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Geflügel-Bockwurst im Schweinedarm

 

Eine Geflügel-Bockwurst kann in einem Schweinedarm stecken: Dies ist nach den Leitsätzen verkehrsüblich und es genügt die Angabe in der Zutatenliste.

Verbraucherbeschwerde 

Ich bin verärgert über die Geflügelwurst: Hier ist auch Schwein drin. Die Geflügel-Bockwurst liegt bei den Geflügelprodukten. […] Man geht von aus, dass sie aus Geflügel besteht und auf der Rückseite steht in der Zutatenliste Schweinedarm.
Verbraucherin aus Berlin am 05.12.2020

Einschätzung der Verbraucherzentrale
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Das Fleisch für eine „Geflügelwurst“ stammt ausschließlich von Huhn oder Pute, die Hülle dagegen kann von einer anderen Tierart kommen, beispielsweise vom Schwein. Dabei handelt es sich nach den Leitsätzen um eine „verkehrsübliche“ Verwendung, sofern es keine anderen Regelungen gibt. Verbraucherinnen und Verbraucher können jedoch die Bezeichnung als „Geflügelwurst“ auf das ganze Produkt beziehen und daher ausschließlich die Tierarten Huhn oder Pute erwarten. Ein Hinweis in der Bezeichnung der Wurst – bereits auf der Schauseite – würde eine solche Verbrauchererwartung einfach ausräumen.

Darum geht’s:

Auf der Schauseite der „Geflügelwurst“ steht kein Hinweis auf eine weitere Tierart. Laut Zutatenliste stammt dementsprechend das verwendete Fleisch ausschließlich vom Geflügel, in diesem Fall also Hähnchen und Pute. Abgefüllt ist die Wurst jedoch in einen Darm vom Schwein.
Mit Bestandteilen vom Schwein hat die Verbraucherin bei der Geflügelwurst nicht gerechnet.

Das ist geregelt:

„Geflügel“-Fleischerzeugnisse werden ausschließlich aus Teilen der Tierarten Huhn und Pute hergestellt. Hühnerfleisch und Putenfleisch sind gegeneinander austauschbar, sofern sich aus den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuchs nichts anderes ergibt. Allerdings dürfen Därme anderer Tierarten als in der Bezeichnung genannt als Wursthülle verwendet werden.
Für Geflügelerzeugnisse mit der Zusatzbezeichnung „rein“ bezogen auf eine Tierart, also „reine Geflügelwurst“, wird keine andere Tierart verwendet, auch nicht für die Hülle.

So sieht´s die Verbraucherzentrale:

Es ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale nachvollziehbar, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher bei einer „Geflügelwurst“ nicht mit Bestandteilen anderer Tierarten wie Schwein, Rind oder Schaf rechnen, auch nicht in der Hülle. Sie können „Geflügelwurst“ durchaus auf das komplette Endprodukt beziehen.
Dass eine Geflügelwurst nach den Leitsätzen Därme anderer Tierarten als Wursthülle ohne besonderen Hinweis enthalten kann, ist aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß.

Fazit:

Ein Hinweis in der Bezeichnung der Wurst – bereits auf der Schauseite – würde eine solche Verbrauchererwartung einfach ausräumen.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
16. Juni 2021