Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Kuriose Meldungen: Hühnerfell und Einhornbratwurst

Huhn mit Fell?
© Ali Walker - fotolia.com

Verbraucher stolpern gelegentlich über kuriose Lebensmittel oder Kennzeichnungsfehler, die dann als Beschwerden im Portal Lebensmittelklarheit landen. Nicht immer sind die Vorwürfe ernst gemeint, wie im Fall der im vergangenen Jahr gemeldeten „Einhornbratwurst“. Die Kuriosität entpuppte sich als pfiffiger Marketing-Gag eines norddeutschen Wurstherstellers. Rosa gefärbte Bratwürste mit einem lustigen Einhornbild auf dem Etikett – das ist Geschmackssache. Ob sich Verbraucher dadurch ernsthaft getäuscht fühlen, darf zumindest angezweifelt werden.

„Hühnerfell“ entpuppt sich als Geflügelhaut

Nicht ganz so einfach ist der Fall eines Geflügelfonds, in dessen Zutatenliste die Zutat „Hühnerfell“ aufgeführt war. Ein Verbraucher war davon sichtlich irritiert und meldete das Produkt bei Lebensmittelklarheit. Für die Expertinnen war schnell klar: Hier liegt ein Kennzeichnungsfehler vor. Denn „Hühnerfell“ gibt es nicht, sondern nur Haut mit Federn – und letztere zählen nicht als Lebensmittel. Als Zutat in Lebensmitteln sind Federn somit ebenfalls nicht erlaubt. Eine erste Rückfrage beim niederländischen Hersteller sorgte dann aber für Erstaunen: Die Kennzeichnung sei so gewollt, die Zutat “Hühnerfell” kein Fehler. Das Unternehmen verarbeite in seinem Fonds „ganze Hühner“, einschließlich „Hühnerfell“, da dieser Teil dem Produkt viel Geschmack gebe.

Schließlich half ein Blick ins Wörterbuch, das Rätsel aufzulösen. Huhn heißt im Niederländischen „Kip“, Gänse- oder Hühnerhaut wird als „Kippenvel“ bezeichnet. „Kippenvel“ lässt sich aber auch wörtlich als „Hühnerfell“ übersetzen.

In der Redaktion sorgte der Fall für großes Schmunzeln. Rechtlich gesehen ist die Kennzeichnung allerdings nicht in Ordnung. Hersteller müssen Zutaten mit ihrer jeweils korrekten Bezeichnung benennen. Freie Übersetzungen aus anderen Sprachen sind nicht zulässig. Im konkreten Fall bedeutet das: Der Hersteller muss in der Zutatenliste anstelle des Hühnerfells die Hühnerhaut deklarieren.

Letzte Änderung 
2. Januar 2019
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.