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Wildheidelbeeren oder Kulturheidelbeeren?

Ich habe Tiefkühl-Wild-Heidelbeeren gekauft, doch nur die Schale ist blau. Bei Wild-Heidelbeeren müsste doch auch das Fruchtfleisch blau sein, oder?

Heidelbeere
© yelenayemchuk - 123rf.com

Frage

Ich habe Tiefkühl-Heidelbeeren gekauft, die als Wildheidelbeeren gekennzeichnet sind, aber deutliche Merkmale von Kultur-Heidelbeeren aufweisen. Wildheidelbeeren sind eine eigene Art, enthalten nicht nur mehr, sondern auch andere Inhaltsstoffe und sind deshalb als wertvollere Früchte gekennzeichnet. Das Fruchtfleisch ist weiß, nur die Schale ist blau, bei Wild-Heidelbeeren ist auch das Fruchtfleisch blau. Weil sich die beiden Arten deutlich unterscheiden, wäre eine richtige Deklaration erforderlich.

Antwort

Der Name „Wildheidelbeere“ ist rechtlich nicht geschützt. Er kann bedeuten, dass die Heidelbeeren aus Wildsammlung stammen, oder eine spezielle Sorte bezeichnen. Unserer Einschätzung nach wird er häufig synonym für „Waldheidelbeeren“ (Vaccinum myrtillus) verwendet, da Waldheidelbeeren praktisch ausschließlich wild wachsen.

Wie Sie ganz richtig schreiben, handelt es sich bei Waldheidelbeeren und Kultur-Heidelbeeren um unterschiedliche Früchte, die entsprechend gekennzeichnet werden sollten. Zwar gibt es keine rechtlich bindende Vorschrift zur Bezeichnung der beiden Heidelbeerarten. Allerdings unterscheiden sowohl die Vermarktungsnormen der Vereinten Nationen als auch die Leitsätze für Obsterzeugnisse zwischen Waldheidelbeeren (Vaccinum myrtillus L.), und Kultur-Heidelbeeren (Vaccinum corymbosum L.).

Bei Wald- oder Wildheidelbeeren handelt es sich um die bei uns heimischen, im Wald wachsenden Heidelbeeren. Sie haben einen hohen Gehalt an Anthocyanen, die für die intensive Blaufärbung der Beeren verantwortlich sind.

Kultur-Heidelbeeren hingegen stammen von einer nordamerikanischen Heidelbeerart ab. Ihr Fruchtfleisch ist weiß und die Früchte sind etwa doppelt so groß wie Waldheidelbeeren.

Den Leitsätzen für Obsterzeugnissen zufolge sollten Kultur-Heidelbeeren als solche gekennzeichnet werden, auch wenn sie als Tiefkühl- oder Konservenprodukt verkauft werden. Steht nur „Heidelbeeren“ auf der Verpackung, sollte es sich um Waldheidelbeeren handeln. Eine Kennzeichnung von Kultur-Heidelbeeren als Wildheidelbeeren ist aus unserer Sicht nicht zulässig. Ob es sich bei dem von Ihnen genannten Produkt tatsächlich um Kultur-Heidelbeeren handelt, lässt sich im Rahmen des Portals Lebensmittelklarheit nicht klären. Wenn Sie Zweifel haben, können Sie das Produkt bei der örtlichen Lebensmittelüberwachung melden.

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Letzte Änderung 
15. Oktober 2020

Kommentare

Bei Wildheidelbeeren wird beim Essen meist die Zunge verfärbt, bei Kulturheidelbeeren dahingegen nicht. Vielleicht hilft dies bei der Identifizierung.


Deswegen hießen die bei uns früher auch Blaubeeren (Blaubeerpfannekuchen etc.).
Gibt es diesen Begriff noch, und hat er lebensmittelrechtliche Relevanz ?


Ja, zumindest in den Leitsätzen für Obsterzeugnisse wird der Begriff „Blaubeeren“ synonym für Heidelbeeren oder Waldheidelbeeren verwendet.