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Wiltmann Peperoni Salami

 

Der Hersteller listet nun auch Peperoni im Zutatenverzeichnis der „Peperoni Salami“ auf, allerdings ohne Mengenangabe.

Verbraucherbeschwerde 

Im Urlaub habe ich diese Peperoni Salami von der Firma Wiltmann gekauft. Vor dem Verzehr habe ich mir angeguckt, aus welchen Zutaten die Salami besteht und bin sehr darüber verärgert, dass in der PEPERONI Salami gar keine Peperoni drin ist. Ich habe erwartet, das was vorne drauf steht auch drin ist - also Peperoni!!! Ist es erlaubt eine Salami, "Peperoni-Salami" zu nennen, wenn gar keine Peperoni drin ist?
Verbraucher aus Berlin vom 14.08.2020

Einschätzung der Verbraucherzentrale zur ursprünglichen Verpackung
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Der Hersteller bezeichnet die Salamisorte als „Peperoni“, obwohl er Peperoni nicht als Zutat aufführt. Die Zutatenliste nennt „Gewürze“, „Chiliextrakt“ und „Paprikaextrakt“. Möglicherweise verbirgt sich die Peperoni hinter diesen Zutaten. Peperoni gehört, wie Chili, zu den Paprikagewächsen. Der Hersteller sollte bei einer „Peperoni Salami“ auf der Verpackung klar kennzeichnen in welchen Mengen und in welcher Form Peperoni enthalten ist.

Darum geht’s:

Der Hersteller nennt die Salami „Peperoni Salami“. Die Zutatenliste führt nach Schweinefleisch, Salz, Traubenzucker die würzenden Zutaten „Gewürze, Paprikaextrakt, Chiliextrakt, Knoblauchextrakt“ auf. Peperoni als Zutat erscheint nicht.
Bei Peperoni handelt es sich um ein Paprikagewächs (Pflanzengattung Capsicum). Sie werden aufgrund ihrer Geschmacksvielfalt auch als Gewürzpaprika bezeichnet.

Das ist geregelt:

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) regelt grundsätzlich, dass Informationen über Lebensmittel nicht täuschen dürfen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Nach der Verordnung müssen alle Zutaten in einem Zutatenverzeichnis aufgeführt werden. Bei Gewürzen, die nicht mehr als zwei Gewichtsprozent im Lebensmittel ausmachen, kann statt der speziellen Bezeichnung der Gewürze auch die Klassenbezeichnung „Gewürze“ in der Zutatenliste genannt werden.
Die Leitsätze für Gewürze und andere würzende Zutaten definieren Gewürze als Pflanzenteile, die wegen ihres Gehaltes an natürlichen Inhaltsstoffen als geschmack- und/oder geruchgebende Zutaten zu Lebensmitteln bestimmt sind. Die Gewürze Paprika und Chili werden gemäß Leitsätze aus Pflanzen der Gattung Capsicum gewonnen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Verbraucherinnen und Verbraucher, die eine „Peperoni-Salami“ kaufen, erwarten eine bestimmte Geschmacksqualität durch Peperoni. Wenn die Verpackung und die Zutatenliste keinerlei weitere Informationen zu Peperoni bereithält, können Zweifel aufkommen, ob die Salami überhaupt Peperoni enthält. Dass sich Peperoni hinter der Zutat „Gewürze“ oder hinter der Zutat „Paprikaextrakt“ verbergen kann, ist nicht selbstverständlich und müssen Verbraucher nicht wissen. Wenn eine spezielle Zutat auf der Verpackung genannt oder beworben ist, sollte diese nach unserer Auffassung mit Mengenkennzeichnung im Zutatenverzeichnis zu finden sein.

Fazit:

Der Hersteller sollte bei einer „Peperoni- Salami“ auf der Verpackung klar kennzeichnen in welchen Mengen und in welcher Form Peperoni enthalten ist.

Stellungnahme der Franz Wiltmann GmbH & Co. KG, Westfälische Fleischwarenfabrik, Versmold/Peckeloh

Kurzfassung:

Die „Peperoni-Salami“ führt den Zusatz „Peperoni“, um anzuzeigen, dass es sich um eine mild-scharfe Salami handelt. Selbstverständlich enthält die „Peperoni-Salami“ Peperoni als Gewürz.
Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen, werden wir mit der nächsten Auflage die Deklaration im Zutatenverzeichnis präzisieren.
Stellungnahme Downloads 
Status 

Der Hersteller führt Peperoni nun im Zutatenverzeichnis separat auf. Die Peperoni-Salami mit geändertem Zutatenverzeichnis ist nach Angabe des Herstellers ab Juli 2021 im Handel.
Für Peperoni gibt es im Zutatenverzeichnis keine Mengenangabe.

Stand 
21. Juli 2021