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Fisch aus Aquakultur ist oft nicht nachhaltig

Forelle
Forelle © 123rf.com - Yatomo

Viele Fischbestände in den Meeren sind überfischt. Doch sind Fisch und Meeresfrüchte aus Aquakultur besser für Umwelt und Meere? In vielen Fällen leider nicht, urteilt die Verbraucherzentrale Hamburg. In einem Marktcheck hat sie 23 Produkte aus Aquakultur im Hinblick auf Kennzeichnung, Herkunft und Nachhaltigkeit überprüft. Die begutachteten Fische und Meeresfrüchte stammen aus acht verschiedenen Supermärkten, darunter Edeka, Lidl, Aldi und Rewe. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Viele Siegel, aber häufig wenig Transparenz

20 der 23 getesteten Produkte trugen ein Qualitäts- oder Gütesiegel, beispielsweise das ASC-Siegel oder ein Bio-Siegel. Die Label machen strengere Vorgaben als gesetzlich vorgeschrieben, etwa zur maximalen Haltungsdichte, zum Einsatz von Medikamenten oder den verwendeten Futtermitteln. Nicht immer sind die Kriterien für Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehbar. Zusätzliche Informationen sind in einigen Fällen über QR-Codes auf der Verpackung zu finden. Doch nur weniger als die Hälfte der getesteten Produkte trugen einen QR-Code, der tatsächlich zusätzliche Produktinformationen lieferte. Im schlechtesten Fall fanden sich auf den hinterlegten Seiten nur Werbung oder Rezepte.  

Herkunftsangaben manchmal verwirrend

Eine Angabe zur Herkunft ist für Fische oder Meeresfrüchte aus Aquakultur verpflichtend. Hersteller müssen auf der Verpackung das Land aufführen, in dem das Erzeugnis mehr als die Hälfte seines endgültigen Gewichts erlangt oder sich während mehr als der Hälfte der Aufzuchtzeit befunden hat. Bei Krebs- und Weichtieren zählt das Land, in dem sich die Tiere während einer abschließenden Aufzuchtphase von mindestens sechs Monaten befunden haben.

Keines der getesteten Produkte im Marktcheck stammte aus Deutschland, die meisten Erzeugnisse waren weit gereist. In zwei Fällen fanden die Tester besonders undurchsichtige Herkunftsangaben: Bei den Jumbo Garnelen der Krone GmbH standen acht verschiedene Herkunftsländer auf der Verpackung – von Honduras bis Vietnam. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sei das keine sinnvolle Information, urteilt die Verbraucherzentrale. Der Hersteller Escal bewirbt seine Miesmuscheln mit Knoblauch & Petersilie als „französische Spezialität. Doch tatsächlich wachsen die Muscheln in Chile heran, in Frankreich werden sie nur weiterarbeitet und verpackt.

Am besten zu Bioprodukten greifen

Als wenig erfreulich beurteilte die Verbraucherzentrale das verwendete Futter. Alle untersuchten Fische wurden zu mehr oder weniger großen Anteilen mit Fischbestandteilen gefüttert. Das ist bei beliebten Speisefischen wie Lachs und Forelle zwar nicht anders möglich, da sie Raubfische sind, die nicht rein pflanzlich ernährt werden können. Bei etwa einem Viertel der Produkte besteht das Futter zum Teil aber sogar aus Wildfang. Eine Fütterung, die sich nach Angaben der Verbraucherzentrale weniger schädlich auf die wilden Fischbestände auswirkt, enthält nur Fisch aus Nebenprodukten, die bei der Verarbeitung von nachhaltig gefangenen oder gezüchteten Speisefischen anfallen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg rät Verbraucherinnen und Verbrauchern dazu, auf Qualitäts- und Gütesiegel zu achten und bevorzugt zu Bioprodukten zu greifen. Aufgedruckte QR-Codes können zusätzliche Informationen über Herkunft und Aufzucht liefern. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte zudem Produkte wählen, die nicht um den halben Globus gereist sind. Dazu lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte, denn die Herkunft muss auf der Verpackung stehen.

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg: Wie nachhaltig ist Fisch aus Aquakultur?  

Letzte Änderung 
6. April 2021
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.