Fragen & Antworten

Zusatzstoffe in Zutaten

Frage

Ein Produkt enthält 10 Prozent Äpfel, die der Hersteller mit Antioxidationsmittel behandelt hat, damit sie nicht braun werden. Die Äpfel werden vor dem Abfüllen erhitzt. Müssen die Antioxidationsmittel in der Zutatenliste des Gesamtprodukts noch angegeben werden?

Antwort

Das Antioxidationsmittel muss in der Zutatenliste nur dann gekennzeichnet werden, wenn es auch im Endprodukt eine technologische Wirkung hat.

Grundsätzlich müssen Hersteller im Zutatenverzeichnis sämtliche Zutaten des Lebensmittels, also auch Zusatzstoffe, aufführen. Das regelt die EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Diese Kennzeichnungspflicht entfällt für Zusatzstoffe jedoch, wenn die folgenden beiden Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. der Zusatzstoff gelangt über eine Zutat in das Enderzeugnis, wie in ihrem Beispiel das Antioxidationsmittel über die Äpfel und
  2. er erfüllt im Enderzeugnis keine technologische Wirkung mehr.

Entscheidend ist in Ihrem Beispiel also, ob das Antioxidationsmittel auch im Enderzeugnis die Äpfel noch vor dem Braunwerden schützt oder zum Erhalt des Aromas und der Haltbarkeit beiträgt. Dann ist es kennzeichnungspflichtig. Wurde das Antioxidationsmittel durch das Erhitzen zerstört oder durch seine antioxidative Wirkung im Apfel schon vor dem Erhitzen verbraucht, erfüllt es im Endprodukt keine Funktion mehr und der Hersteller muss es in der Zutatenliste nicht nennen.

Wir sehen diese Ausnahmeregelung kritisch. Für Verbraucher, die bestimmten Zusatzstoffe ablehnen, ist es vermutlich egal, ob diese noch technologisch wirksam sind oder nicht. Sie wollen viel mehr Wissen, ob der Zusatzstoff im Endprodukt vorhanden ist oder nicht.

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