Fragen & Antworten

Salatmayonnaise

Frage

Ist eine Mayonnaise auch eine Salat-Mayonnaise? Sind die Produkte gleich? Meine Recherche ergab, dass das zwei völlig verschiedene Produkte sind. Darf auf der Vorderseite einer Verpackung „Mayonnaise“ stehen, obwohl es tatsächlich nur eine Salat-Mayonnaise ist?

Antwort

Die Bezeichnungen Mayonnaise und Salat-Mayonnaise sind rechtlich nicht definiert.

Auf europäischer Ebene gibt es die Herstellerrichtlinien „Europäische Beurteilungsmerkmale für Mayonnaise – Code of Pratice“, auf nationaler Ebene die „Leitsätze für Mayonnaise, Salatmayonnaise und Remoulade“ des Bundesverbandes der Deutschen Feinkostindustrie e.V. Die deutschen Leitsätze verweisen hinsichtlich der Definition für Mayonnaise auf die europäische Richtlinie, enthalten jedoch zusätzlich Anforderungen an Salat-Mayonnaise. Beide Leitlinien sind nicht rechtsverbindlich.

Entsprechend dieser Leitlinien handelt es sich bei Mayonnaise um eine Würzsoße, die durch Emulgieren eines oder mehrerer pflanzlicher Speiseöle in Essig unter Verwendung von Hühnereigelb hergestellt wird. Sie sollte mindestens 70 Prozent Fett und mindestens 5 Prozent Eigelb enthalten. Außerdem können weitere Zutaten wie andere Hühnereiprodukte, Zucker, Salz, Gewürze und Zusatzstoffe enthalten sein.

Salatmayonnaise besteht ebenfalls aus Speiseöl pflanzlicher Herkunft und Hühnereigelb. Der Mindestfettgehalt sollte 50 Prozent betragen, ein Mindestgehalt Eigelb wird nicht angegeben. Auch hier kommen weitere Zutaten wie Hühnereiklar, Milcheiweiß, Salz, Gewürze und Zusatzstoffe zum Einsatz.

Wird bei Salatmayonnaise Eigelb durch Milch- oder Pflanzeneiweiß, so sollte dies ausreichend kenntlich gemacht werden.

Der wesentliche Unterschied zwischen Mayonnaisen und Salatmayonnaisen ist also deren Fett- und Eigelbgehalt. Diese Anforderungen sind jedoch nicht rechtsverbindlich. Sie sollten aber bei der Wahl einer geeigneten Bezeichnung für das Produkt herangezogen werden. Es gibt keine Vorschriften, an welcher Stelle der Verpackung die Bezeichnung anzugeben ist.

Die Verbraucherzentralen setzen sich dafür ein, dass die Bezeichnung verpflichtend auf der Schauseite stehen muss. Dann könnten Verbraucher die Art des Lebensmittels beim Einkauf auf den ersten Blick erkennen.

Ob eine irreführende Aufmachung oder Bezeichnung des Lebensmittels vorliegt, kann nur im Einzelfall durch ein Gerichtsverfahren entschieden werden.

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