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Technische Hilfsstoffe

Warum werden nicht alle Zusatzstoffe angegeben?

Frage

Warum müssen technische Hilfsstoffe nicht deklariert werden? Wenn der Käse mit Farbstoff mit einem Brötchen gebacken wird, färbt sich der Käse dunkel, der Farbstoff ist nicht mehr zu sehen – keine Deklaration. So ist es bei vielen Lebensmitteln: Wir wissen nicht, was wir essen. Ist eine gesamte Angabe der Zusatzstoffe vielleicht ein Ziel?

Antwort

Sie sprechen zwei unterschiedliche Ausnahmeregelungen an, die in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung geregelt sind:

  1. Zusatzstoffe in Zutaten

Wenn ein Zusatzstoff über eine Zutat ins Lebensmittel gelangt und in dem Endprodukt keine technologische Wirkung mehr ausübt, muss er nicht gekennzeichnet werden. Es wäre bei  Ihrem konkreten Beispiel aber zu klären, ob ein Farbstoff in einem Käse nach dem Überbacken bereits nicht mehr technologisch wirksam ist. Auch wenn der Käse schmilzt, wird der Farbstoff dem Käse beispielsweise eine gelbe Farbe verleihen. In diesem Fall müsste er bei einem verpackten Lebensmittel unserer Rechtsauffassung nach im Zutatenverzeichnis stehen. Bei loser Ware müsste der Hinweis „mit Farbstoff“ erfolgen, zum Beispiel als Fußnote beim Käse in der Bezeichnung oder in der Angebotsliste.

  1. Verarbeitungshilfsstoffe

Verarbeitungshilfsstoffe, auch „technische Hilfsstoffe“ genannt, sind in ihrer Wirkung mit Zusatzstoffen vergleichbar. Sie müssen aber nicht deklariert werden. Solche Stoffe gelten rechtlich nicht als Zutaten und erscheinen daher nicht im Zutatenverzeichnis. Charakteristisch für die Verarbeitungshilfsstoffe ist, dass sie wieder aus dem Lebensmittel entfernt oder „inaktiviert“ werden. Nur unbeabsichtigte, technisch unvermeidbare Rückstände des Stoffes können noch im Enderzeugnis vorhanden sein, sofern diese gesundheitlich unbedenklich sind und sich technologisch nicht auf das Enderzeugnis auswirken. Eine Reihe von Enzymen gelten als Verarbeitungshilfsstoffe. Durch Erhitzen werden sie in ihrer Struktur verändert, so dass sie anschließend keine Enzym-Wirksamkeit mehr besitzen.

Ausnahmen verunsichern Verbraucher – das können wir gut nachvollziehen. Käufer wünschen sich eine lückenlose Kennzeichnung aller Bestandteile, unabhängig von einer technologischen Wirksamkeit und einer rechtlichen Definition des Begriffs „Zusatzstoff“. Ausnahmeregelungen schaffen auch nach unserer Auffassung „Schlupflöcher“, die nicht im Sinne einer klaren Kennzeichnung sind, sondern Misstrauen schüren.

Quelle: EU-Lebensmittelinformationsverordnung Artikel 20 (Link siehe rechte Randspalte)

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Letzte Änderung 
11. Januar 2016

Kommentare

Stoffe die nicht deklariert werden müssen werden dem Verbraucher nicht offengelegt und es ist nicht bekannt welche Stoffe im einzelnen in den Nahrungsmitteln eingesetzt werden. Insbesondere ist nich bekannt welche gleichen Zusatzstoffe und welche Mengen in gängigen Lebensmitteln zum Einsatz kommen. Jeder Stoff ist ein Gift nur die Menge bestimmt ob er dem Menschen zum Gift wird so schon Parazelsus. Wird ein nicht deklarierter Zusatzstoff bei veschiedensten Lebsnsmittel eingesetzt kann dessen Menge durchaus Gesundheitsschädigend sein. Ein weiterer Sachverhalt
Da eseine Reihe Stoffe gibt die Hormonelle Wirkungen hervorrufen können und unter der Nachweisgrenze des Stoffes vorkommen können selbst in Spuren im Gesunheitszustand der Menschen negative Wirkungen hervorrufen