Das ärgert beim Einkauf:

Werbung mit „Made in Germany“ kann nicht stimmen

Das Kreatin für das „ESN Ultrapure Kreatin Pulver“ kann nicht aus Deutschland stammen.
Getäuscht?

Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.

Der Anbieter für Sportlerprodukte der Marke ESN bewirbt das Angebot „ESN Ultrapure Kreatin Pulver“ auf esn.com mit „Made in Germany“. Stammt die primäre Zutat Creatine Monohydrate nicht aus Deutschland, muss die Anbieterfirma dies angeben. Solch einen Hinweis gibt es weder auf der Verpackung noch beim Angebot im Online-Shop, obwohl Kreatin nach Informationen von Expert:innen aus der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfallen nicht aus Deutschland stammen kann. 
Die Anbieterfirma sollte auf der Verpackung und im Online-Shop das Ursprungsland für das verwendete Kreatin offenlegen oder auf die Werbung mit „Made in Germany“ verzichten.

Auf der Rückseite des Ultrapure Kreatin Pulvers steht "Made in Germany", aber ESN macht keine Angaben zur Rohstoff-Herkunft. Auch auf Nachfrage bei ESN keine Auskunft. Der Verbraucher soll getäuscht werden.
Verbraucher aus Limburgerhof vom 11.02.2026

Einschätzung der Verbraucherzentrale zur ursprünglichen Website

Die Werbung „Hergestellt in Deutschland“ vermittelt einen falschen Eindruck, wenn die wesentlichen Zutaten der Sportler-Produkte nicht aus Deutschland stammen und Hinweise auf die abweichende Herkunft fehlen.

Darum geht’s:


Die Anbieterfirma bietet verschiedene Nahrungsergänzungsmittel für Sportler:innen an, darunter das „ESN Ultrapure Kreatin Pulver“. Auf der Rückseite der Verpackung und in der Chart-Galerie beim Angebot wirbt die Firma mit „Made in Germany (Hergestellt in Deutschland)“. Die Herkunft der primären Zutat Kreatin ist auf der Verpackung und in der Online-Beschreibung nicht zu finden. Der Sitz der Firma ist Elmshorn.

Das ist geregelt:

Gemäß der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) dürfen die Informatio-nen auf Lebensmitteln nicht täuschen, unter anderem über das Ursprungsland oder den Herkunftsort.
Primäre Zutaten sind laut LMIV die Zutaten, die 50 Prozent der Menge ausmachen oder die, die üblicherweise mit der Bezeichnung des Lebensmittels assoziiert wer-den und für die in den meisten Fällen eine mengenmäßige Angabe vorgeschrieben ist.
Ist auf einem Lebensmittel eine Herkunft angegeben, die primäre(n) Zutat(en) stammen aber nicht daher, so ist ein Hinweis zur Herkunft der primären Zutaten anzugeben. Alternativ ist die Angabe möglich, dass die primäre Zutat aus einem anderen Ursprungsland oder Herkunftsort kommt als das Lebensmittel.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Der Anbieter bewirbt sein Produktangebot online mit „Made in Germany“, obwohl die wesentliche Zutat nicht aus Deutschland stammen kann. Hier fehlt der wichtige Hinweis, woher die primäre Zutat Kreatin stammt. So kann die falsche Erwartung entstehen, dass das Kreatin aus Deutschland stammt.
Laut den Expert:innen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird die Substanz Kreatin in Europa nur von einer deutschen Firma produziert und unter dem Markenamen „Creapure®“ und „Creavitalis®“ als Zutat gekennzeichnet. Dieser Markenname taucht bei der Beschreibung der Qualität des „Premium Kreatin Mononhydrates“ nicht auf. 

Fazit:

Die Anbieterfirma sollte auf der Verpackung und im Online-Shop das Ursprungsland für das verwendete Kreatin offenlegen oder auf die Werbung mit „Made in Germany“ verzichten.

 

Stellungnahme der The Quality Group GmbH, Elmshorn

Text-Ausschnitt aus der Original-Stellungnahme:
Die Kennzeichnung unseres Produkts entspricht den geltenden lebensmittelrechtli-chen Vorschriften. Eine verpflichtende Angabe zum Ursprungsland des Rohstoffs (Kreatin) besteht für Nahrungsergänzungsmittel dieser Art nicht.
Die Angabe „Made in Germany“ bezieht sich auf die Herstellung bzw. Verarbeitung und Abfüllung des Produkts in Deutschland. Eine Irreführung der Verbraucherin-nen und Verbraucher …
 

Getäuscht?

Ergebnis

Lebensmittelklarheit hat am 17.04.2026, das Online-Angebot „ESN Ultrapure Kreatin Pulver“ auf esn.com und die Verpackung im Handel geprüft. Das Chart mit der Werbung „Made in Germany“ gibt es nicht mehr, die Verpackung im Handel trägt unverändert die Werbung „Made in Germany“. Damit ist das Täuschungspotenzial über den Ursprung des Kreatins nicht beseitigt.