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Koffein – Kennzeichnung für „Wachmacher“

© Zerbor - Fotolia.com

Koffeinhaltige Erfrischungsgetränke

Erfrischungsgetränke dürfen maximal 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten. Ab einem Koffeingehalt von 150 Milligramm pro Liter müssen sie den Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ tragen – gefolgt von dem Gehalt an Koffein pro 100 Milliliter. Dies betrifft allerdings überwiegend Energydrinks sowie vereinzelt Cola. Viele Colagetränke enthalten nur rund 100 Milligramm Koffein pro Liter und brauchen den Hinweis nicht zu tragen.

Bei verpackten Getränken erfolgt der Hinweis auf der Verpackung, in der Gastronomie findet man ihn auf der Speise- oder Getränkekarte. In Kantinen oder anderen Gemeinschaftsverpflegungsbetrieben kann er auch im Preisverzeichnis, in einem Aushang oder einer schriftlichen Mitteilung stehen.

Auf Eistee darf der Hinweis fehlen

Diese Kennzeichnungsregel gilt nicht für koffeinhaltige Getränke auf der Grundlage von Kaffee, Tee oder Kaffee- oder Tee-Extrakt, wenn dies aus der Kennzeichnung und Aufmachung dieser Produkte klar hervorgeht – also die Wortbestandteile „Kaffee“ oder „Tee“ in der Bezeichnung enthalten sind. Auf Eistee darf der Hinweis auf Koffein beispielsweise fehlen.

Regelung für andere Lebensmittel

Feste Lebensmittel, denen Koffein wegen der anregenden Wirkung zugesetzt wurden, müssen laut Lebensmittelinformationsverordnung folgenden Hinweis tragen:

„Enthält Koffein. Für Kinder und schwangere Frauen nicht empfohlen“

Dieser muss im selben Sichtfeld wie die Bezeichnung des Lebensmittels erscheinen, gefolgt von einem Hinweis auf den Koffeingehalt, ausgedrückt in Milligramm je 100 Milliliter oder 100 Gramm.

Sogenannte Energy Shots sind konzentrierte Energy Drinks und enthalten oft mehr als 320 Milligramm Koffein pro Liter. Sie werden von den Herstellern als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und fallen unter spezielle Rechtsvorschriften. Sie dürfen nur mit einer Verzehrsempfehlung verkauft werden. Bei Nahrungsergänzungsmittel wird der Koffeingehalt pro empfohlener Tagesdosis angegeben.

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Letzte Änderung 
30. August 2017

Kommentare

Ab welcher Konzentration ist der Koffeingehalt von Getränken und Lebensmitteln kennzeichnungspflichtig?


Ab einem Koffeingehalt von 150 Milligramm pro Liter müssen sie den Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ tragen – gefolgt von dem Gehalt an Koffein pro 100 Milliliter. Bei einem niedrigeren Koffeingehalt oder bei koffeinhaltigen Getränken auf der Grundlage von Kaffee, Tee oder Kaffee- oder Tee-Extrakt, wenn dies aus der Kennzeichnung und Aufmachung dieser Produkte klar hervorgeht – also die Wortbestandteile „Kaffee“ oder „Tee“ in der Bezeichnung enthalten sind muss kein Koffeingehalt angegeben werden.

Was ist mit Fertig-Eiskaffee aus dem Kühlregal [konkreter Produktname von der Redaktion gelöscht]?


Fertig-Eiskaffees enthalten in der Regel Kaffee oder Kaffeeextrakt und damit auch Koffein. Wie in dem Artikel ausgeführt, benötigen die Produkte keinen Koffeinhinweis, wenn aus der Aufmachung klar hervorgeht, dass es sich um ein Produkt mit Kaffee handelt - beispielsweise weil das Wort "Kaffee" in der Bezeichnung enthalten ist.


Wie sieht es aus bei Mate-Tee? Dieser enthält ja von Natur aus Koffein und fällt meiner Ansicht nach somit nicht unter Anh. III Nr. 4.2 der LMIV (LM, denen zu physiolog. Zwecken Koffein zugesetzt wurde). Würde da dann Nr. 4.1 des Anh. III der LMIV gelten oder doch Nr. 4.2? Wenn Nr. 4.1 gelten würde, würde sich das Problem stellen, was der Fall wäre, wenn die Bezeichnung des Mate-Tees einfach nur "Mate" ist. Somit wäre das Wort "Tee" nicht in der Bezeichnung enthalten (abgesehen basiert Mate-Tee auch nicht auf der Teepflanze) und man müsste meiner Ansicht nach auf den Koffeingehalt hinweisen. Wie sehen Sie das, liebe Redaktion von lebensmittelklarheit.de?


Getränke auf Matetee-Basis müssen unserer Rechtauffassung nach einen Koffeinhinweis tragen, wenn der Koffeingehalt bei 150 Milligramm pro Liter oder höher liegt. Die Ausnahmen in der Lebensmittelinformationsverordnung (Anhang III, 4.1) umfassen nur Getränke auf Basis von Kaffee oder Tee, wobei mit „Tee“ gemäß den Leitsätzen die Pflanzenteile des Teestrauches Camilla sinensis gemeint sind. So macht es auch keinen Unterschied, ob „Mate“ oder „Matetee“ auf der Verpackung steht. Unsere Auffassung orientiert sich an einer Stellungnahme des Arbeitskreises Lebensmittelchemischer Sachverständiger (ALS) zu Getränken mit koffeinhaltigen teeähnlichen Erzeugnissen.

Ein niedrigerer Koffeingehalt muss in Getränken generell nicht gekennzeichnet werden. Der Hinweis im Anhang III, 4.2 betrifft andere Lebensmittel als Getränke und hat für Getränke keine Bedeutung.“


Wieso steht es auf (Zart)Bitterschokolade nicht?


Für andere Lebensmittel als Getränke ist ein Koffeinhinweis nur erforderlich, wenn das Koffein zu physiologischen Zwecken zugesetzt wurde. Dies ist beispielsweise bei einigen Nahrungsergänzungsmitteln der Fall. Lebensmittel (außer Getränke), die von Natur aus Koffein enthalten, wie Schokolade, brauchen den Hinweis nicht zu tragen.