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Plattpfirsiche: Weder „wild“ noch vom Weinberg

Plattpfirsich
© tunedin - Fotolia.com

Plattpfirsiche tauchen im Handel immer wieder unter falschen Namen auf, als „Weinbergpfirsich“, „Bergpfirsich“ oder „Wildpfirsich“.

Die Früchte haben eine charakteristisch flache Form mit kleinem Kern. Sie sind in der Regel säureärmer und enthalten mehr Zucker als die runden Sorten. Sie schmecken deshalb süßer und meist auch aromatischer als herkömmliche Pfirsiche. Das macht sie so beliebt.

Verschiedene Bezeichnungen vermitteln aber den falschen Eindruck von Wildformen oder traditionellen Sorten aus besonderen Regionen.

Von wegen Wildpfirsich

Plattpfirsiche stammen von gezüchteten Pfirsichbäumen mit dem botanischen Namen Prunus persica var. platycarpa oder paraguayo. Es handelt sich weder um eine Wildform des Pfirsichbaums noch um Früchte aus Wildsammlung, also in der Natur gepflückte Früchte.

In China wird der Plattpfirsich schon lange angebaut. Er ist durch Mutation aus einem herkömmlichen Pfirsich entstanden. Inzwischen gibt es auch Züchtungen aus Spanien, Frankreich, den USA und Italien. Sorten von Plattnektarinen sind ebenfalls im Angebot.

Plattpfirsichen werden in der Regel konventionell in Plantagen angebaut. Der Baum stellt dieselben Ansprüche wie ein normaler Pfirsichbaum.

Weinbergpfirsiche sind etwas Anderes

© Steffi Pelz / pixelio Weinbergpfirsiche gibt es tatsächlich. Sie werden traditionell in Weinbergen gepflanzt und gehören daher zum Landschaftsbild vieler Weinbaugebiete. Nachdem der Anbau im Laufe des vorigen Jahrhunderts deutlich zurückgegangen war, steigt er seit einigen Jahren aus Gründen der Landschaftspflege wieder.

Die Früchte sind kleiner als die normalen, runden Pfirsiche und pelziger. Das Fruchtfleisch ist weiß oder mehr oder weniger rot gefärbt. Weinbergpfirsiche sind weniger süß, aber sehr aromatisch.

Mit Plattpfirsichen sind sie nicht zu verwechseln.

Klare Bezeichnungen gefordert

Die unterschiedlichen und unkorrekten Bezeichnungen der Plattpfirsiche sind für Verbraucher verwirrend und vermitteln den falschen Eindruck von ursprünglichen Sorten und traditionellen Anbauverfahren. Lebensmittelklarheit fordert Anbieter deshalb auf, die Früchte korrekt als Plattpfirsiche zu bezeichnen.

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Letzte Änderung 
26. Juli 2016

Kommentare

Sie schrieben ---"Sie sind in der Regel säureärmer und enthalten mehr Zucker als die runden Sorten. Sie schmecken deshalb süßer und meist auch aromatischer als herkömmliche Pfirsiche." Mich interessiert: Wodurch schmecken Sie aromatischer? Bedingt durch den höheren Zuckergehalt?


Bei Obst steigt während der Reifung der Zuckergehalt. Allein dadurch, dass Plattpfirsiche süßer und säureärmer im Vergleich zu runden Sorten sind, schmecken sie „reifer“. Die Vorliebe für Süßes ist uns Menschen angeboren. Dadurch empfinden wir süßes Obst als besonders lecker. Ob der Gehalt oder die Zusammensetzung der Aromastoffe in Plattpfirsichen wesentlich anders sind als beim runden Pfirsich, konnten wir nicht ermitteln. Generell gibt es dafür viele Einflussfaktoren, unter anderem die Sorte, der Reifegrad und die klimatischen und andere Anbau-Bedingungen.