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Studie: Herkunftsangaben bei Lebensmitteln können täuschen

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Studie: Herkunftsangaben bei Lebensmitteln können täuschen

Auf einem Espresso prangt eine italienische Flagge oder ein Cheddar wird als „original irisch“ angepriesen: Bilder und Angaben zur Herkunft wecken Erwartungen bei Verbraucher:innen. Nicht immer passen diese zur tatsächlichen Herkunft des Lebensmittels oder zu den Zutaten. Und vorgeschriebene Hinweise korrigieren den falschen Eindruck nicht ausreichend. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag des Portals Lebensmittelklarheit.de.  

Die Herkunft ist für viele Verbraucher:innen ein wichtiges Kriterium beim Einkauf. In der Studie gab beispielsweise gut die Hälfte der Befragten (56 Prozent) an, Spezialitäten aus Deutschland zu kaufen. Doch die tatsächliche Herkunft von verpackten Lebensmitteln im Supermarkt zu erkennen, ist manchmal schwer. Die Befragung zeigt: Nur 23 Prozent der Teilnehmenden fällt es leicht zu erkennen, wo ein Lebensmittel hergestellt oder verarbeitet worden ist. 

Kaffee im Vergleich

Farben und Ortsnamen wecken Erwartungen

Die Studie zeigt außerdem: Anspielungen auf eine bestimmte Herkunft, beispielsweise fremdsprachige Hinweise, Landesfarben oder Ortsbezüge können bei Verbraucher:innen starke Erwartungen an die Herkunft eines Lebensmittels und dessen Zutaten wecken. 

Beispielsweise glaubten bei einer neutralen Gestaltung einer Espresso-Verpackung 21 Prozent der Befragten, der Espresso stamme wahrscheinlich aus Italien. Diese Erwartung stieg auf 62 Prozent der Teilnehmenden, sobald auf der Verpackung die Farben der italienischen Flagge und einige Hinweise in italienischer Sprache aufgedruckt waren. 

Aktuelle Regelungen schützen nicht vor falschen Eindrücken

Salami

Für solche Fälle gibt es in der Lebensmittelinformationsverordnung spezielle Regelungen, die vor Irreführung schützen sollen. So müsste auf Espresso mit Italien-Werbung ein Hinweis stehen, wenn er aus einem anderen Land stammt. 

Hinweise wie „hergestellt in…“ korrigieren die Erwartungen an die Herkunft aber nicht vollständig. Denn wo sie stehen und wie sie gestaltet sein sollen, ist nicht vorgegeben. Die Wirkung hängt aber genau davon ab, wie die Studie zeigt. Besonders in Siegelform angebrachte Hinweise erfüllen ihren Zweck nicht: Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) gingen bei einer italienisch anmutenden „Salsiccia traditionale“ von einer Herstellung in Italien aus. Dabei war eine Angabe „hergestellt in Deutschland“ auf der Schauseite vorhanden, aber in einem stempelartigen Aufdruck angegeben.

Vorschriften zur Herkunft von Zutaten sind unverständlich

Pizzaverpackung

Ist eine Herkunft auf dem Lebensmittel gekennzeichnet, so gilt: Ein Hinweis ist erforderlich, wenn die Hauptzutaten („primären Zutaten“) nicht daher stammen. Umgekehrt heißt das: Ohne Hinweis stammen die wesentlichen Zutaten aus dem angegebenen Land oder der Region. Das ist aber einem Großteil der Verbraucher:innen nicht klar, wie die Studie zeigt:

Zwar verstanden 75 Prozent der Teilnehmenden den Hinweis „Tomaten nicht aus Italien“ auf einer „original italienischen Pizza Salami“ richtig. Die Angabe bedeutet aber gleichzeitig, dass die primäre Zutat Salami aus Italien stammt. Das verstanden nur 26 Prozent der Befragten. Die Hälfte (50 Prozent) ging davon aus, dass die Herkunft der Salami nicht zu erkennen ist. 

