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Tier-Idylle nur auf dem Bild: Verbraucherzentrale Brandenburg gewinnt Klage gegen Netto

Schweine auf Wiese
© ewastudio - 123rf.com

Tierschutz bei der Fleischerzeugung wird Verbrauchern immer wichtiger. Doch er darf nicht nur vorgetäuscht werden. Die Supermarktkette Netto hatte ein Foto von Schweinen auf grüner Wiese neben das Tierhaltungskennzeichen mit der niedrigsten Stufe 1 gedruckt. Dieses garantiert lediglich den gesetzlichen Mindeststandard in Stallhaltung. Nachdem die Verbraucherzentrale den Händler für die irreführende Kennzeichnung abgemahnt hatte, verschwand das Tierhaltungskennzeichen – nicht aber das Foto der Schweine in Freilandidylle. Die Verbraucherschützer reichten daher Klage gegen den Discounter ein. Nach dem Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth muss Netto die irreführende Abbildung nun entfernen.

Falscher Eindruck durch Abbildung erzeugt

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Abbildung Verbraucher zu der Annahme verleiten könne, die verarbeiteten Tiere hätten zumindest zeitweise Zugang zu einem Außengehege erhalten. Dies ist aber bei der Haltungsform der Stufe 1 nicht der Fall. Die Verbraucherzentrale Brandenburg begrüßte die Entscheidung. Das Gericht habe klargestellt, dass Abbildungen auf Verpackungen keinen falschen Eindruck erwecken und die Haltungsform damit beschönigen dürften.

Seit rund einem Jahr kennzeichnen mehrere große Supermarktketten Frischfleisch mit einem freiwilligen Siegel zur Tierhaltung. Stufe 1 entspricht dem gesetzlichen Mindeststandard. Schweine haben nur mindestens 0,75 Quadratmeter Platz pro Tier und keinen Auslauf. Die höchste Stufe 4 entspricht den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung.

Letzte Änderung 
27. Mai 2020
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.