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So erkennen Sie Lebensmittel mit Palmöl

Lebensmittel mit Palmöl
Lebensmittel mit Palmöl © Verbraucherzentrale Bayern

Bei der Raffination von Palmöl können erhöhte Mengen an Fettschadstoffen entstehen, darunter 3-Monochlorpropandiol-Fettsäureester (3-MCPD). Der Stoff gilt als möglicherweise krebserregend. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Bayern hat nun gezeigt: Herstellern von palmölhaltigen Lebensmitteln wie Keksen oder Snacks ist die Problematik zwar bewusst. Dennoch enthalten die Produkte Schadstoffmengen, die bei ungünstiger Lebensmittelauswahl vor allem bei Kindern schnell über der täglich tolerierbaren Menge liegen können. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt daher, palmölhaltige Lebensmittel zu meiden.  Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit möchten viele Verbraucher palmölhaltige Produkte meiden und wissen, wie sie Palmöl in Lebensmitteln erkennen können.

Palmöl muss in der Zutatenliste stehen

Palmöl steckt unter anderem in industriell hergestellten Backwaren, Brotaufstrichen und Snacks. Das Pflanzenöl muss in der Zutatenliste stehen. Dabei muss für Pflanzenöle auch die botanische Herkunft genannt werden, also  aus welcher Pflanze das Öl oder Fett gewonnen wurde. Klassennamen wie „pflanzliches Fett“ sind als alleinige Angabe nicht mehr erlaubt. Zulässig und gängig ist es, den Klassennamen sowie anschließend die pflanzliche Herkunft zu nennen, also „pflanzliches Öl (Palm, Raps)“.  Bei zusammengesetzten Zutaten müssen die Einzelzutaten ebenfalls genannt werden. Es kann also in der Zutatenliste stehen: „Fettglasur (Palmöl, Zucker, Kakao)“.

Ob das Palmöl aus nachhaltiger Produktion stammt, ist allerdings für Verbraucher schwer zu erkennen. Staatliche Siegel mit klaren Vorgaben für fair erzeugte Produkte gibt es bislang nicht. Käufer sind auf freiwillige Label und Hinweise der Anbieter angewiesen. 

Marktcheck zeigt: Schadstoffmengen können problematisch sein

Die Verbraucherzentrale Bayern hat in ihrem Marktcheck 26 Hersteller von palmölhaltigen Backwaren, Brotaufstrichen und Snacks zum Gehalt an 3-MCPD in ihren Produkten befragt. Elf Unternehmen machten genaue Angaben zum Gehalt an Fettschadstoffen in ihren Produkten. Die anderen gaben lediglich an, sich um eine Minimierung zu bemühen.

Vor allem bei Kindern ist die tägliche tolerierbare Aufnahmemenge schnell überschritten, zeigt ein Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale: Ein fünfjähriges Kind überschreitet die Menge bereits, wenn es an einem Tag eine Portion Knuspermüsli, eine Viertel Tafel Schokolade, 25 Gramm Backerbsen und eine Portion Kekse (48 Gramm) verzehrt.  

Die Verbraucherzentrale fordert daher, europaweit verbindliche Höchstmengen für 3-MCPD in pflanzlichen Fetten, Ölen und Säuglingsnahrung festzulegen.

Letzte Änderung 
31. Juli 2019
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.

Kommentare

Palmöl verfolgt die Verbraucher allüberall, es ist sehr schwierig, Produkte ohne Palmöl zu finden, wohl weil es so schön billig ist. Einige Firmen werben sogar damit, nur die "Besten" Zutaten zu verwenden und dann findet sich Palmöl ganz weit oben in der Zutatenliste. Selbst Bioprodukte machen keine Ausnahme! Ich bin einfach nur noch genervt von den vielen Tipps Palmöl zu meiden. Für mich heisst es seit Jahren so viel wie möglich selbst machen!