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Vanille und Vanillin sind nicht dasselbe

© Printemps - Fotolia.com

Nicht nur bei der industriellen Lebensmittelherstellung, sondern auch im Privathaushalt werden Aromen eingesetzt, beispielsweise Vanillearomen beim Backen von Kuchen und Weihnachtsplätzchen.

Standard im Backzutatenregal ist der „Vanillinzucker“, denn er ist preiswert und häufig gleich in der Zehner-Packung erhältlich. Vanillinzucker ist jedoch nicht dasselbe wie „Vanillezucker“. Der geringe Unterschied in der Bezeichnung steht für einen größeren Qualitäts- und Preisunterschied.

Vanillin stammt meist nicht aus Vanille

Vanillinzucker besteht aus Zucker und dem Aromastoff Vanillin. Vanillin ist der Hauptbestandteil des Aromas aus der Vanille. Die Vanille enthält außer Vanillin allerdings ein großes Spektrum weiterer Aromastoffe. Vanillin kann künstlich hergestellt sein oder aus natürlichen Quellen stammen. Die natürliche Quelle muss nicht unbedingt ein Lebensmittel sein und erst recht nicht die Vanilleschote, denn die Herstellung aus der Vanille ist teuer. Man kann Vanillin beispielsweise mit Hilfe von Mikroorganismen aus Zuckerrübenschnitzeln produzieren. Es könnte dann als „natürlicher Aromastoff Vanillin“ bezeichnet werden, nicht jedoch als „natürliches Vanillearoma“, denn Letzteres müsste tatsächlich aus der Vanilleschote stammen.

Vanillezucker enthält gemahlene „Vanilleschoten“, die Kapselfrüchte der Vanille. Diese machen sich optisch durch „schwarze Pünktchen“ im Endprodukt bemerkbar. Allerdings können die schwarzen Pünktchen auch durch die feingemahlene (extrahierte) Hülle der Vanilleschote entstehen. Diese sind nahezu geschmacklos. Der Geschmack des Vanillezuckers stammt nicht immer ausschließlich aus der gemahlenen Vanille. Zusätzlich kann auch Vanilleextrakt zum Einsatz kommen. Ob er enthalten ist oder nicht, ist in der Zutatenliste zu erkennen.

Vanillezucker kann auch vollständig mit Vanilleextrakt ohne Vanilleschote hergestellt sein. Nach unserer Kenntnis sind solche Produkte im Handel aber kaum zu finden.

Vanilla und ähnliche Kunstbegriffe sind lebensmittelrechtlich nicht definiert und sagen nichts darüber aus, ob echte Vanille verwendet wurde oder nicht.

Es lohnt sich, genau hinzuschauen, nicht nur bei Vanille- und Vanillinzucker, sondern auch bei nach Vanille schmeckenden Lebensmitteln. Die Zutatenliste verrät die Art des Aromas:

  • „Aroma“ ist vermutlich künstlich, also chemisch-synthetisch hergestellt. Würde es aus natürlichen Quellen stammen, so ist anzunehmen, dass  Hersteller es auch als solches ausloben.
  • „Natürliches Aroma“ stammt aus einem Naturstoff, aber nicht aus der Vanille, denn sonst könnte der Anbieter als „natürliches Vanillearoma“ oder zumindest ein „natürliches Vanillearoma mit anderen natürlichen Aromen“ kennzeichnen.
  • „Natürliches Vanillearoma“ stammt zu mindestens 95 Prozent aus der Vanille.
  • „Vanille“ ist ein Gewürz, kein Aroma. In gemahlener Form wird sie beispielsweise in Back- und Süßwaren eingesetzt. Wer sichergehen will, dass der Geschmack ausschließlich aus der Vanille stammt, sollte die Zutatenliste prüfen. Zusätzlich zur häufig stark beworbenen „echten Vanille“ stecken oft Aromen im Produkt, die wesentlich zur Geschmacksgebung beitragen.

Übrigens: Die vielfach angepriesene „Bourbon-Vanille“ sollte von den so genannten Vanilleinseln stammen. Dazu zählen Madagaskar, die Komoren, La Réunion, die Seychellen und Mauritius.

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Auf einigen Produkte mit Vanillegeschmack sind Vanilleblüten abgebildet, obwohl keine Vanillebestandteile enthalten sind. Wie Produktmeldungen auf Lebensmittelklarheit zeigen, erwarten einige Verbraucher, dass in solchen Lebensmitteln echte Vanille enthalten ist. Auch die Leitsätze für Speiseeis fordern dies. Hersteller sollten daher keine Vanilleblüte abbilden, wenn sie keine echte Vanille verwenden. Zusätzlich sollten sie bereits auf der Frontseite durch einen Hinweis „aromatisiert“ oder „mit Aroma“ deutlich machen, woher der Geschmack nach Vanille stammt. Verbrauchern empfehlen wir, die Zutatenliste gerade bei Produkten mit Vanillegeschmack gründlich zu lesen.

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Letzte Änderung 
25. Oktober 2018