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Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz

Die Angabe irritiert mich. Was bedeutet sie?

Frage

Ich habe kürzlich Lakritzbären gekauft. Auf der Vorderseite der Verpackung steht die Angabe "Erwachsenenlakritz - Kein Kinderlakritz". Das irritiert mich. Was bedeutet das?

Antwort

Die Angabe „Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“ war in Deutschland früher rechtlich vorgeschrieben, wenn das Produkt mehr als zwei Prozent Ammoniumchlorid (Salmiak) enthielt. Dieser Hinweis ist nicht mehr erforderlich, aber auf Lakritz noch zum Teil zu finden.

Der Hinweis war früher verpflichtend, da größere Mengen der Substanz als bedenklich gelten. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann Ammoniumchlorid in größeren Mengen zu Störungen des Mineralstoffhaushaltes mit Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen führen.

Durch Angleichung an EU-Recht wurde Ammoniumchlorid als Aromastoff ohne festgelegte Höchstmenge für Süßwaren zugelassen. Größere Mengen an Ammoniumchlorid in Süßwaren führen zu einem scharf-salzigen Geschmack.

Dennoch sollte man Lakritz und Salmiakpastillen nur in Maßen verzehren. Im Übermaß genossen können sie den Blutdruck erhöhen und zu Wassereinlagerungen führen. Dafür ist aber nicht allein das Ammoniumchlorid verantwortlich, sondern auch die in Süßholz enthaltene natürliche Substanz Glycyrrhizinsäure. Ab einem bestimmten Glycyrrhizinsäureanteil müssen Anbieter laut EU-Lebensmittelinformationsverordnung daher entweder Süßholz ausdrücklich im Zutatenverzeichnis aufführen oder separat darauf hinweisen: „Enthält Süßholz“. Bei hohen Gehalten ist folgender Warnhinweis erforderlich: „enthält Süßholz – bei hohem Blutdruck sollte ein übermäßiger Verzehr dieses Produktes vermieden werden“.

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Letzte Änderung 
29. Januar 2021

Kommentare

Sie schreiben in Ihrer Antwort, Laktitz mit bestimmten Gehalten an Ammoniumchlorid müsse die o. g. Warnhinweise tragen. Können Sie bitte erläutern, aus welchen Gesetzen/Verordnungen sich diese Pflicht ergibt?

Können Sie ebenfalls weitere Angaben zur (fehlenden) Verkehrsfähigkeit bestimmter Lakritzen mit hohen Gehalten an Ammioniumchlorid machen? Nach meinen Erkenntnissen darf dieser Stoff gem. § 3 u. Anlage 5 AromV Lakritz in Mengen bis zu 20.000 mg/kg zugesetzt werden. Vielen Dank!


Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Sachverhalt nochmals geprüft und korrigiert. Die deutsche Aromenverordnung wird inzwischen von der genannten EU-Verordnung überlagert. Das bedeutet: Es gibt für Süßigkeiten keine Einschränkung mehr in Bezug auf den Gehalt von Ammoniumchlorid.


Ich liebe Lakritze und bin geschockt. Hab mich geschüttelt, weil ich so ein Geschmack von [...] (Produktname entfernt, Anmerkung der Redaktion) nicht kenne. Habe gegoogelt und weiß echt nicht, ob ich sie in die Tonne schmeißen soll. Wie kann man mit 6,5% verkaufen!!!! Ist doch kein Genuss, ist in wahrsten Sinne Gift und ungenießbar


Geschockt???? Dieses süße Kinderlakritz ist doch Kinderkram! Schmeckt a bisserl nach Süßholz und dann nur Zucker! Wer das "lecker" findet, mag auch "leckeren" Wein - also irgendein Süßzeug. Das ist zum schocken!
Gutes Lakritz fängt bei 7% ammoniuimchlorid erst an! Da kommt die Note heraus - aber für Otto 08/15 ist das nichts! :-)