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Freilandeier falsch gekennzeichnet

Frage:

Mit behördlicher Genehmigung werden seit Wochen Freilandeier verkauft, die es seit der Aufstallpflicht (wegen der Vogelgrippe, Anm. d. Red.) nicht mehr gibt. Warum läuft der Verbraucherschutz hier nicht Sturm dagegen? Jetzt soll auch noch die Frist von derzeit zwölf Wochen verlängert werden. Sollen die Verbraucher einfach ruhig gestellt werden oder was steckt dahinter?

Antwort:

Sie haben recht, wegen der Vogelgrippe galt in fast allen Bundesländern die Stallpflicht für Hausgeflügel. Sie wurde Ende 2016 in fast allen Bundesländern angeordnet. Das heißt, auch Legehennen, die sonst unter Freilandbedingungen leben, wurden seitdem in Bodenhaltung gehalten.

Betriebe, die ihre Legehennen normalerweise in Freilandhaltung halten, dürfen während einer behördlich angeordneten Stallpflicht ihre Eier maximal zwölf Wochen lang [seit 25. November 2017: 16 Wochen lang] weiter als Freilandeier verkaufen. Diese Ausnahme ist in der EU-Eiervermarktungs-Durchführungsverordnung festgelegt. Nach Ablauf der zwölf Wochen müssen die Betriebe die Bodenhaltung deklarieren. Für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten kaufen Verbraucher somit Freilandeier, obwohl die Legehennen keinen Zugang zu "Freiland" haben. Da die Stallpflicht für Geflügel nicht immer flächendeckend notwendig ist, können selbst informierte Verbraucher beim Einkauf nicht erkennen, ob "Freilandeier" von Legehennen stammen, die im Freiland gehalten wurden oder von der Stallpflicht betroffen sind.

Aus Sicht der Verbraucherzentralen ist die Ausnahmeregelung wenig verbraucherfreundlich. Deshalb fordern die Verbraucherzentralen eine transparente Kennzeichnung der von der vorübergehend verhängten Aufstallungspflicht betroffenen Eier. Dafür sollten die Eier oder der Eierkarton mit einem gut sicht- und lesbaren Hinweis gekennzeichnet sein – entweder über eine Banderole um den Eierkarton oder auf einem Schild bei loser Ware. Der Wortlaut des Hinweises sollte vorgeschrieben sein, zum Beispiel: "Aufgrund einer amtlich verordneten Stallpflicht kommen diese Eier aus Bodenhaltung". Die Kennzeichnung ist unverzüglich nach Verhängen der Aufstallungspflicht umzusetzen.

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Letzte Änderung 
10. Mai 2017