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Herkunftskennzeichnung: Mehr Klarheit an der Fleischtheke

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Herkunftskennzeichnung: Mehr Klarheit an der Fleischtheke

Wer sich bei Schweine- Geflügel-, Schaf- oder Ziegenfleisch für die Herkunft der Ware interessiert, hatte an der Fleischtheke bislang das Nachsehen. Denn während die Herkunft von verpacktem unverarbeitetem Fleisch der genannten Tierarten bereits seit 2015 auf dem Etikett stehen muss, war diese Information an der Fleischtheke bislang nicht verpflichtend. Das ändert sich ab dem 1. Februar: Bei unverpacktem, unverarbeiteten Fleisch der genannten Tierarten ist die Herkunftsangabe dann auch bei Abgabe an der Fleischtheke Pflicht. Für Rindfleisch gilt das hingegen schon lange.

Informationen zu Aufzucht und Schlachtung verpflichtend

Die Informationen zur Herkunft können schriftlich oder elektronisch zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise auf einem Schild, einem Aushang oder einer elektronischen Tafel. Je nach Herkunft muss die Angabe mehr oder weniger ausführlich sein. Wurden die Tiere in unterschiedlichen Ländern aufgezogen und geschlachtet, müssen diese Angaben detailliert aufgeführt werden. Die Angabe des Geburtslandes ist nicht verpflichtend. Die Kennzeichnung könnte beispielsweise lauten „aufgezogen in den Niederlanden, geschlachtet in Deutschland“.

Haben alle Fleischangebote in der Theke dieselbe Herkunft, reicht ein Aushang an einer gut sichtbaren Stelle mit einem entsprechenden Hinweis, zum Beispiel „Unser Geflügel wurde in Deutschland aufgezogen und geschlachtet“. Wenn neben Aufzucht und Schlachtung auch die Geburt in ein und demselben Land stattgefunden hat, können Anbieter stattdessen den Begriff „Ursprung“ verwenden, beispielsweise „Ursprung Deutschland“.

Regelung gilt nur für unverarbeitetes Fleisch

Die neue Regelung gilt nur für unverarbeitetes Fleisch, beispielsweise ungewürztes Filet, Steak, Gulasch oder Hackfleisch. Ist das Fleisch hingegen gewürzt oder anderweitig verarbeitet, ist die Herkunftsangabe nicht verpflichtend. Das ist beispielsweise bei marinierten Steaks oder gewürztem Putengeschnetzeltem der Fall. 
Aus Sicht von Lebensmittelklarheit ist die neue Regelung ein Schritt in die richtige Richtung. Sie reicht aber nicht aus. Die Verbraucherzentralen fordern eine EU-weit verbindliche Kennzeichnung des Herkunftslandes für alle Lebensmittel. Bei verarbeiteten Lebensmitteln sollte die Herkunft der Primärzutaten gekennzeichnet werden.

Hinweis: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden in der Regel nicht aktualisiert.

Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:
Isabella von Luxburg,
luxburg@leichtzulesen.org,
www.leichtzulesen.org
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Der Text wurde geprüft durch die Prüflesegruppe:
Menschen mit Lernschwierigkeiten Zentrum Leichte Sprache Allgäu,
https://www.kjf-augsburg.de/angebote-leistungen/weitere-angebote/zentrum-leichte-sprache/

 

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