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Gutes Land Frische Bergbauernmilch

 

Die Abbildung der Kuh auf der Weide kann einen falschen Eindruck über die Form der Tierhaltung erwecken, denn in der „Einstiegsstufe“ des Tierschutzlabels ist lediglich die Bewegungsfläche pro Kuh im Stall festgelegt.

Verbraucherbeschwerde 

Netto hat in seinem Sortiment nun "Frische Bergbauernmilch". Auf der Bildseite ist ein Allgäuer Bauer mit seiner Kuh Rosi abgebildet. Dem Verbraucher wird suggeriert, dass die Kühe auf Almwiesen gehalten werden. Auch der beschreibende Text auf der Rückseite lässt erst denken, dass die Kühe in 800 m Höhe auf den Almwiesen grasen dürfen.
Schaut man aber darunter auf die Tierschutzkriterien, stellt sich raus, dass die Kühe im Stall gehalten werden nach den Vorgaben der Einstiegsstufe des Tierschutzlabels "Für mehr Tierschutz". Meines Erachtens wird der Verbraucher getäuscht.
Verbraucherin aus Königswinter vom 26.02.2021

Einschätzung der Verbraucherzentrale
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Die Abbildung auf dem Etikett der „Frischen Bergbauernmilch“ zeigt eine Tierhaltung auf der Weide vor einem ländlichen Hintergrund. Insgesamt lässt die Aufmachung der Schauseite – Kuh auf einer Weide und der Hinweis „Für mehr Tierschutz“ – eine entsprechende Haltung der Tiere auf der Weide erwarten. Auf der Rückseite informiert der Anbieter über Tierschutzkriterien wie „mehr Bewegungsfreiheit durch großzügige Laufställe“ und das Zertifikat der „Einstiegsstufe“ des Labels „Für mehr Tierschutz“. Weidehaltung ist nicht dasselbe wie die Haltung in Laufställen.
Der Hersteller sollte eine passende Abbildung der Tierhaltung wählen.

Darum geht’s:

Das Etikett der „Frischen Bergbauernmilch“ zeigt eine Kuh in Freilandidylle vor einer Bergregion. Auf der Schauseite ist auch das Label „Für mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes abgebildet sowie namentlich einer der Bergbauern. Auf der Rückseite stehen Informationen zur Herkunft der frischen Bergbauernmilch und den Tierschutzkriterien wie:

  • Mehr Bewegungsfreiheit durch großzügige Laufställe im Sinne des Tierschutzes
  • Zertifiziert nach den Vorgaben der Einstiegsstufe des Tierschutzlabels „Für mehr Tierschutz“.

Die Kriterien der Einstiegsstufe beinhalten keine Weidehaltung.

Das ist geregelt:

Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) regelt grundsätzlich, dass Informationen über Lebensmittel nicht täuschen dürfen, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften eines Lebensmittels.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Abbildungen von Kühen im Freien auf saftigen Wiesen zusammen mit einem Gebirgszug im Hintergrund vermitteln die Haltung der Tiere im Freien auf der Weide. Die Abbildung des Tierschutzlabels des Deutschen Tierschutzbundes mit der Aufschrift „Für mehr Tierschutz“ kann diesen Eindruck verstärken. Die Tierschutzkriterien auf der Rückseite des Etiketts dagegen informieren über „großzügige Laufställe“ und die Zertifizierung nach der „Einstiegsstufe“ des Tierschutzlabels. Welche Kriterien diese Einstufung beinhaltet, steht dort nicht. Festgelegt ist für diese Stufe „6 m² Bewegungsfläche pro Kuh im Stall“. Zu dieser Fläche zählen auch Liege- und Laufbereich sowie der Bereich der Fütterung. Diese Kriterien des Deutschen Tierschutzbundes für die Einstiegsstufe sprechen für eine Stallhaltung und passen daher nicht zur abgebildeten ländlichen Idylle mit Kühen auf der grünen Weide. Die abgebildete Weidehaltung passt aus unserer Sicht nur, wenn die üblichen Vorgaben für Weidehaltung erfüllt werden. Dies müsste dann aber auch klar auf dem Etikett angegeben sein.

Fazit:

Der Hersteller sollte eine passende Abbildung der Tierhaltung wählen.

Stellungnahme der Netto Marken-Discount AG & Co. KG, Maxhütte-Haidhof

Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale liegt keine inhaltliche Antwort zum Sachverhalt der Verbraucherbeschwerde vor.

Stand 
27. Mai 2021