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Fructose in Zucker

Stimmt es, dass Zucker heutzutage vor allem aus Fruchtzucker besteht?

Frage

Ich habe gehört, dass heutiger Zucker teilweise nur noch zu 50 Prozent aus Zucker besteht. Die anderen 50 Prozent sind Fruktose. Ich bin mir sicher, dass dies 99 Prozent der Verbraucher nicht wissen. Dabei leiden viele laktoseintolerante Menschen auch unter Fruktoseintoleranz. Rohzucker und Rohrohrzucker werden jedoch nur in Bio-Lebensmitteln verwendet. Der billige Haushaltszucker dagegen wird mit Fruktose gestreckt. Die Kennzeichnung von Fruktose ist also völlig unzureichend.

Antwort

Bei der Zutat „Zucker“ handelt es sich um Saccharose. Saccharose ist ein sogenannter Zweifachzucker, der aus zwei Zuckermolekülen zusammengesetzt ist. Diese beiden Zuckermoleküle sind Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker). Daher besteht die Zutat „Zucker“ naturgemäß zur Hälfte aus Fruktose. Andere Namen für Zucker sind „Haushaltszucker“ oder je nach Gewinnung „Rohrzucker“ oder „Rübenzucker“. Bei allen handelt es sich um Saccharose und sie alle bestehen zu 50 Prozent aus Fruchtzucker, der bei der Verdauung freigesetzt wird.

Rohrohrzucker oder Rohzucker, der in vielen Bio-Produkten verwendet wird, unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung kaum von anderem Zucker. Er gilt als roh, weil er nicht vollständig gereinigt beziehungsweise raffiniert ist. So bleibt ein kleiner Anteil der Melasse erhalten. Er besteht dennoch zu 99 Prozent aus Saccharose.

Fruktose (Fruchtzucker) ist ein Einfachzucker, der natürlicherweise in vielen Obstsorten vorkommt, inzwischen aber auch vielen Lebensmitteln als Zutat zugesetzt wird, zum Beispiel in Form von „Fruchtsüße“, „Fruktosesirup“ oder „Glukose-Fruktosesirup“.

Wir können Ihre Verärgerung über die fehlende Kennzeichnung dennoch nachvollziehen, zumal es sogar gesetzlich verboten ist, den Fruktosegehalt eines Lebensmittels in der Nährwerttabelle auszuweisen. Viele Verbraucher denen Fruktose Probleme bereitet, fehlen konkrete Informationen zu Fruktose in Lebensmitteln, die ihnen ihre Produktwahl erleichtern würden.

Wer allerdings das Gefühl hat, bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelinhaltsstoffe schlecht zu vertragen, sollte sich ärztlich auf eine Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit testen lassen. Wird dann beispielsweise eine Fruktoseunverträglichkeit festgestellt, informiert in der Regel der Arzt oder ein Ernährungsberater über Lebensmittel, deren Verzehr empfohlen beziehungsweise nicht empfohlen wird.

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Letzte Änderung 
18. Februar 2019

Kommentare

Mir fehlt der Hinweis, dass Glukose beim Transport von Fruktose durch die Dünndarmwand hilft. Deshalb ist ein 50:50 Verhältnis für die meisten Menschen unproblematisch. Wenn mehr Fruktose als Glukose in einem Lebensmittel ist führt dies bei Personen mit Reizdarm oft zu Koliken und Druchfall bzw. breiigem Stuhl. Die in Deutschland üblischen Roggenmischbrote und Weizenmischbrote haben z.B. einen hohen Fruktosegehalt durch das Roggenmehl. Mehr als doppelt so viel Fruktose wie Glukose (lt. Souci-Fachmann-Kraut). Meines Erachten der Grund warum viele Menschen glauben, dass sie kein Gluten vertragen.

Ähnlich verhält es sich bei Sorbit, Mannit, Xylit und anderen Zuckeralkoholen, welche man in manchen Obstsorten und in Diabetikerprodukten findet. Äpfel und Pflaumen enthalten Sorbit, Champignons Mannit.


Ergänzung zu meinem vorherigem Kommentar:
Wenn Zucker nicht vollständig vom Dünndarm resorbiert (aufgenommen) wird, führt dies schnell zu Blähungen und Druchfall, weil der Zucker dann meist von Dickdarmbakterien verstoffwechselt (verdaut) wird. Diese Bakterien erzeugen dabei oft große Mengen Gas (CO₂), die nicht mehr über Blutkreislauf und Lunge "ausgeatmet" werden können.
Die Resorption von Fructose im Dünndarms erfolgt im Gegensatz zur Glucose passiv (ohne Energieverbrauch), ist deshalb langsamer und kann unvollständig sein.