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Ein Jahr Nutri-Score: Es geht noch mehr

Seit einem Jahr ist der Einsatz des Nutri-Score in Deutschland rechtlich geregelt. Seitdem ist die farbige Nährwertskala auf immer mehr Lebensmitteln zu finden. Sie macht es Verbraucher:innen leichter, sich für Lebensmittel mit einer besseren Nährwertbilanz zu entscheiden. Doch nicht alle Hersteller ziehen mit, zeigt ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Verbraucherzentrale setzt sich für eine Ausweitung des Kennzeichnungssystems ein. 

Nährwertbilanz auf einen Blick

Wie fett, süß oder salzig ist ein Lebensmittel? Das soll der Nutri-Score auf einen Blick zeigen. Die von Wissenschaftler:innen entwickelte Farbskala fasst verschiedene Nährwerte und Eigenschaften eines Lebensmittels zusammen und weist einen Wert von grün (A=gut) bis rot (E=weniger gut) aus. Die Skala darf nur dann aufgedruckt werden, wenn auf dem Etikett des Lebensmittels zusätzlich eine Nährwerttabelle steht. Diese weist die wichtigsten Nährwerte wie Energie, Zucker, Fett und Salz in Tabellenform auf und ist auf nahezu allen verpackten Lebensmitteln Pflicht.  

Der Nutri-Score ermöglicht es, beispielsweise beim Vergleich von mehreren Müslisorten im Regal, schneller zu erkennen, welches Produkt eine bessere Nährwertbilanz hat, beispielsweise ein grünes B im Vergleich zu einem Müsli mit einem orangenen D. 

Zur Berechnung des Nutri-Score werden die Nährwerte Energie, gesättigte Fettsäuren, Salz und Zucker negativ gewertet, während Ballaststoffe, Eiweißgehalt sowie der Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen als positive Faktoren in die Bewertung einfließen.

Marktcheck zeigt: Nicht alle Hersteller ziehen mit

Nach einem Jahr Nutri-Score in den Supermärkten hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eine erste Bilanz gezogen: Ein Marktcheck habe gezeigt, dass zwar immer mehr Hersteller den Nutri-Score nutzten, allerdings längst nicht alle, so die Verbraucherzentrale. Das müsse aber passieren, damit Verbraucher:innen die Produkte wirklich vergleichen könnten. 

Deshalb fordert die Verbraucherzentrale, dass sich die Bundesregierung auch auf europäischer Ebene für den Nutri-Score als EU-weite, einheitliche und verpflichtende Nährwertkennzeichnung einsetzt. 

Bewertung nicht immer nachvollziehbar

Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherzentrale: Nicht immer sei nachvollziehbar, wie eine Einstufung zustande komme. Beispielsweise ist nicht auf allen Produkten der Ballaststoffgehalt angegeben – er fließt aber in die Bewertung des Nutri-Score ein.

Da aber dort nicht alle Werte aufgeführt sind, die in die Berechnung eingehen, fordert die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Lebensmittelhersteller zu verpflichten, alle notwendigen Angaben zu machen, die für die Berechnung des Nutri-Score entscheidend sind – etwa den Ballaststoffgehalt oder den Gemüseanteil.

Auch bei Lebensmittelklarheit gehen Fragen und Beschwerden zu Produkten ein, deren positive Bewertung mit dem Nutri-Score nicht verständlich ist. Beispielsweise ist es irritierend, wenn ein Lebensmittel mit einem hohem Zuckergehalt eine grüne Bewertung erhält. Das Bewertungsschema ist komplex und für Verbraucher:innen schwer nachvollziehbar. Um ein Lebensmittel umfassend zu bewerten, bleibt der Blick in die Zutatenliste sowie die Nährwerttabelle unverzichtbar. 

Insgesamt bietet der Nutri-Score aber die Möglichkeit, beim Einkaufen ähnliche Produkte zu vergleichen und bereits auf den ersten Blick eine Tendenz zu erkennen, welches Lebensmittel zu bevorzugen ist. Dies ist vor allem für solche Verbraucher:innen eine Hilfe, die wenig Zeit oder Interesse haben, sich mit der Nährwerttabelle zu befassen.

Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: „Happy Birthday Nutri-Score“
 

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