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Dithmarscher Geflügel Junge Gans

 

Anbieter ändert die Verpackung und sorgt damit für mehr Klarheit bei der Herkunft des Geflügels.

Verbraucherbeschwerde 

Auf der Verpackung steht dick draufgedrückt: Dithmarscher Geflügel. Auf einem kleinen Anhänger steht dann in kleiner Schrift plötzlich, dass die Gans in Polen aufgewachsen ist. Das empfinde ich definitiv als Verbrauchertäuschung! Und das für 73,49 €.
Verbraucherin aus Reinbek vom 09.12.2019

Einschätzung der Verbraucherzentrale zur ursprünglichen Verbrauchermeldung:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Durch das Logo „Dithmarscher Geflügel“ vermittelt die Aufmachung der verpackten Gans ein regionales Produkt aus Schleswig-Holstein. Lediglich eine anhängende Karte weist unter zahlreichen anderen Informationen darauf hin, dass die Geburt, die Aufzucht und die Schlachtung in ganz anderen Regionen erfolgt. Um Missverständnisse über die Herkunft zu vermeiden, sollte der Hersteller bereits auf der Schauseite der Verpackung über die regional gänzlich abweichende Erzeugung informieren.

Darum geht’s:

Auf der Vorder- und Rückseite der Folienverpackung ist oben ein Logo mit einem stilisierten Fachwerkhaus und dem Schriftzug „Dithmarscher Geflügel“ aufgedruckt. Dithmarschen ist eine Region in Schleswig-Holstein. Auf der Rückseite steht neben klein geschriebenen Information zur ökologischen Tierhaltung und Hinweisen zur Handhabung im Haushalt als Adresse der Dithmarscher Geflügel GmbH & Co. KG. Seddiner See in Brandenburg. Eine an der Verpackung hängende Klappkarte „Geflügelpass“ informiert über die Haltungsbedingungen und darüber, dass die Gans in Grimma (Sachsen) geboren, in Polen aufgezogen und in Seddiner See (Brandenburg) geschlachtet wurde.

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Herkunft. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).

Im April 2020 wird hierzu eine Durchführungsverordnung in Kraft treten, wonach Informationen zur Herkunft sogenannter primärer Zutaten verpflichtend sein werden, wenn ein Lebensmittel einen Hinweis zu seiner geographischen Herkunft enthält und dessen primäre Zutat jedoch auf eine andere geographische Herkunft hinweisweist.

Hiervon ausgenommen sind in der jetzigen Fassung (Stand Februar 2020) eingetragene Marken, auch wenn sie eine Ursprungsangabe darstellen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Verbraucher, die beim Einkauf Wert auf regionale Produkte legen, sind verärgert, wenn die Aufmachung auf den ersten Blick auf eine bestimmte Region hinweist, obwohl die Erzeugung in abweichenden Regionen stattfand. Das Logo „Dithmarscher Geflügel“ springt sofort ins Auge, so dass interessierte Kunden nach unserer Meinung keine Veranlassung haben, diesen Eindruck im Kleingedruckten zu überprüfen.

Fazit:

Um Missverständnisse über die Herkunft zu vermeiden, sollte der Hersteller bereits beim ersten Blick auf die Verpackung deutlich machen, dass die komplette Erzeugung anderenorts erfolgt.

Stellungnahme der Dithmarscher Geflügel GmbH & Co. KG, Seddiner See

Kurzfassung, erstellt von der Verbraucherzentrale:

Das Logo ist ein eingetragenes Markenzeichen und dient nicht zur Information bezüglich der Herkunft der Produkte im Sinne der Regionalität. Die Herkunft wird auf dem technischen Etikett angegeben und auf dem „Geflügelpass“ wird der Landwirt persönlich genannt. Es wird geprüft, wie die Deklaration der Bio-Gans zukünftig klarer gestaltet werden kann, um Missverständnisse zu vermeiden.

Stellungnahme Downloads 
Status 

Der Betrieb Dithmarscher Geflügel hat das Layout der Verpackung geändert und das Logo „Dithmarscher Geflügel“ entfernt. Zusätzlich sorgt nun der Hinweis „Herkunft: siehe Etikett“ auf der Vorderseite des Beutels für mehr Klarheit.

 

Stand 
2. April 2020