Fazit:

Verbraucherinnen und Verbraucher sind es gewohnt, sämtliche Zutaten eines Lebensmittels im Zutatenverzeichnis zu erfahren. Das sollte für alle zusammengesetzten Zutaten gelten.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
1. April 2021