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Siegel „Pro Weideland“ sichert Standards für Weidemilch

© Pro Weideland - Weidecharta

Grasende Kühe auf grüner Wiese: Der Begriff „Weidemilch“ – weckt bei Verbrauchern Erwartungen, die nicht immer eingelöst werden. Ein Großteil der Verbraucher versteht den Begriff „Weidemilch“ so, dass die Kühe im Sommer mindestens zwölf Stunden am Tag – oder sogar Tag und Nacht – auf der Weide stehen. Darauf weist eine repräsentative Verbraucherbefragung aus dem Jahr 2014 hin. Eine Marktstichprobe der Verbraucherzentrale Hessen aus dem Jahr 2019 zeigt allerdings: Die Hersteller von Weidemilch garantieren in der Regel einen Weidegang von lediglich sechs Stunden pro Tag im Sommer. Über die Haltebedingungen in der übrigen Zeit erfahren Verbraucher häufig nichts. 

Höhere Standards für Weidemilch bietet das Siegel  „Pro Weideland –  Weidecharta“, das vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e. V. initiiert und von der Weidecharta-Gemeinschaft umgesetzt wurde.

Gentechnikfreies Futter und unabhängige Kontrolle

Ein breites Bündnis von Vertretern aus Landwirtschaft, Politik, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz hat an den Standards für dieses Siegel mitgearbeitet, darunter auch Lebensmittelklarheit. Landwirte, die mitmachen wollen, müssen diese Kriterien garantieren:

  • Die Kühe stehen an mindestens 120 Tagen im Jahr für mindestens sechs Stunden auf der Weide.
  • Pro Kuh hält der Landwirt eine Grünlandfläche von mindestens 2000 Quadratmeter bereit, davon mindestens 1000 Quadratmeter Weideland.
  • Die Kühe müssen sich ganzjährig bewegen können. Eine Anbindehaltung wird geduldet, aber nur, wenn die Kühe 180 Tage im Jahr auf die Weide kommen und an jedem zweiten Tag im Winterhalbjahr Auslauf haben.
  • Die Kühe erhalten grundsätzlich gentechnikfreies Futter.
  • Die Einhaltung der Kriterien wird von externen Kontrollstellen kontrolliert.

Im Jahr 2018 wurde das Gütesiegel erweitert und für den europäischen Markt geöffnet. Seitdem können auch Anbieter aus dem EU-Ausland ihre Milch als Weidemilch zertifizieren lassen.

Einschätzung der Verbraucherzentrale

120 Tage Weidegang an sechs Stunden pro Tag – das ist weit weniger, als sich Verbraucher wünschen. Tröstlich ist, dass dies der minimale Weidegang ist, real kommen die Kühe das gesamte Sommerhalbjahr auf die Weide, sofern die Witterung es zulässt. Anbindehaltung der Kühe ist mit einem hohen Tierschutzniveau unvereinbar. Dem Initiator Grünlandzentrum ging es darum, Weidegang an sich zu fördern und möglichst viele, auch kleinere Landwirte zum Mitmachen zu bewegen.

Milchkühe bekommen ergänzend Kraftfutter, um die Milchleistung zu unterstützen. Dieses Zusatzfutter – zum Beispiel aus Soja – darf nur „ohne Gentechnik“ hergestellt sein. Die Weideprodukte (Gras, Heu) sind es sowieso. Das ist ein großer Erfolg aus Verbrauchersicht.

Die externe Kontrolle stellt sicher, dass festgelegte Standards auch eingehalten werden und Erzeuger, die gegen die Regeln verstoßen, ausgeschlossen werden. Dass diese Kontrolle fest verankert wurde, ist ein großes Plus. 

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Letzte Änderung 
6. November 2019