Auflösung zur Umfrage: Welche Lebensmittel dürfen mit Ballaststoffen werben?
Auflösung:
Alle drei Lebensmittel erfüllen rechnerisch die Vorgabe für die Werbung als Ballaststoffquelle, zum Beispiel „enthält Ballaststoffe“. Sie enthalten mindestens 3 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm. Alternativ wäre die Angabe auch erlaubt, wenn mindestens 1,5 Gramm Ballaststoffe pro 100 Kilokalorien enthalten wären. Diese Vorgaben sind im Anhang der Health-Claims-Verordnung festgelegt.
Allerdings müssen Lebensmittel laut der Health-Claims-Verordnung (Artikel 5) eine weitere Voraussetzung erfüllen, um Werbung mit Nährwerten tragen zu dürfen: Eine Menge des Lebensmittels, „deren Verzehr vernünftigerweise erwartet werden kann“, muss eine signifikante, also bedeutende Menge des Nährstoffs liefern.
So sieht's Lebensmittelklarheit:
Aus Sicht von Lebensmittelklarheit ist diese Voraussetzung beim Toastbrot und bei den Cornflakes nicht erfüllt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt 25 Gramm Ballaststoffe am Tag. Üblicherweise wird eine signifikante Menge für Nährstoffe mit 15 Prozent der empfohlenen Tagesmenge angesetzt. Das wären 3,75 Gramm Ballaststoffe. Diese Menge erreichen Toastbrot und Cornflakes nicht: Die auf den Verpackungen angegebenen Portionsgrößen liefern deutlich weniger Ballaststoffe . Selbst bei größer angesetzten Verzehrsmengen wie 2 bis 3 Scheiben Toast oder 50 Gramm Cornflakes ist die Ballaststoffmenge nicht ausreichend.
Das Hafer-Früchte-Müsli liegt eher in dem erforderlichen Bereich, aber für die angegebene Portionsgröße ebenfalls unter 3,75 Gramm Ballaststoffen.
Hersteller sollten nur dann mit Ballaststoffen werben, wenn eine realistische Portion eine signifikante Menge enthält.
Lebensmittelklarheit fordert außerdem den Gesetzgeber auf, die nährwertbezogenen Angaben zu Ballaststoffen zu überarbeiten. Die erforderliche Menge für Ballaststoffe pro 100 Gramm Lebensmittel oder 100 Kilokalorien sollte erhöht werden, sodass Lebensmittel aus hellem Mehl diese Vorgaben unterschreiten.
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Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:
Isabella von Luxburg,
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