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GutBio Schlagsahne

 

Der Hersteller wirbt mit Qualität aus Deutschland, obwohl die Sahne an anderer Stelle auf alle EU-Länder als Herkunftsländer hinweist.

Verbraucherbeschwerde 

Auf dem Deckel und der Seite des Sahnebechers wird mit einem Logo „Qualität aus Deutschland“ geworben. Die Herkunft des Produktes, welche unter dem EU-Bio-Logo angegeben wird, lautet jedoch „EU-Landwirtschaft“.
Das heißt, meines Wissens, dass die Milch aus der gesamten EU stammen kann. Die Bio-Schlagsahne deklariert keine Zutaten und durchläuft keinen komplexen Herstellungsprozess. Daher erwarte ich, dass die Milch aus Deutschland kommt, wenn „Qualität aus Deutschland“ ausgelobt wird. Ich fühle mich getäuscht.

Verbraucher aus Freiberg am Neckar vom 03.07.2020

Einschätzung der Verbraucherzentrale
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Die Werbeaussage „Qualität aus Deutschland“ vermittelt damit den Eindruck die Milch für die Sahne stamme von deutschen Milchkühen. Allerdings steht beim aufgedruckten Biosiegel der Hinweis „EU-Landwirtschaft“, wonach auch andere EU-Ländern als Ursprungsland für die Milch in Frage kommen können. Dies kann Verbraucher irritieren. Hersteller sollten daher Herkunftsangaben möglichst genau und eindeutig kennzeichnen
Wenn der Hersteller auf einer Sahneverpackung mit „Qualität aus Deutschland“ wirbt und die Milch für die Sahne aus Deutschland stammt, sollte auch das EU-Bio-Siegel entsprechend eindeutig Deutschland als Herkunftsland nennen. Andernfalls sollte er die Werbung „Qualität aus Deutschland“ entfernen.

Darum geht’s:

Auf dem Deckel und der Seite des Sahnebechers wirbt der Hersteller mit einem Logo „Qualität aus Deutschland“. An anderer Stelle in unmittelbarer Nähe des Biosiegels erfolgt ein Hinweis „EU-Landwirtschaft“.

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Herkunft. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Des Weiteren schreibt die Verordnung die Angabe des Ursprungslands oder des Herkunftsorts vor, wenn das Etikett sonst den Eindruck erwecken würde, das Lebensmittel käme aus einem anderen Land oder Herkunftsort. Sind Ursprungsland oder Herkunftsort eines Lebensmittels angegeben, stimmen aber nicht mit dem Ursprungsort oder Herstellungsland der primären Zutat überein, dann muss entweder das Ursprungs- oder Herstellungsland der primären Zutat angegeben werden oder darauf hingewiesen werden, dass diese primäre Zutat aus einem anderen Land kommt.
Nach der EU-Ökoverordnung müssen Bio-Lebensmittel den Ort der Erzeugung der landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe auf dem Etikett angeben. Dabei sind Angaben wie beispielsweise „EU-Landwirtschaft“ oder „Nicht-EU-Landwirtschaft“ ausreichend. Stammen alle landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe eines Erzeugnisses aus demselben Land, so kann statt der Angabe „EU“ oder „Nicht-EU“ die Angabe dieses Landes ersetzt oder die Angabe des Landes ergänzt werden.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Herkunftsangabe sollte sich aus unserer Sicht nicht auf die Angabe „EU-Landwirtschaft“ beschränken, wenn stattdessen auch das konkrete Land, aus dem der Rohstoff für das Produkt stammt, genannt werden kann. Insbesondere wenn der Hersteller an anderer Stelle auf Deutschland hinweist, lassen sich dadurch Zweifel bei den Verbrauchern vermeiden. Stammt die Milch dagegen nicht ausschließlich aus Deutschland, halten wir die Werbung „Qualität aus Deutschland“ für irreführend.

Fazit:

Wenn der Hersteller auf der Sahneverpackung mit „Qualität aus Deutschland“ wirbt sollte die Milch für die Sahne ausschließlich aus Deutschland stammen. Anderenfalls sollte er die Werbung zur Qualität aus Deutschland entfernen. 

Stellungnahme der Molkerei Gropper GmbH & Co. KG, Bissingen

Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale vom 20.07.2020 hat die Molkerei nicht reagiert.

Stand 
20. November 2020