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Dessert Schokolade, Beispiel Schokoladenpudding

 

Das Dessert darf sich „Schokolade“ nennen, obwohl es keine Schokolade enthält – nach den Leitsätzen reicht ein Prozent Kakaopulver aus.

Verbraucherbeschwerde 

Das Produkt wird mit "Dessert Schokolade" beworben und enthält überhaupt keine Schokolade. Lediglich 2 Prozent Kakao sind enthalten. Das hat mit Schokoladen-Dessert überhaupt nichts zu tun. Enthalten ist noch Aroma, was wahrscheinlich für den Geschmack sorgt.
Verbraucher aus Bergisch-Gladbach vom 21.06.2018

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Auf dem Becherdeckel des Desserts steht „Schokolade“, obwohl es laut Zutatenliste keine Schokolade enthält. Statt Schokolade weist die Zutatenliste zwei Prozent fettarmen Kakao auf. Nach den Leitsätzen ist die Bezeichnung „Schokoladenpudding“ ab einem Anteil von einem Prozent Kakao zulässig.
Anhand der Bezeichnung sollte deutlich werden, ob ein Dessert Schokolade oder Kakao enthält.

Darum geht’s:

Die Zutaten des „Pudding Schokolade“ lauten: Vollmilch, Molkenerzeugnis, Zucker, modifizierte Stärke, 2 % fettarmes Kakaopulver, Emulgator sowie Verdickungsmittel.

Somit enthält der Pudding lediglich fettarmes Kakaopulver, aber keine Schokolade.

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).

Die Leitsätze für Puddinge, andere süße Desserts und verwandte Erzeugnisse fordern bei Bezeichnungen wie „Schokoladendessert“ oder „Schokoladenpudding“ dass in 500 Gramm verzehrfertigem Dessert mindestens fünf Gramm Kakaopulver oder andere Kakaoerzeugnisse mit mindestens fünf Gramm Kakaobestandteilen enthalten sind, also ein Prozent Kakaobestandteile. Eine „Schokoladenspeise“ muss jeweils die doppelte Menge enthalten. Werden die genannten Mengen nicht erreicht, ist dies durch den Zusatz „Schokoladengeschmack“ kenntlich zu machen.

Die Bezeichnungen „Kakaopulver“, „fettarmes Kakaopulver“ und „Schokolade“ sind in der Kakaoverordnung geregelt.

  • Kakao und Kakaopulver enthalten mindestens 20 Prozent Kakaobutter.
  • Fettarmes Kakaopulver enthält weniger als 20 Prozent Kakaobutter.
  • Schokoladenpulver besteht aus mindestens 32 Prozent Kakaopulver und Zucker.
  • Schokolade ist ein Erzeugnis aus Kakao und Zucker, wobei sie mindestens 35 Prozent Kakaomasse, davon mindestens 18 Prozent Kakaobutter und mindestens 14 Prozent fettfreie Kakaomasse enthalten muss.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist es nachvollziehbar, wenn Verbraucher Schokolade als Zutat in einem „Schokoladenpudding“ erwarten. Da fettarmes Kakaopulver lediglich ein Bestandteil von Schokolade ist – die für Schokolade charakteristische Kakaobutter ist stark reduziert –, reicht unserer Ansicht nach fettarmes Kakaopulver für einen „Schokoladenpudding“ nicht aus.

Fazit:

Anhand der Bezeichnung sollte deutlich werden, ob ein Dessert Schokolade oder Kakao enthält.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Problematik informiert.

Stand 
13. Februar 2020