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Allos Vitakorn Amaranth Basis-Müsli

 

Nach erfolgreicher Abmahnung sagt Hersteller die Änderung der bisherigen Verpackungsaufmachung zu.

Verbraucherbeschwerde 

Irreführender Vergleich mit (einem) anderen Müsli pseudowissenschaftlich ausgewiesen. Im Prinzip den Verbraucher nach Strich und Faden verschaukelt!
Vor allem dann, wenn man den insgesamt relativ hohen Zuckergehalt dieses Müslis berücksichtigt. Verbrauchertäuschung der perfiden Art!
Herr A. aus Pfinztal vom 08.09.2017

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite wirbt das Allos Basis-Müsli mit einem günstigen Blutzuckerverlauf und führt als Beleg eine Studie an. Die Aussage und die grafische Darstellung bleiben unklar und ungenau. Der Hersteller sollte auf die Werbung verzichten.

Darum geht’s:

Die Rückseite der Verpackung lobt den – im Vergleich zu „herkömmlichen Basis-Müslis“ – langsameren Blutzuckeranstieg des Produktes aus: „Dies ist darauf zurückzuführen, dass Allos Vitakorn Amaranth Basis-Müsli einen niedrigeren glykämischen Index hat als herkömmliches Basis- Müsli ohne Amaranth“. Als Beleg dient eine unabhängige Studie der Universität Hannover. Wie sich der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr des Vitakorn Amaranth Basis-Müslis im Vergleich zu einem herkömmlichen Basis-Müsli im Zeitverlauf verändert, zeigt eine Grafik, die jedoch keine Skala aufweist.

Laut Zutatenliste enthält das Produkt die süßenden Zutaten Glucosesirup, Honig, Agavendicksaft und Apfelsaftkonzentrat. Der Zuckergehalt beträgt 6,2 Gramm pro 100 Gramm.

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschend sein, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften und Wirkungen eines Lebensmittels. Sie müssen zutreffend, klar und leicht verständlich sein. Dieser in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) festgelegte Grundsatz gilt auch für die Aufmachung und Bewerbung eines Produktes.

Die Health Claims-Verordnung (HCVO) regelt die Verwendung gesundheits- und nährwertbezogener Angaben. Danach ist eine gesundheitsbezogene Angabe „jede Angabe, mit der erklärt, suggeriert oder auch nur mittelbar zum Ausdruck gebracht wird, dass ein Zusammenhang zwischen einer Lebensmittelkategorie, einem Lebensmittel oder einem seiner Bestandteile einerseits und der Gesundheit andererseits besteht“.

Gesundheitsbezogene Angaben dürfen nur verwendet werden, wenn sie zugelassen wurden.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Sämtliche Aussagen zum niedrigeren glykämischen Index und die Abbildung sind aus Sicht der Verbraucherzentrale kritisch zu sehen. Derzeit gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe über eine günstige Auswirkung von Amaranthmüsli auf den Blutzuckerverlauf.

Abgesehen davon ist auch die Darstellung des beworbenen günstigeren Blutzuckerverlaufs unklar und ungenau. In der Grafik ist weder die Zeitachse noch der Blutzuckerspiegel beziffert.

Zudem können Verbraucher bei der Bezeichnung „Basis-Müsli“ davon ausgehen, dass dieses keine gezuckerten Zutaten enthält. Im Amaranthmüsli sind jedoch vier verschiedene süßende Zutaten aufführt, so dass das Müsli 6,2 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthält. Eine aktuelle Untersuchung mit sechzehn Basis-Müslis in der Zeitschrift Ökotest zeigt, dass vierzehn Produkte weniger als zwei Gramm Zucker enthalten. Das Basis-Müsli von Allos enthält mit 6,2 Gramm mit Abstand am meisten Zucker.

Fazit:

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale sollte der Hersteller die Aussagen und die Abbildungen, die sich auf die Auswirkungen des Blutzuckerspiels beziehen, von der Verpackung entfernen.

Stellungnahme der Allos Hof-Manufaktur GmbH, Bremen

Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale vom 26.03.2018 hat der Anbieter bisher nicht reagiert.

Status 

Mit Ende der Aufbrauchfrist Ende August 2018 sollten keine Verpackungen mit der beanstandeten Aufmachung mehr in den Handel kommen.

Stand 
23. Mai 2018