Verbraucherzentrale fordert klare Regeln

Die aktuellen Vorgaben zur Herkunftskennzeichnung reichen aus Sicht von Lebensmittelklarheit nicht aus, um Verbraucher:innen zuverlässig vor Irreführungen zu schützen. Die Verbraucherzentrale fordert daher eine verpflichtende Kennzeichnung des Herkunftslandes für alle Lebensmittel in der EU. Das sollte auch für Hauptzutaten (primäre Zutaten) bei verarbeiteten Produkten gelten. Wird ein bestimmtes Herkunftsland beworben, sollten diese Hinweise in unmittelbarer Nähe stehen müssen. 

Die Studie wurde im Dezember 2025 als bevölkerungsrepräsentative Onlinebefragung von der Zühlsdorf + Partner PartG im Auftrag des Projekts Lebensmittelklarheit durchgeführt. Es wurden 2.286 Personen ab 16 Jahren in Deutschland befragt. 

Quelle (auch Bildquellen): Zühlsdorf, A., Horsch, A., Löbbert, T., Spiller, A. (2026): Herkunftsmarketing und -angaben auf Lebensmitteln, Empirische Studie zur Verbraucherwahrnehmung, Chartbook, Göttingen, im Auftrag des Projekts Lebensmittelklarheit.

Hinweis: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden in der Regel nicht aktualisiert.

Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:  
Isabella von Luxburg, 
luxburg@leichtzulesen.org, 
www.leichtzulesen.org,  
Mitglied im Netzwerk Leichte Sprache e.V. 

Der Text wurde geprüft durch die Prüflesegruppe:  
Menschen mit Lernschwierigkeiten Zentrum Leichte Sprache Allgäu, 
https://www.kjf-augsburg.de/angebote-leistungen/weitere-angebote/zentrum-leichte-sprache/

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I.Jürgensen
07.05.2026 - 17:23

Ich bin sauer, wenn ich auf einer Konserve lese: "hergestellt für REWE köln!"
Evtl. kommt das aus China, was ich nicht will.
Auch das Personal weiß nichts!! QR Codes kann ich auch nicht lesen oder nur zu hause am Computer raten. Im Laden ist man auch hilflos!

Irene Häring
07.05.2026 - 14:02

Hallo, ich habe eine grundsätzliche Frage : wie sind die Vorschriften bei Lebensmitteln aus der biologischen Landwirtschaft ? Ich habe diesbezüglich auch schon zweifelhafte Aussagen auf den Lebensmitteln gelesen !
Danke für Ihre Antwort im Voraus
PS. Ich kaufe zu ca. 80-90% BIO .

Lebensmittelklarheit
07.05.2026 - 14:28

Die Vorschriften für Bio-Lebensmittel sind sehr umfangreich und detailliert in der EU-Öko-Basis-Verordnung geregelt. Sie umfassen bei pflanzlicher Produktion beispielsweise  Vorgaben zur Pflanzenvermehrung, Bodenbewirtschaftung, Düngung und Schädlingsbekämpfung. Bei tierischer Produktion gibt es beispielsweise Vorgaben zur Tierhaltung, Fütterung, Erhaltung der Tiergesundheit und vieles mehr. 

Die wichtigsten Kriterien finden Sie in diesem Artikel beschrieben: 
https://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/wo-bio-draufsteht-muss-bio-drin-sein  

Anne Zurawka
02.04.2026 - 21:54

Eine Frechheit sondergleichen! Der Verbraucher wird an allen Enden und Ecken hereingelegt
Hier müssen dringend Gesetze her; und wichtiger: Leute, die das auch kontrollieren. Ich stimme ihnen voll und ganz zu.

L.Bendix
02.04.2026 - 17:06

Was bleibt übrig? Jeder der Wert darauf legt woher die Produkte oder ihr Inhalt im Detail kommen, muss sich unter großem Aufwand anderweitig informieren. Wenn er jetzt noch dem Hersteller mitteilen würde warum er mit diesen Informationen ausgestattet nicht kauft, könnte sich vielleicht etwas ändern. Aber das wird leider nicht in ausreichendem Mass passieren. Also weiter so und danke an Lebensmittelklarheit.

Peter
01.04.2026 - 15:13

Der Forderung des Verbraucherschutz stimme ich vollumfänglich zu.

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