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Umfrage: Regionale Lebensmittel sind erwünscht

Eier „aus der Region“ oder Möhren „von hier“: Einem Großteil der Verbraucher:innen ist es wichtig, dass Lebensmittel aus der Region stammen. Doch die unterschiedlichen Siegel und Werbeaussagen machen es häufig schwer, die Herkunft zu erkennen. Das zeigt eine repräsentative Online-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Demnach achten 76 Prozent der Befragten beim Lebensmittelkauf darauf, ob Produkte aus regionaler Erzeugung stammen. 57 Prozent kaufen mindestens einmal pro Woche regionale Lebensmittel.

Regionalität bei Gemüse und Eiern besonders wichtig

Besonders wichtig ist den Verbraucher:innen die regionale Herkunft bei Obst und Gemüse (86 Prozent) und bei Eiern (82 Prozent). Bei Brot und Backwaren bevorzugen 74 Prozent regionale Produkte. Die Befragten wollen insbesondere die heimische Wirtschaft sowie kürzere Transportwege unterstützen. Weitere Gründe, regionale Lebensmittel zu kaufen, sind Frische und Nachhaltigkeit. Gut die Hälfte wäre auch bereit, mehr für diese Produkte zu bezahlen
Allerdings finden es vier von zehn Befragten schwer, anhand der Kennzeichnung die Herkunft der Produkte zu erkennen. Die Mehrheit (62 Prozent) orientiert sich an unbestimmten Werbebegriffen wie „regional“ oder „von hier“. Was diese Kennzeichnungen tatsächlich aussagen, ist jedoch kaum bekannt. Zwei Drittel finden es inakzeptabel, wenn ein als regional beworbenes Produkt zwar in der genannten Region hergestellt wurde, die Zutaten aber aus einer anderen Region stammen. 65 Prozent sind der Meinung, dass der Erzeugungs-/Verarbeitungsort maximal 100 Kilometer vom Verkaufsort entfernt sein sollte.   
Um Lebensmittel aus der eigenen Region verlässlich zu erkennen, wünschen sich 86 Prozent der Befragten einheitliche und verbindliche Regeln für die Herkunftskennzeichnung. 
Bislang ist eine Herkunftskennzeichnung nur für wenige Lebensmittel verpflichtend. Der vzbv fordert, dass das Ursprungsland aller Lebensmittel EU-weit verbindlich gekennzeichnet werden muss. Bei verarbeiteten Lebensmitteln sollte die Herkunft der Primärzutaten verpflichtend anzugeben sein. Für die Auslobung regionaler Herkunft sollte die Bundesregierung nach Ansicht des vzbv einheitliche Mindeststandards entwickeln. Zudem sollte sie eine Vereinheitlichung der Regionalkennzeichnung anstoßen und vorantreiben. Das Regionalfenster sollte dabei als Grundlage dienen.
Die Umfrage führte das Marktforschungsinstitut Hopp durch. Dafür befragte es im Oktober 2021 bundesweit 1.009 Personen über 18 Jahren. 

Quelle: „86 Prozent für klare Regeln bei "regionalen" Lebensmitteln“, Pressemitteilung des Verbraucherzentrale Bundesverbands Hessen vom 28.03.2022
 

Hinweis: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden in der Regel nicht aktualisiert.

Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:
Isabella von Luxburg,
luxburg@leichtzulesen.org,
www.leichtzulesen.org
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Der Text wurde geprüft durch die Prüflesegruppe:
Menschen mit Lernschwierigkeiten Zentrum Leichte Sprache Allgäu,
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René
12.04.2022 - 15:20

Jeder Supermarkt oder Discounter "spielt" hier doch mit der Vorstellung der Verbraucher.
Jeder "versteht" unter "Region" etwas anderes - 25km, 50km - EDEKA oder Rewe wohl eher 500km.
Die Fernsehwerbung tut so als ob die Milch, Butter, Obst und Gemüse von "nebenan" kommt ohne da konkret zu werden weil die Begriffe "regional/aus der Region/von nebenan" eben Werbebegriffe sind die bei den Verbrauchern bewußt etwas "gutes" auslösen sollen und damit zum Kauf animieren.
Natürlich gibt es nicht überall eine Fleischfabrik, werden Milch oder bestimmte Obstsorten angebaut - da ist dann die Region eben doch eher 100km (und bei manchen ist es tatsächlich "nebenan".
Aber kann man solche Begriffe überhaupt "vereinheitlichen" und transparenter machen?

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