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Werbung mit „plastikfrei“ für Cupper Teebeutel

 

Der Anbieter hat die widersprüchliche Werbung für seine „plastikfreien“ Teebeutel verbessert.

Verbraucherbeschwerde 

Ganz unten auf der Seite cupper-teas.de steht: "Seit 2018 setzen wir als weltweit erste Tee-Company ungebleichte, plastikfreie und gentechnikfreie Teebeutel ein. Hurra! Unsere Teebeutel bestehen aus Abaca (einer Bananenart), pflanzlichen Zellulosefasern und PLA – einem Bio-Polymer aus gentechnikfreiem Pflanzenmaterial. Vorher war die einzige Alternative PLA aus Mais, von dem wir nicht sicher waren, ob er auch wirklich 100 % gentechnikfrei ist. Gentechnik kommt uns nicht in die Tasse, deshalb mussten wir erst eine Alternative finden."
Wie kann ein Teebeutel aus PLA plastikfrei sein? Handelt es sich bei PLA um kein Kunststoff? Ich fühle mich getäuscht, denn bei plastikfrei gehe ich davon aus, dass es das auch ist und keine Alternativen eingesetzt werden.
Verbraucher aus Neuwied vom 25.09.2020

Einschätzung der Verbraucherzentrale zur ursprünglichen Verbrauchermeldung
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Der Anbieter von Cupper Tea betont auf seiner Website das Thema Nachhaltigkeit sowohl für seinen Bio-Tee als auch für dessen Verpackung. Konkret wirbt er mit „Teebeutel ganz ohne Plastik“, „plastikfrei“ und „Biologisch abbaubar“. Laut den Angaben auf der Website bestehen die „Teebeutel aus pflanzlichen Zellulosefasern und PLA“. Dabei handelt es sich um Kunststoffe aus pflanzlichen Rohstoffen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sind diese Werbeaussagen widersprüchlich.
Der Anbieter sollte auf die widersprüchliche Werbung mit der Angabe „plastikfrei“ verzichten.

Darum geht’s:

Auf cupper-teas.de wirbt der Anbieter für die Verpackung des Bio-Tees mit folgenden Aussagen:

  • Teebeutel – Beutel: Papier- und Holzzellulose, Faden: 100 % Bio-Baumwolle, Etikett: Papier, Natürlich plastikfrei und ungebleicht! Recycelbar. Biologisch abbaubar.
  • Teebeutel ganz ohne Plastik
  • Unsere Teebeutel bestehen aus Abaca (einer Bananenart), pflanzlichen Zellulosefasern und PLA – einem Bio-Polymer aus gentechnikfreiem Pflanzenmaterial

Unter dem Punkt „Ohne Gentechnik“ erklärt der Hersteller: „Deswegen benutzen wir zum Versiegeln unserer Teebeutel ein Bio-Polymer aus gentechnikfreiem Pflanzenmaterial“.

Das ist geregelt:

Die Bedarfsgegenstände–Verordnung gilt für Materialien und Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Deren Kennzeichnung, Werbung und Aufmachung darf Verbraucher nicht irreführen.
Für biobasierten Kunststoff gibt es bisher keine rechtlich verbindliche Definition.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Werbung „Teebeutel ganz ohne Plastik“ ist widersprüchlich, wenn der Anbieter an anderer Stelle über den Einsatz von Kunststoffen wie „PLA“ oder „Bio-Polymere“ für die Teebeutel informiert. So bleibt unklar, ob die Teebeutel oder welche anderen Verpackungsmaterialien diese Substanzen enthalten. Auch wenn die verwendeten „Bio-Polymere“ aus pflanzlichen Rohstoffen stammen, handelt es sich um Kunststoffe, die umgangssprachlich als „Plastik“ bezeichnet werden. Deshalb passen insgesamt die vielfachen Hinweise auf den Verzicht von Plastik nicht, wenn Kunststoffe für die Verpackung verwendet werden.

Fazit:

Der Anbieter sollte auf die widersprüchliche Werbung mit der Angabe „plastikfrei“ verzichten.

Stellungnahme der Fluent AG, Hamburg

Kurzfassung, erstellt durch die Verbraucherzentrale:

Bezüglich der Information zu PLA-Bestandteil in Cupper-Teebeuteln gab es tatsächlich einen Fehler in der Darstellung. Seit November 2020 ist dieser korrigiert.
Die neuen Teebeutel sind gänzlich plastikfrei.
Die Sachets der Teebeutel sind komplett auf Papier umgestellt und mit einer dünnen Heißsiegelbeschichtung versehen.

Stellungnahme Downloads 
Status 

Der Anbieter hat Änderungen an der Website vorgenommen und den Hinweis auf „PLA“ für die Teebeutel entfernt.
Aus unserer Sicht ist die Werbung mit „plastikfrei“ nach wie vor ungünstig, wenn Kunststoffe wie Bio-Polymere in der Umverpackung der Teebeutel stecken.

Stand 
30. April 2021