Vermeintliches Schoko-Osternest enthält keine Schokolade
Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.
Zusammenfassung
Für Penny bietet die Firma Rau zu Ostern eine Süßigkeit an, die wie Schokoladen-Cornflakes dekoriert mit Schokoeiern und -hase aussieht. Statt brauner und weißer Schokolade enthält das Osternest tatsächlich kakaofreie Schokoladenimitate.
Diesen Austausch erkennen nur diejenigen, die das Kleingedruckte auf der Rückseite durchlesen. Wer hingegen das Osternest nach dem ersten Eindruck wählt, kann ungewollt eine kakaofreie Süßigkeit kaufen. Denn kaum jemand dürfte mit einem Schokoladenimitat rechnen.
Die Anbieterfirma sollte bereits auf Schauseite unübersehbar kennzeichnen, dass das Produkt keine Schokolade enthält.
Beschwerde
Schau mal was für ein leckeres Schoko-Osternest, sagte meine Tochter mit Leuchten in den Augen. Natürlich haben wir das Osternest dann auch direkt gekauft und probiert. Nachdem es irgendwie nicht nach Schokolade geschmeckt hat, habe ich mir die Kennzeichnung mal genauer angeschaut und festgestellt, dass überhaupt keine Schokolade enthalten ist, sondern eine "kakaofreie Schokoladenalternative". Ich bin enttäuscht. Wer rechnet denn mit sowas?
Verbraucher aus Kleinostheim vom 10.03.2026
Verbraucher aus Berlin vom 09.03.2026
Einschätzung der Verbraucherzentrale
Kaum zu erkennen: Dass die Oster-Süßigkeit keine Schokolade enthält, ist auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar. Es fehlt ein unübersehbarer Hinweis.
Darum geht’s:
In durchsichtiger Cellophantüte mit Schleife bietet die Firma Rau Chocolate & Cereals eine Oster-Süßigkeit bei Penny an. Optisch sieht das Produkt wie ein scheibenförmiges Nest aus Cornflakes und Schokolade aus. Das Nest ist dekoriert mit zwei braun-weißen Eiern und einem Hasenkopf. Lediglich auf der Rückseite befindet sich ein Etikett. Unter anderem ist die Bezeichnung „Cornflakes 23,5 % mit kakaofreier Schokoladenalternative mit gemahlenen Sonnenblumenkernen 45 %, Dekoeiern aus kakaofreier Schokoladenalternative …“ zu sehen. Außerdem ist ein Siegel mit dem Begriff „ChoViva“ und dem klein geschriebenen Hinweis „with tasty smooth CO2 reduced“ abgebildet. Zu den Zutaten zählen neben Zucker, Mais und zahlreichen Zusatzstoffen pflanzliche Fette (Palm, Shea), Sonnenblumenkernmehl 5,5 %, Traubenkernmehl 2,6 % und natürliches Aroma. Zutaten aus Kakaobohnen sind nicht enthalten.
Das ist geregelt:
Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).
Die LMIV fordert außerdem, dass bei Lebensmitteln, bei denen Verbraucher:innen eine bestimmte Zutat erwarten, die durch eine andere Zutat ersetzt wurde, dies zusätzlich kenntlich gemacht wird. Die Anbieterfirmen müssen in unmittelbarer Nähe zum Produktnamen in 75 % der x-Höhe des Produktnamens die als Ersatz verwendete Zutat nennen.
So sieht’s die Verbraucherzentrale:
Fehlkäufe sind bei dem „Osternest“ vorprogrammiert: Das Aussehen der Oster-Süßigkeit spricht für ein Produkt mit Schokolade. Kaufinteressierte dürften nicht mit einem Schokoladenimitat rechnen. Ein auffallender und auf den ersten Blick erfassbarer Hinweis, dass die Süßigkeit keine Schokolade enthält, fehlt auf der Schauseite. Transparente Kennzeichnung geht anders.
Fazit:
Die Anbieterfirma sollte bereits auf Schauseite unübersehbar kennzeichnen, dass das Produkt keine Schokolade enthält.
Stellungnahme der Rau Chocolate & Cereals, Altenstadt
Auf das Schreiben von Lebensmittelklarheit vom 10.03.2026 liegt keine Antwort vor.






