Fragen & Antworten

Nahrungsergänzungsmittel mit Werbung zur Fruchtbarkeit

Frage

Ich bin auf der Suche nach einem Nahrungsergänzungsmittel (Arzneimittel möchte ich nicht nehmen), das mir dabei helfen kann, den Kinderwunsch von meiner Partnerin und mir zu erfüllen. Ich brauche also etwas zur Verbesserung meiner Fertilität. Ich habe nun zahlreiche Produkte gesichtet und verglichen.
Mir ist aufgefallen, dass die einzelnen Verkäufer unterschiedliche Aussagen zu ihren Produkten machen. Nun möchte ich Sie fragen, was ich davon glauben kann, was wissenschaftlich belegt ist und was überhaupt seriös bzw. zulässig ist.
Einige Produkte enthalten Vitamine oder Mineralstoffe wie Zink und Selen. Andere enthalten L-Arginin oder Pflanzenstoffe aus Maca oder Tribulus Terrestris. 
Von den Mitteln wird behauptet, dass sie wichtige Nährstoffe zur Steigerung der Fertilität liefern, die sexuelle Funktion und Fruchtbarkeit steigern oder ein natürlicher Testosteron- und Libido-Booster für Männer ist. Es wird mit hoher Potenz, gesteigerter Spermienqualität und verstärkter Erektion geworben. Wird die Beweglichkeit und das Volumen der Spermien und deren Anzahl wirklich verbessert? Ist das alles bewiesen?

Antwort

Nahrungsergänzungsmittel zählen zu den Lebensmitteln. Sie sind keine Arzneimittel und dürfen keine pharmakologische Wirkung haben. Entsprechend können Sie von den Produkten keine Steigerung der Körperfunktionen erwarten. Sinnvoll wäre ein Einsatz nur, wenn ein entsprechender Mangel, beispielsweise an Vitaminen, besteht. Diesen kann nur ein Arzt feststellen. Dennoch werben Anbieter gerade im Internet häufig plakativ mit unbewiesenen angeblichen Wirkungen. Ein Großteil der von Ihnen genannten Aussagen verspricht eine Verbesserung der Körperfunktionen und ist damit bei einem Nahrungsergänzungsmittel unzulässig.

Einschätzung zur Kennzeichnung

Versprechen und Aussagen zu gesundheitlichen Auswirkungen von Lebensmitteln, darunter auch Nahrungsergänzungsmitteln, sind in der Health-Claims-Verordnung streng reguliert. 
Zum Thema Fruchtbarkeit und Spermienqualität sind – unter der Voraussetzung, dass das Produkt eine signifikante Menge des Nährstoffs enthält – folgende Aussagen zugelassen:

  • Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei
  • Selen trägt zu einer normalen Spermabildung bei
  • Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei

Versprechen, die über die genannten Angaben hinausgehen und beispielsweise eine Steigerung der Libido oder der Fruchtbarkeit versprechen, sind nach Einschätzung von Lebensmittelklarheit unzulässig.

Zu L-Arginin oder den genannten Pflanzenstoffen sind keine Gesundheitsaussagen zugelassen. Zu L-Arginin wurden bereits mehrere Claims geprüft und abgelehnt. Aussagen zu Maca oder Tribulus terrestris wurden noch nicht beantragt oder geprüft und sind damit ebenfalls unzulässig.

Vorsicht beim Kauf im Internet

Im Gegensatz zu Arzneimitteln, die eine Zulassung benötigen, müssen Nahrungsergänzungsmittel nicht zugelassen, sondern nur angezeigt werden. Sie dürfen allerdings nur unbedenkliche Zutaten enthalten. Für die Sicherheit der Mittel ist der Hersteller verantwortlich. Stichproben der Lebensmittelüberwachung zeigen aber immer wieder, dass vor allem im Internet Mittel angeboten werden, die pharmakologisch wirksame oder sogar gesundheitsschädliche Substanzen enthalten. Bei Produkten mit Tribulus terrestris wurden beispielsweise mehrfach unerlaubt zugesetzte Hormone oder Steroide festgestellt. Zudem enthält die Pflanze selbst gesundheitsbedenkliche Alkaloide. Insgesamt sind zu wenige Daten vorhanden, um ein mögliches Risiko abzuschätzen. Zudem sind viele Gesundheitsversprechen von Nahrungsergänzungsmitteln im Internet unzulässig.

Generell sollten Sie beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln zur Steigerung der Fruchtbarkeit aus unsicheren Quellen vorsichtig sein. Bei vielen Substanzen ist eine Wirkung fraglich und das Risiko steht in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen. Bei gesundheitlichen Problemen sollten Sie nicht zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, sondern einen Arzt um Rat fragen. 
 

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